🗞18/2026
Modell sagt Gesundheitsrisiken voraus · Wie lassen sich Antibiotikaresistenzen verhindern? · ADHS als kreativer Motor · Süßstoffe: Negative Effekte bis in die nächste Generation? · Resilienz: Gehirn passt sich aktiv an Stress an · Grimace verbessert Schmerzerkennung bei Labormäusen
1 📌 📈🤖 Transformer‑Modell sagt Gesundheitsrisiken voraus 🔮 💾
Wie lassen sich Gesundheitsrisiken erkennen, bevor Erkrankungen eskalieren? Das Projekt ClaimsBERT entwickelt dafür ein KI‑Foundation‑Model, das Routinedaten der gesetzlichen Kranken‑ und Pflegeversicherung auswertet. Grundlage sind GKV‑Claims‑Daten der AOK – also Diagnosen, Behandlungen, Verordnungen und Krankenhausaufenthalte in zeitlicher Reihenfolge.
Moderne Transformer‑Modelle sollen darin Muster identifizieren, die auf spätere gesundheitliche Entwicklungen hindeuten. Neben der Datenabfolge fließen Merkmale wie Alter, Geschlecht und Region ein. Ziel ist ein breit einsetzbares Basismodell für medizinische Vorhersagen. ClaimsBERT soll u. a. die Pflegebedürftigkeit prognostizieren, Risiken durch Arzneimittelereignisse erkennen und Hinweise auf Erkrankungen wie Brustkrebs oder rheumatische Leiden liefern. Auch Einweisungen wegen Unterzuckerung oder Herzschwäche gehören zu den Anwendungsfällen. Nach dem Training werden die Ergebnisse medizinisch validiert und weiter optimiert. Langfristig soll das Modell auf weitere Krankheitsbilder übertragbar sein – mit geringem Anpassungsaufwand.
Projektleitung und Konsortium liegen beim Wissenschaftlichen Institut der AOK, Fraunhofer SCAI ist Partner. Gefördert wird ClaimsBERT von März 2026 bis Februar 2029 durch den Innovationsfonds des G‑BA (Fördersumme rund 1,3 Millionen Euro).
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🔗 Zur Projektbeschreibung beim Innovationsausschuss des G-BA
2 📌 🦠🛡️Antibiotikaresistenzen: Das Tarnsystem der Bakterien überlisten 🔬💉
Antibiotikaresistenzen zählen zu den größten globalen Gesundheitsrisiken - schon 2021 starben über 1,1 Millionen Menschen daran. Besonders problematisch sind Enterococcus‑ und E.-coli‑Stämme, deren Zuckerhüllen sie für das Immunsystem unsichtbar machen und Antibiotika abwehren. Ein Team um Dr. Timm Fiebig von der MHH untersucht diese Kapselpolymere, deren Vielfalt weit größer ist, als bisher angenommen. Das Ziel des ERC‑geförderten Projekts BESPOKE: die Strukturen entschlüsseln und neue Glykokonjugat‑Impfstoffe entwickeln, die das Immunsystem gezielt auf diese Zuckerantigene trainieren.
Dazu analysiert die Arbeitsgruppe Genome klinischer Isolate, um herauszufinden, welche Enzyme die komplexen Polymerstrukturen erzeugen - und welche Varianten auf pathogene oder harmlose Stämme hinweisen. Was so schlüssig klingt, erfordert jedoch viel molekulare Detektivarbeit: Die Forschenden müssen zunächst identifizieren, welche Gene überhaupt Einfluss auf die Biosynthese der Kapselpolymere haben könnten. Da die DNA nur Informationen für Proteine, nicht aber für Zuckerstrukturen enthält, gilt es herauszufinden, welche der kodierten Enzyme tatsächlich an der Entstehung der Zuckerpolymere beteiligt sind – oft mit mehreren möglichen Kandidaten pro Enzymtyp. Um diese Suche einzugrenzen, arbeitet das Team vor allem mit Bakteriengenomen aus Patientinnen und Patienten, die in spezialisierten Datenbanken der MHH und des TWINCORE gesammelt werden. So lässt sich die strukturelle Vielfalt der Zuckerhüllen nachvollziehen, denen das Immunsystem bei Infektionen begegnet.
Langfristig soll eine „Werkzeugkiste“ entstehen, mit der sich Impfstoffantigene ohne gefährliche Bakterienkulturen im Labor herstellen lassen. Im Labormaßstab ist das bereits gelungen: Ein Impfstoffkandidat gegen Haemophilus influenzae Typ b wurde enzymatisch synthetisiert.
Die Vision: schneller auf bakterielle Infektionen reagieren – und einen neuen Weg im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen eröffnen.
