🗞 28/2026
Neue Impfstrategie bei Krebs · Helfen Überwärmungsbäder bei Depressionen? · Wissenschaftsrat gibt Empfehlungen zu KI · Krebsmedikament wirkt bei Autoimmunerkrankung · Visuelle Rosinen: Blickverhalten spiegelt Hirnstruktur
📌 5 weekly picks
1 📌 💉🧬 Impfstrategie bei Krebs: Langzeitüberleben deutlich verbessert
Eine neuartige Impfstrategie gegen bestimmte bösartige Hirntumoren könnte die Behandlung von Patientinnen und Patienten grundlegend verbessern. Forschende aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), der Universitätsmedizin Mannheim, dem Universitätsklinikum Heidelberg und zahlreichen Partnerinstitutionen veröffentlichen ermutigende Langzeitergebnisse einer klinischen Studie mit einem Impfstoff, der das Immunsystem gegen eine häufige genetische Mutation dieser Tumoren aktiviert.
Die Ergebnisse nach bis zu acht Jahren Nachbeobachtung sind bemerkenswert: 66 Prozent der Studienteilnehmer waren nach acht Jahren noch am Leben, bei 42 Prozent war die Erkrankung während des Beobachtungszeitraums nicht fortgeschritten. Bei einigen Patienten, deren Tumor vollständig operativ entfernt werden konnte, lagen die Überlebensraten sogar noch deutlich höher. Zum Vergleich: In früheren Studien lag die mittlere Überlebenszeit bei aggressiveren Tumorformen oft nur bei etwa 2,5 bis 5 Jahren. In der aktuellen Studie wurde diese Grenze bei vielen Patientinnen und Patienten deutlich überschritten.
„Wir zeigen hier erstmals, dass eine gezielte Impfstrategie gegen eine Tumormutation langfristige Überlebensvorteile bei Hirntumoren ermöglichen könnte. Das eröffnet einen vielversprechenden neuen Weg in der Behandlung bislang schwer therapierbarer Krebserkrankungen“, resümiert Michael Platten, Direktor der Neurologischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim und Abteilungsleiter am DKFZ.
🔗 Quellen: Pressemitteilung des DKFZ
Lukas Bunse, Katharina Lindner, Antje Wick, Angelika Freitag, Lisa-Marie Lanz, Dominic Edelmann, Abigail Suwala, Michael O. Breckwoldt, Inga Harting, Felix Sahm, Richard F. Schlenk, Anita Schmitt, Oliver Schnell, Jörg Hense, Martin Misch, Dietmar Krex, Monika Denk, Juliane Walz, Joachim P. Steinbach, Andreas von Deimling, Michael Schmitt, Theresa Bunse, Ghazaleh Tabatabai, Martin Bendszus, Isabel Poschk, Wolfgang Wick, Michael Platten: Final analysis of patients with newly diagnosed astrocytoma after vaccination against mutant IDH1 from the NOA16 trial, Nature Cancer 2026, https://doi.org/10.1038/s43018-026-01199-y
2 📌 🛁 🧠 Helfen Überwärmungsbäder bei Depressionen?
Die Wartezeiten auf Psychotherapieplätze betragen oft Monate, und etablierte Medikamente wirken meist erst nach vier bis acht Wochen. Um diese kritische Lücke bei Volkskrankheiten wie Depressionen zu schließen, erforscht das Uni-Zentrum Naturheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg ein niederschwelliges, integrativmedizinisches Verfahren: Hyperthermie durch Überwärmungsbäder.
In zwei kleineren Pilotstudien beobachtete das Team um Studienleiter Prof. Dr. Roman Huber, dass sich die depressive Symptomatik bei zwei Bädern pro Woche bereits nach 14 Tagen deutlich besserte – und das im Vergleich zu aktiven Kontrollgruppen (u. a. Bewegungstherapie). Das therapeutische „künstliche Fieber“, bei dem Patienten für maximal 20 Minuten in 40 Grad heißem Wasser liegen (Körperkerntemperatur über 39 Grad), basiert auf drei Wirkprinzipien:
- Zirkadianer Rhythmus: Die Überwärmung akzentuiert und vertieft die Schlafwachkurve, die bei depressiven Patienten oft abgeflacht ist.
