🗞 27/2026
Krebsmedikament stoppt Autoimmunreaktion · KI soll chronische Erkrankungen besser begleiten · Forscher entdecken Schwachstelle bei aggressiven Darmkrebszellen · Datenlücken in der Frauengesundheit · Höhere Strahlendosis bringt keinen Vorteil beim Glioblastom
📌 5 weekly picks
1 📌 🩸 Krebsmedikament stoppt schwere Autoimmunreaktion
Ein eigentlich für Blutkrebs zugelassener Antikörper könnte neue Perspektiven bei einer seltenen Autoimmunerkrankung eröffnen: Forschende der Charité und der Universitätsmedizin Greifswald behandelten drei schwer betroffene Patientinnen und Patienten mit Immunthrombozytopenie, kurz ITP.
Bei dieser Erkrankung greift das Immunsystem fälschlicherweise die eigenen Blutplättchen an. Die Folge ist ein stark erhöhtes Blutungsrisiko. Der eingesetzte bispezifische Antikörper Teclistamab richtet sich gegen fehlerhafte Plasmazellen, die zerstörerische Autoantikörper bilden. Gleichzeitig aktiviert er körpereigene T-Zellen, die diese Plasmazellen ausschalten sollen. Bei allen drei Betroffenen normalisierte sich die Zahl der Blutplättchen innerhalb weniger Tage. Auch akute Blutungssymptome verschwanden rasch. Die bisherige Dauermedikation konnte schrittweise beendet werden. Seit mehreren Monaten sind die Patientinnen und Patienten stabil, symptomfrei und ohne Medikamente.
Medizinisch ist es noch zu früh, von Heilung zu sprechen. Dafür müssen die Blutwerte langfristig stabil bleiben und weitere klinische Studien folgen. Der Ansatz zeigt aber eindrucksvoll, wie Therapien aus der Krebsmedizin künftig auch bei schweren Autoimmunerkrankungen eine Rolle spielen könnten.
🔗 Zur Pressemitteilung der UM Greifswald
M. Korenkov, M. R. Zuleeg, J. Liebaert, V. Fregona, S. Serve, J. Jesse, D. Böckle, S. Bohl, F. Damm, L. Bullinger, U. Keller, A. Busse, A. Schwarzer, F. Albach, T. Thiele, S. Haas, J. Krönke, M. L. Hütter-Krönke, BCMA-targeted T-cell engager therapy induces sustained remission in immune thrombocytopenia, Blood Immunology & Cellular Therapy, 2026, 100062, ISSN 3050-5976, https://doi.org/10.1016/j.bict.2026.100062.
2 📌 🤖 Nicht nur Diagnose: KI soll chronische Erkrankungen besser begleiten
Medizinische KI wird nicht mehr nur daran gemessen, ob sie Diagnosen stellen kann. Spannend wird sie vor allem dort, wo Erkrankungen über längere Zeit begleitet werden müssen. Google Research stellt mit AMIE ein Forschungssystem vor, das genau dieses langfristige Krankheitsmanagement unterstützen soll. Bei chronischen Erkrankungen geht es nach der Diagnose um Symptome, Verlauf, Leitlinien, Medikamente, Nebenwirkungen und immer neue Anpassungen.
AMIE soll Gespräche mit Patienten führen und zugleich medizinische Informationen aus Leitlinien und Arzneimittelwissen einordnen. In einer verblindeten Studie mit Schauspielpatienten wurde das System mit 21 Hausärztinnen und Hausärzten verglichen. Insgesamt erreichte AMIE eine vergleichbare Bewertung im medizinischen Management. In einzelnen Kriterien wie Planpräzision und Leitliniennähe schnitt das System besser ab.
Das bedeutet nicht, dass KI ärztliche Versorgung ersetzt. Google betont selbst, dass es sich um Forschung handelt und weitere klinische Studien nötig sind. Der Ansatz zeigt aber, wohin sich medizinische KI entwickeln könnte: weg vom einmaligen Diagnose-Chat, hin zu Werkzeugen, die komplexe Versorgung strukturieren, Entscheidungen vorbereiten und Ärztinnen und Ärzte im Alltag entlasten.