- Serotonin-Ausschüttung: Thermorezeptoren in der Hautreizung triggern im Gehirn die Freisetzung des „Glückshormons“.
- Aktivierung: Das Bad simuliert die thermischen und metabolischen Effekte von Sport – hat jedoch bei schweren depressiven Episoden eine deutlich niedrigere Überwindungsschwelle.
Nach der ärztlich begleiteten Einweisung lässt sich die Methode kostengünstig zu Hause umsetzen. Aktuell läuft eine groß angelegte, multizentrische Folgestudie in Freiburg, Frankfurt und Lörrach mit nicht-suizidalen Patienten (mittel- bis schwergradige Depressionen). Das langfristige Ziel des Forschungsteams ist die Aufnahme der Hydrotherapie in die offiziellen Medizinischen Leitlinien sowie in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen.
🔗 Zur Originalpressemitteilung
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3 📌 🧠 🤖 ”Intellektuelle Souveränität”: Empfehlungen für die Hochschulbildung in Zeiten von generativer KI
Auch in der Hochschulbildung entwickelte generative KI eine bemerkenswerte Dynamik und löste grundlegende und kontroverse Diskussionen über die Ziele und Gestaltung von Hochschulbildung aus, was bis heute anhält. Der Wissenschaftsrat hat deshalb lesenswerte Empfehlungen für die Hochschulbildung in Zeiten von generativer KI herausgegeben. Darin rekurriert er auf Prinzipien der humanen Bildung und bringt intellektuelle Souveränität als übergreifende Leitidee in den Diskurs um die Gestaltung von Hochschulbildung in Zeiten generativer KI ein.
Zitat: “Intellektuelle Souveränität ist die Fähigkeit zum freien und selbstbestimmten
Handeln in der Wissensaneignung und Wissensproduktion sowie die Fähigkeit, autonom zu denken und Entscheidungen selbst argumentativ zu begründen.” (WR)
Anstelle von schwer kontrollierbaren KI-Verboten plädiert der Rat für eine Kultur des gegenseitigen Vertrauens. Hochschulen sollen eigene, fachspezifische Prüfungsformate entwickeln, die eigenständiges Denken und argumentative Tiefe honorieren. Es wird ausdrücklich empfohlen, im Studium bewusst Bereiche zu schaffen, in denen anspruchsvolles eigenständiges Arbeiten und die Problemlösung ohne den Einsatz von KI geübt werden. Da KI zu sozialer Isolation führen kann, fordert der Rat die persönliche Betreuung zu intensivieren und den fachlichen sowie sozialen Austausch unter Studierenden und mit den Lehrenden zu fördern. Ausdrücklich fordert der Rat den Aufbau von KI-Kompetenz: Sowohl Studierende als auch Lehrende müssen aktiv geschult werden, um KI souverän, reflektiert und kritisch (etwa zur Erkennung von „Halluzinationen“) nutzen zu können.
🔗 Zur Publikation des Wissenschaftsrates
4 📌 🧬 🛡️ Krebsmedikament als Rettung: Heilversuch stoppt schwere Autoimmun-Nervenerkrankung
Wenn das Immunsystem Amok läuft und massenhaft IgM-Antikörper gegen die eigenen Nervenmarkscheiden produziert, führt das zu fortschreitender Taubheit, Zittern und schweren Gehbehinderungen. Eine zugelassene, ursächliche Therapie gegen diese Autoimmun-Neuropathie existiert bislang nicht. Standardverfahren wie Kortison oder Blutwäschen zeigten bei zwei Patientinnen der neuroimmunologischen Spezialambulanz am Universitätsklinikum Jena kaum Wirkung.
Die behandelnden Neurologen Dr. Jonathan Wickel und Dr. Mihai Ceanga wagten nun einen innovativen Heilversuch mit dem Krebsmedikament Teclistamab. Der Wirkstoff wird primär beim Multiplen Myelom eingesetzt und bringt körpereigene T-Zellen dazu, gezielt Plasmazellen zu vernichten. Da genau diese Zellen auch die krankmachenden Autoantikörper der Patientinnen produzierten, nutzten die Ärzte das Prinzip zur Zelldepletion.
Bemerkenswerte neurologische Regeneration. Nach nur vier Injektionen innerhalb von sechs Wochen trat eine rasche Besserung ein: Die Patientinnen gewannen ihre Mobilität zurück und die IgM-Antikörper verschwanden komplett aus dem Blut. Die im Fachjournal Nature Communications (Juli 2026) veröffentlichten Daten belegen den Erfolg: Der Nervenmarker Neurofilament sank drastisch, und in der Elektroneurographie zeigten zuvor völlig "stumme" Nerven wieder messbare elektrische Signale. Seit über einem Jahr verlief die Therapie ohne schwere Nebenwirkungen. Prof. Christian Geis, Direktor der Jenaer Neurologie, betont den Paradigmenwechsel: Statt nur die Symptome zu dämpfen, wurde die Quelle der Autoimmunreaktion gezielt ausgeschaltet. Nun müssen klinische Studien folgen.
🔗 Zur Pressemitteilung des Uniklinikum Jena
Wickel, J., Ceanga, M., Vlad, B. et al. Therapeutic effect of T-cell engager in two patients with autoimmune neuropathy. Nat Commun 17, 4816 (2026). https://doi.org/10.1038/s41467-026-73819-1Externer
5 📌 👁️ 🧠 Visuelle Rosinen: Blickverhalten spiegelt Hirnstruktur
Warum fokussieren manche Menschen in einer Szene sofort Gesichter, während andere zuerst auf Textelemente schauen? Eine neue Studie von Wahrnehmungsforschenden der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) im Fachmagazin Nature Human Behaviour (2026) zeigt: Unser Blickverhalten ist kein Zufall, sondern exakt auf die individuelle Anatomie und Leistungsfähigkeit unseres Gehirns abgestimmt.
Das Team um Prof. Dr. Benjamin de Haas untersuchte mittels funktioneller Kernspintomographie (fMRT) die Nervenzellverbände von 61 Erwachsenen. Die Ergebnisse liefern faszinierende Einblicke in unsere visuelle Informationsverarbeitung: Personen mit einer unbewussten Blickpräferenz für Gesichter besitzen nachweisbar größere und stärker ausgeprägte gesichtspräferierende Areale im Schläfenlappen. Wer lieber Text fixiert, verfügt über signifikant größere Areale für die Wortverarbeitung. Das Gehirn reagiert auf die jeweils bevorzugte Reizkategorie (Gesicht oder Text) deutlich zuverlässiger. Diese neuronalen Unterschiede spiegeln sich direkt in den Fähigkeiten wider: „Gesichts-Fixierer“ können Gesichter in Tests besser unterscheiden, während „Text-Fixierer“ eine messbar höhere Lesegeschwindigkeit aufweisen.
Ob das Blickverhalten das Gehirn im Laufe des Lebens prägt oder die Hirnstruktur den Blick lenkt, bleibt Gegenstand der Forschung im Exzellenzcluster TAM – The Adaptive Mind.
Kollenda D., de Haas B. et al.; Active vision is linked to category selectivity in the individual brain; Nature Human Behaviour (2026). DOI: 10.1038/s41562-026-02494-5
🔗 Quelle: Pressemitteilung der JLU
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💬 Über unseren Tellerrand
1 🐘 Hannibals Route neu berechnet

Wie brachte Hannibal seine Elefanten über die Alpen? Eine neue Studie liefert dafür einen datenbasierten Hinweis. Forschende vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung iDiv, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Universität Oxford haben mögliche Routen der berühmten Alpenüberquerung im Jahr 218 v. Chr. neu modelliert.
Im Zentrum stand nicht nur die Frage, welcher Pass historisch plausibel war, sondern welche Route für eine Armee mit rund 40.000 Soldaten, 7.000 Pferden und 37 Kriegselefanten energetisch am sinnvollsten gewesen wäre. Das Ergebnis spricht für den Col de la Traversette. Diese Route wäre nach den Berechnungen kürzer und energieeffizienter gewesen als andere diskutierte Übergänge wie der Col du Clapier. Die Studie verbindet antike Quellen mit modernen Höhendaten und bioenergetischen Modellen, die den Energieverbrauch unter anderem anhand heutiger afrikanischer Elefanten abschätzen.