🔗 Quelle: Nature: „Towards Conversational AI for Disease Management“
Liévin, V., Palepu, A., Weng, WH. et al. Towards Conversational AI for Disease Management. Nature (2026). https://doi.org/10.1038/s41586-026-10764-5
3 📌 🎯 Aggressive Darmkrebszellen mit Schwachstelle
Bei fortgeschrittenem Darmkrebs sind es oft besonders anpassungsfähige Tumorzellen, die eine Behandlung erschweren. Sie können ihren biologischen Zustand verändern, Therapien widerstehen und Metastasen antreiben. Forschende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des Stammzell-Instituts HI-STEM haben nun einen Marker identifiziert, der besonders aggressive und therapieresistente Darmkrebszellen kennzeichnet.
Der Marker heißt TROP2 und könnte zugleich eine Schwachstelle dieser Zellen sein. In Minitumoren und Mausmodellen zeigte das Team, dass bereits zugelassene Medikamente gegen TROP2 die metastaseninitiierenden Zellen gezielt angreifen können. In Kombination mit Standardtherapien ließ sich deren Wirksamkeit deutlich verbessern.
Das ist noch kein klinischer Durchbruch für Patienten. Die Ergebnisse stammen aus Labor- und Tiermodellen und müssen weiter geprüft werden. Die Studie zeigt aber, wie wichtig es ist, nicht nur den Tumor als Ganzes zu betrachten, sondern jene Zellgruppen, die Metastasen und Rückfälle besonders wahrscheinlich machen. Wenn sich solche Zellen über Marker genauer erkennen und angreifen lassen, könnten Therapien künftig gezielter ansetzen - nämlich dort, wo Tumoren besonders widerstandsfähig werden.
🔗 Quelle: DKFZ
Vaquero-Siguero, N., Georgakopoulos, N., Puschhof, M.C. et al. TROP2 targeting reveals therapy-driven cell state dynamics in colorectal cancer. Nature (2026). https://doi.org/10.1038/s41586-026-10705-2
4 📌 🧭 Prävention soll leichter werden: Vom Rat zum passenden Kurs
Prävention klingt oft einfacher, als sie im Alltag ist. Wer mehr Bewegung, bessere Ernährung, weniger Stress oder Unterstützung beim Rauchstopp sucht, steht schnell vor der Frage: Welches Angebot passt wirklich – und wo findet man es?
Eine neue Online-Übersicht soll genau hier helfen. Sie richtet sich an Ärzte, Psychotherapeuten und Beratungsstellen, die Patienten gezielter auf passende Präventionskurse hinweisen möchten. Deutschlandweit sind mehr als 120.000 zertifizierte Angebote verfügbar - zu Bewegung, Ernährung, Stressmanagement oder Suchtprävention. Die Kurse können nach Wohnortnähe, Maßnahme, Format und weiteren Kriterien gefiltert werden. Bezuschusst werden sie von den Krankenkassen.
Die Angebote werden von der Zentralen Prüfstelle Prävention im Auftrag der gesetzlichen Krankenversicherung auf Qualität geprüft; auch fachliche Voraussetzungen der Kursleitungen fließen ein. Interessant ist der Ansatz, weil Prävention damit nicht nur empfohlen, sondern konkreter vermittelbar wird. Aus einem allgemeinen Rat kann schneller ein passendes, regional verfügbares Angebot werden – ein kleiner, aber praktischer Schritt hin zu mehr Orientierung im Versorgungsalltag.
🔗 Quelle: VDEK
👉 Zur Website praevention-direkt-finden.de 🔎
5 📌♀️ Datenlücken in der Frauengesundheit schließen
Viele medizinische Erkenntnisse beruhen noch immer auf Daten, die Unterschiede zwischen Frauen und Männern nicht ausreichend abbilden. Genau hier setzt eine neue Förderrichtlinie des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt an. Gefördert werden Forschungsprojekte, die vorhandene Gesundheitsdaten gezielt zu Fragen der Frauengesundheit und der geschlechtersensiblen Medizin auswerten. Dabei sollen auch innovative datengetriebene Methoden und IT-basierte Verfahren genutzt werden.