Interessant ist auch: Die Soldaten hätten auf der Traversette-Route deutlich mehr Energiereserven verloren als die Elefanten. Das könnte erklären, warum viele Tiere die Alpenüberquerung überstanden, während der Marsch für Menschen extrem verlustreich war. Sicher gelöst ist das Rätsel damit aber noch nicht.
🔗 Weiterlesen auf den Seiten der Universität Jena und Oxford
Berti, E. & Vollrath, F. (2026). Energy costs of Hannibal’s alpine crossing. Proceedings of the National Academy of Sciences. https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2612764123
2 🍷 ⚓ Antiker Weinhandel im Schiffswrack
Vor der Küste Kalabriens haben Archäologen ein außergewöhnlich gut erhaltenes antikes Schiffswrack untersucht. Das Handelsschiff liegt vor Monasterace im Ionischen Meer, rund 90 Meter tief, und stammt aus dem 5. bis 4. Jahrhundert vor Christus. An Bord befanden sich mehr als 300 Amphoren. Der Fund gilt als seltenes Zeugnis des antiken Seehandels und könnte neue Erkenntnisse über Weinproduktion, Handelsrouten und wirtschaftliche Verflechtungen im Mittelmeerraum liefern.
Besonders spannend sind die Amphoren selbst: Ihre Form, Herkunft und mögliche Rückstände könnten Hinweise darauf geben, welche Rolle Wein als Kulturgut und Handelsware in der Magna Graecia und auf Sizilien spielte. Entdeckt wurde das Wrack im Zuge von Machbarkeitsstudien für einen geplanten Offshore-Windpark. Nach dem Fund wurden die Planungen angepasst, damit das archäologische Gebiet geschützt bleibt. Nun laufen Untersuchungen zur Bergung, Konservierung und wissenschaftlichen Auswertung.
Für die Forschung ist das Wrack ein unberührtes Zeitzeugnis einer Handelswelt, in der Wein als wichtiger Wirtschaftsfaktor galt.
🔗 Weiterlesen auf den Seiten von Falstaff
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1️⃣ 🌍 Klimaschutz zwischen Haltung und Handlung
Viele Menschen befürworten den Klimaschutz. Aber Zustimmung bedeutet noch lange nicht, dass daraus auch konkretes Handeln entsteht. Eine neue Studie der Universität Erfurt zeigt, dass wir das Verhalten anderer dabei systematisch falsch einschätzen.
Für fünf Studien wurden insgesamt mehr als 5.000 Menschen in Deutschland und den USA befragt. Das bekannte Muster bestätigte sich zunächst: Die breite Unterstützung für Klimaschutzmaßnahmen wird von vielen unterschätzt. Anders sieht es jedoch bei konkretem Engagement aus. Wie viele Menschen tatsächlich Geld für den Klimaschutz spenden oder sich politisch engagieren, wird deutlich überschätzt.
Die Forschenden erklären dieses scheinbare Paradox mit einem psychologischen Mechanismus: Extreme Werte werden gedanklich eher in Richtung Mitte verschoben. Große Mehrheiten erscheinen dadurch kleiner, kleine Minderheiten größer. Für die Klimakommunikation ist das relevant. Denn allein die Korrektur solcher Fehleinschätzungen erhöhte in den Studien nicht die Bereitschaft, selbst für den Klimaschutz zu spenden. Die Forschenden folgern daher: Es reicht nicht, Menschen über die Zustimmung anderer zu informieren. Wichtiger könnten konkrete Handlungsoptionen, weniger praktische Hürden und politische Rahmenbedingungen sein, die klimafreundliches Verhalten tatsächlich erleichtern.
🔗 Weitere Infos auf den Seiten des Instituts für klimagesundes Verhalten der Universität Erfurt
Tiede, K. E., Maur, K. & Betsch, C. (2026). People systematically under- and overestimate public engagement in climate action. Nature Climate Change. https://doi.org/10.1038/s41558-026-02668-z
2️⃣ 🏥 🤖 Gesundheitsrobotik für den Klinikalltag
Roboter in Kliniken gibt es längst - die eigentliche Herausforderung ist aber ihre sinnvolle Integration in den Alltag. Das Fraunhofer IPA und die Klinikberatung ZEQ haben deshalb eine Zusammenarbeit gestartet, die Krankenhäuser, Rehakliniken und Pflegeeinrichtungen beim Einsatz von Assistenzrobotern und KI unterstützen soll.