Ziel ist es, geschlechtsspezifische Verzerrungen in der Gesundheitsforschung zu verringern und klinisch relevante Fragen besser zu beantworten. Aus MINQ-Sicht ist das ein wichtiger Ansatz: Denn verlässliche Orientierung im Gesundheitswesen braucht Daten, die Unterschiede sichtbar machen - und nicht verdecken. Interessant ist vor allem, dass bereits bestehende Forschungsdateninfrastrukturen stärker genutzt werden sollen, etwa Datenzugänge aus der Medizininformatik-Initiative, dem Netzwerk Universitätsmedizin, der NAKO Gesundheitsstudie oder der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur.
Somit geht es nicht nur um neue Daten, sondern auch um einen besseren Blick auf vorhandenes Wissen. Die Ausschreibung ist ein Signal dafür, dass Frauengesundheit und geschlechtersensible Medizin stärker in Forschung, Datenanalyse und Versorgung ankommen sollen. Anträge können noch bis zum 9. August 2026 eingereicht werden.
PLUS …
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1 ⏳ Sofort haben – oder später mehr?
Geld ausgeben oder sparen? Eine kleinere Belohnung sofort wählen – oder auf einen größeren Vorteil warten? Solche Entscheidungen wirken alltäglich, sind aber psychologisch hoch interessant.
Forschende der Universität Bonn untersuchen derzeit in einem internationalen Projekt sogenannte intertemporale Entscheidungen: also Situationen, in denen Menschen kurzfristige und langfristige Konsequenzen gegeneinander abwägen. „Sie prägen unseren Alltag“, sagt Studienkoordinator Dr. Kristof Keidel von der Abteilung für Allgemeine Psychologie und Experimentelle Klinische Psychologie, Institut für Psychologie.
Im Mittelpunkt der Befragung stehen monetäre Entscheidungen, weil sie besonders gut vergleichbar und messbar sind. Trotzdem reicht das Thema über Geld hinaus: Auch bei größeren Anschaffungen, Gesundheit, Nachhaltigkeit oder Vorsorge geht es oft darum, Gegenwart und Zukunft gegeneinander abzuwägen. Dabei gibt es nicht einfach richtige oder falsche Entscheidungen. Die persönliche Situation spielt eine große Rolle – etwa, wenn Ressourcen knapp sind oder die Zukunft unsicher erscheint.
Die Studie wird in 77 Ländern durchgeführt, mehr als 100 Forschende arbeiten daran mit. Rund 15.000 Personen sollen teilnehmen. Erwachsene können noch bis zum 18. August 2026 online mitmachen; die Ergebnisse sollen später wissenschaftlich publiziert und öffentlich zugänglich gemacht werden.
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2 🧘♀️ Meditation kann dieselben Entfremdungsgefühle erzeugen wie schwerer psychischer Stress ⚠️
Entfremdungsgefühle gegenüber dem eigenen Körper oder der Umwelt – sogenannte Depersonalisations- und Derealisationserfahrungen (DPDR) – gelten in der Psychiatrie klassisch als angstbesetzte Symptome von Stress, Traumata oder Depressionen. Eine neue Querschnittsstudie der Universitätsklinik Tübingen im Fachmagazin Scientific Reports (2026) zeigt nun jedoch: Auch Meditation kann genau diese Zustände gezielt auslösen – dort werden sie jedoch völlig anders bewertet.
Das Forschungsteam um Erola Pons und Dr. Axel Lindner verglich 121 Personen, die DPDR-Zustände entweder durch psychische Krisen oder durch Meditation erlebten. Das überraschende Ergebnis: Die phänomenologische Kernwahrnehmung war in beiden Gruppen nahezu identisch. Der fundamentale Unterschied lag rein im Kontext und der Interpretation. Während klinisch Betroffene die Entfremdung als bedrohlich und verwirrend empfanden, bewerteten Meditierende dieselbe Erfahrung weit überproportional als positiv, spirituell bereichernd und erkenntnisreich. Der Kontext beeinflusst offenbar stark, ob solche Erfahrungen als belastend oder bereichernd erlebt werden. Durch Achtsamkeit induziert, wird der Kontrollverlust oft als heilsame, spirituelle Einsicht statt als Bedrohung erlebt. Die Ergebnisse zeigen, dass Veränderungen des Selbsterlebens nicht per se krankhaft sind, und bieten neue Ansätze zur Erforschung eines stabilen „Ich-Gefühls“.