Denkbar sind autonome Transportroboter, Reinigungs- und Desinfektionssysteme, Interaktionsroboter zur Patienteninformation sowie Exoskelette zur körperlichen Entlastung von Pflegekräften. Besonders interessant: Ein einzelner Roboter soll perspektivisch mehrere Aufgaben übernehmen können - vom Materialtransport über die Erfassung von Vitaldaten bis hin zur automatisierten Dokumentation.
Ziel ist ausdrücklich nicht Technik um der Technik willen, sondern der gezielte Einsatz dort, wo konkrete Probleme im Klinikalltag gelöst werden können.

🔗 Zur Originalmeldung des Fraunhofer Instituts
📣 Ankündigungen
1️⃣ 💶🏥 Gesundheit zwischen Ökonomie und Versorgung
Wie lassen sich Gesundheitssysteme finanzieren, steuern und zugleich gerechter gestalten? Die EuHEA Conference 2026 der European Health Economics Association bringt nächste Woche internationale Forschende und Fachleute der Gesundheitsökonomie in Rotterdam zusammen. Unter dem Leitmotiv „Bridging health economics excellence in research & practice“ geht es unter anderem um Gesundheitsversorgung, Ungleichheit, Arzneimittelresistenzen, Verhaltensökonomie und die Frage, wie ökonomische Forschung besser in gesundheitspolitische Entscheidungen einfließen kann
📅 Wann: 14. bis 17. Juli 2026
📍 Wo: Erasmus University Rotterdam – Campus Woudestein, Burgemeester Oudlaan, Rotterdam
2️⃣ Health XP – Medizin der Zukunft
Medizin der Zukunft zum Ausprobieren: Die mobile Ausstellung Health XP macht personalisierte Medizin, Prävention, Frauengesundheit und Krebsforschung spielerisch erfahrbar.
👉 Weitere Informationen zur Health XP Veranstaltung
📅 Wann: 22. bis 25. Juli 2026
📍 Wo: Neubrandenburg, Marktplatz
🤕 IchalsPatient:in
1️⃣ 🧠 Dystonie: Studie nimmt unsichtbare Belastungen in den Blick
Dystonie wird häufig vor allem mit unwillkürlichen Bewegungen, Fehlhaltungen oder Muskelverkrampfungen verbunden. Doch die neurologische Bewegungsstörung kann weit über die sichtbaren motorischen Symptome hinausgehen.
Forschende des Universitätsklinikums Bonn und der Universität Bonn wollen deshalb in der neuen VIDA-Studie untersuchen, wie sich Dystonie auf das emotionale Wohlbefinden, die geistige Leistungsfähigkeit, den Alltag und soziale Beziehungen auswirkt. Viele Betroffene berichten unter anderem von Konzentrationsproblemen, Erschöpfung, Schlafstörungen, Schmerzen oder Ängsten – Beschwerden, die im klinischen Alltag häufig weniger sichtbar sind, die Lebensqualität jedoch erheblich beeinflussen können.
Ziel der Studie ist es, diese Belastungen aus der Perspektive der Betroffenen systematisch zu erfassen und Bereiche zu identifizieren, in denen besonderer Unterstützungsbedarf besteht. Teilnehmen können deutschlandweit Erwachsene mit einer ärztlich diagnostizierten Dystonie oder einem begründeten Verdacht auf die Erkrankung. Die anonyme Online-Befragung dauert etwa 20 bis 30 Minuten und umfasst Fragen zur Erkrankung, Behandlung, zum emotionalen Wohlbefinden und zur geistigen Leistungsfähigkeit. Die Ergebnisse sollen langfristig dazu beitragen, Dystonie in ihrer gesamten Komplexität besser zu verstehen und Impulse für Forschung und Versorgung zu liefern.
👉 Weitere Infos zur Studie auf den Seiten der Universität Bonn
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