🔗 Zur Pressemitteilung des UK Tübingen
Pons E. et al.; A cross-sectional survey on depersonalization/derealization and meditation-induced alterations of the self; Scientific Reports (2026). DOI: 10.1038/s41598-026-51014-y
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1️⃣ Ernüchterung in der Neuroonkologie: Höhere Strahlendosis bringt keinen Vorteil beim Glioblastom
Das Glioblastom bleibt der aggressivste bösartige Hirntumor bei Erwachsenen. Da Rezidive meist in direkter Nähe der Operationswunde auftreten, ruhten große Hoffnungen auf der intraoperativen Radiotherapie (IORT). Dabei gibt ein robotisch assistiertes Miniatur-Bestrahlungsgerät noch im Operationssaal eine Dosis von bis zu 30 Gray gezielt in die Wundhöhle ab, um verbliebene Tumorzellen zu vernichten.
Die weltweit größte randomisierte Studie zu diesem Verfahren (INTRAGO-II), geleitet von Prof. Frank Giordano (Universitätsmedizin Mannheim / DKFZ-Hector Krebsinstitut), liefert nun jedoch ernüchternde Ergebnisse. Über einen Zeitraum von acht Jahren wurden 314 Patienten aus 18 internationalen Kliniken untersucht. Das Ergebnis: Die zusätzliche Hochdosis-Bestrahlung direkt am Tumor konnte das Fortschreiten der Erkrankung im Vergleich zur Standardtherapie nicht aufhalten. Selbst Patienten mit nachweisbaren Tumorresten in der Bestrahlungszone profitierten nicht. Die Daten untermauern die extreme Strahlenresistenz des Glioblastoms und zeigen, dass der Schlüssel zur Therapieverbesserung nicht in einer Dosissteigerung, sondern in der Entschlüsselung der biologischen Abwehrmechanismen des Tumors liegt.
🔗 Zur Pressemitteilung des DKFZ
2️⃣ 🧬 Diabetes: Risiko ist nicht nur Schicksal
Gene spielen bei Typ-2-Diabetes eine Rolle – aber sie entscheiden offenbar nicht allein. Eine neue Auswertung von Daten aus der UK Biobank zeigt, wie stark Lebensstilfaktoren das Erkrankungsrisiko beeinflussen können.
Forschende der University of Massachusetts Amherst analysierten Daten von mehr als 332.000 Erwachsenen und verglichen genetische Risiken mit veränderbaren Faktoren wie Körpergewicht, Bewegung, Rauchen und Ernährung. Das Ergebnis: Menschen mit einem ungünstigen Lebensstil hatten ein deutlich höheres Diabetesrisiko als Menschen mit gesünderen Gewohnheiten. Der Einfluss des Lebensstils war in der Analyse sogar stärker als der genetische Risikoeffekt. Besonders wichtig war der Body-Mass-Index, gefolgt von Rauchen und körperlicher Aktivität; Ernährung spielte ebenfalls eine Rolle, war aber in dieser Auswertung der schwächste Einzelfaktor.
Die Forschenden schätzen, dass mehr als die Hälfte neuer Typ-2-Diabetes-Fälle theoretisch vermeidbar sein könnten, wenn ungünstige Lebensstilfaktoren verbessert würden. Das bedeutet nicht, dass Prävention einfach ist – oder dass Erkrankungen individuell „selbst verschuldet“ sind. Aber die Studie unterstreicht, wie wichtig Prävention, Bewegung, Rauchstopp und strukturelle Unterstützung im Alltag sind. Selbst bei hoher genetischer Veranlagung kann ein gesünderer Lebensstil das Risiko offenbar deutlich senken.
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3️⃣ ♀️Diabetes trifft Frauen anders
Mehr als neun Millionen Menschen leben in Deutschland mit Diabetes, etwa die Hälfte davon Frauen. Trotzdem werde die Erkrankung in Forschung und Versorgung noch zu oft so behandelt, als betreffe sie alle Menschen gleich, kritisieren Fachleute des Verbands der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland.
Dabei können hormonelle Lebensphasen und geschlechtsspezifische Faktoren den Umgang mit Diabetes deutlich verändern. Zyklus, Schwangerschaft, Wechseljahre oder das polyendokrine metabolische Ovarialsyndrom können den Blutzucker beeinflussen und Risiken erhöhen. Bei Frauen mit Typ-1-Diabetes kann etwa der Menstruationszyklus die Insulinwirkung verändern; automatisierte Insulinpumpen berücksichtigen solche Schwankungen bislang nicht. Auch Schwangerschaftsdiabetes wird nach der Geburt noch zu selten als Anlass für gezielte Prävention genutzt. Hinzu kommt die psychische Belastung: Diabetesmanagement trifft im Alltag oft auf Care-Arbeit, Beruf und familiäre Verantwortung.
Die Forderung der Fachleute ist deshalb klar: Diabetesversorgung muss geschlechtersensibler werden – in Forschung, Beratung, Technik, Prävention und Nachsorge. Denn Frauengesundheit ist kein Randthema, sondern ein Qualitätsmerkmal gerechter Versorgung.
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📣 Ankündigungen
1️⃣ 🧠 AAIC 2026: Internationaler Alzheimer-Kongress
Neue Perspektiven auf Alzheimer werden nächste Woche in London erörtert: Bei der Alzheimer’s Association International Conference 2026 kommen Forschende, Kliniker und Demenzexperten zusammen. Im Mittelpunkt stehen neue Erkenntnisse zu Prävention, Diagnose und Behandlung von Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen.
Für die Versorgung ist das besonders relevant, weil Demenz nicht nur eine Forschungsfrage ist, sondern eine der großen medizinischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der kommenden Jahre.
📅 Wann: 12. bis 15. Juli 2026
📍 Wo: ExCeL London, Royal Victoria Dock, 1 Western Gateway, London E16 1XL, UK und online
2️⃣ 🛏️ Horizontal - Das Krankenbett und die Welt im Liegen 🏥
Was verändert sich, wenn der Körper liegen muss? Die Sonderausstellung „Horizontal“ im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité blickt auf das Krankenbett – als Ort der Behandlung, der Abhängigkeit, der Beobachtung und der Fürsorge. Ein spannender medizinisch-kultureller Blick auf eine Perspektive, die viele Patientinnen und Patienten kennen.

🔗 Weitere Infos auf den Seiten der Charité
🔗 Zur Ausstellung
📅 Wann: 29.05.2026 bis 2.05.2027
📍 Wo: Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité, Charitéplatz 1, 10117 Berlin
🤕 IchalsPatient:in
1️⃣ 🧫 Kinderwunsch: IVF-Add-ons brauchen Evidenz
Wer eine Kinderwunschbehandlung beginnt, ist oft bereit, vieles zu versuchen. Genau deshalb sind Zusatzleistungen bei der In-vitro-Fertilisation ein sensibles Thema. Viele sogenannte IVF-Add-ons werden angeboten, um die Chance auf eine Schwangerschaft oder Geburt zu erhöhen - etwa zusätzliche Tests, Medikamente oder Verfahren rund um Embryotransfer und Einnistung.
Eine große systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse in The Lancet Obstetrics, Gynaecology & Women’s Health hat nun zehn häufig genutzte Zusatzbehandlungen untersucht. Ausgewertet wurden 85 randomisierte kontrollierte Studien; 72 weitere Studien wurden wegen Bedenken zur Verlässlichkeit nicht einbezogen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Für die meisten Add-ons zeigte sich entweder kein belegter Nutzen oder die Datenlage blieb unklar. Nur für drei Verfahren fanden die Forschenden schwache Hinweise auf einen möglichen Vorteil.
Für Patientinnen und Patienten ist die Botschaft wichtig: Was angeboten wird, ist nicht automatisch wirksam. Gerade in einer emotional und finanziell belastenden Situation braucht es verständliche, unabhängige Information - über Nutzen, Unsicherheit, Risiken und Kosten. Wer vor einer Entscheidung steht, sollte deshalb gezielt nachfragen: Gibt es belastbare Daten zu Lebendgeburten? Welche Nebenwirkungen oder Belastungen sind möglich? Und was kostet die Zusatzbehandlung?
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Safety and effectiveness of ten common in-vitro fertilisation add-ons: a systematic review and meta-analysis, The Lancet Obstetrics, Gynaecology & Women’s Health, 23.06.2026, DOI: 10.1016/S3050-5038(26)00054-3
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