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3 📌 🧠🎨 Wie kann ADHS zugleich tägliche Belastung und kreativer Motor sein? 🧬💡
ADHS und Kreativität sind enger verbunden, als lange angenommen. Eine neue Studie zeigt die Mechanismen dahinter. Die Neurowissenschaftlerin Dr. Radwa Khali (Constructor University), konnte belegen, dass Aufmerksamkeit und Kreativität in denselben neuronalen Netzwerken verarbeitet werden. Typische ADHS‑Merkmale wie defokussierte Aufmerksamkeit können somit, wenn richtig genutzt, kreative Prozesse befeuern. Khalis Arbeit deutet auf einen Paradigmenwechsel hin: weg vom Defizitblick, hin zu neurodivergenten Stärken.
Khalil vergleicht Aufmerksamkeit mit einem Scheinwerfer: Bei ADHS ist der Lichtkegel breiter - hinderlich bei Routine, hilfreich für Ideen. Frei‑assoziative Denkmuster, Tagträumen und Ablenkbarkeit stehen dabei in direkter Verbindung zu kreativen Einfällen. Für fast acht Prozent der Kinder weltweit könnten kreative Therapien wie Kunst, Musik oder Tanz neue Wege eröffnen. Sie aktivieren dieselben Netzwerke, die an der Aufmerksamkeitssteuerung beteiligt sind – und stärken sie zugleich.
Kreative Aktivität wird so zu einer nicht‑pharmazeutischen Intervention, die den natürlichen kognitiven Stil nutzt statt bekämpft. Die Studie entstand in Kooperation mit mehreren französischen Forschungseinrichtungen. Da die Verbindung zwischen Aufmerksamkeit und Kreativität erst teilweise verstanden ist, fordert das Team eine interdisziplinäre Forschungsagenda.
Ziel: bessere therapeutische Ansätze für ADHS – und ein neues Verständnis neurodivergenter Potenziale.
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Sarah Bou Sader Nehme, Emiliano Macaluso, Radwa Khalil, Attention unleashed: Creative therapy for thoughtful transformation,
iScience, Volume 29, Issue 5, 2026, 115387, https://doi.org/10.1016/j.isci.2026.115387
4 📌 🧁🐭 Süßstoffe: Negative Effekte bis in die nächste Generation? 🍭🔍
Süß schmeckt harmlos – doch manche Zuckerersatzstoffe könnten langfristig mehr Spuren hinterlassen als gedacht. Eine neue Mausstudie zeigt: Stevia und Sucralose beeinflussten nicht nur die Tiere, die sie selbst konsumierten, sondern auch deren Kinder und Enkel. Verändert waren unter anderem Darmflora, Genaktivität und Entzündungsanfälligkeit – und das, obwohl die Folgegenerationen nur Wasser tranken.
In einem Drei‑Generationen‑Modell untersuchten Forschende aus Chile die Wirkungen von Stevia und Sucralose auf Darmmikrobiom, Genexpression und metabolische Parameter. Nur die Gründergeneration erhielt süßstoffhaltige Lösungen in alltagsnaher Dosierung; Nachkommen und Enkeltiere tranken ausschließlich Wasser. Trotzdem zeigten auch die Folgegenerationen veränderte Mikrobiota‑Profile, darunter eine reduzierte Produktion kurzkettiger Fettsäuren und – bei Sucralose – eine Zunahme potenziell pathogener Bakterien. Parallel fanden sich epigenetische Veränderungen an Genen, die Entzündungsprozesse, Darmbarriere und Stoffwechsel regulieren. Die Effekte waren in der ersten Generation am stärksten ausgeprägt und nahmen in der Enkelgeneration ab, blieben jedoch nachweisbar.
Die Autoren interpretieren dies als mögliche transgenerationale Weitergabe süßstoffinduzierter Veränderungen. Die Befunde deuten auf subtile Veränderungen der Glucoseregulation und Entzündungsneigung hin, ohne jedoch manifeste Stoffwechselstörungen auszulösen. Wie gut diese Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind, bleibt offen; die Expertnen mahnen zu methodischer Vorsicht. Das Forschungsteam empfiehlt, die Langzeitwirkungen von Süßstoffen systematisch weiter zu untersuchen und deren Einsatz im Alltag zurückhaltend zu gestalten.

Concha Celume F, Pérez-Bravo F, Magne F, Olivares R and Gotteland M (2026) Artificial and natural non-nutritive sweeteners drive divergent gut and genetic responses across generations. Front. Nutr. 13:1694149. doi: 10.3389/fnut.2026.1694149
5 📌 🧠🔬Resilienz: Wie das Gehirn sich aktiv an Stress anpasst 👁️🔍
Resilienz entsteht nicht passiv - sie beruht auf aktiven Anpassungsprozessen im Gehirn. Eine gemeinsame Studie des Leibniz-Institut für Resilienzforschung, der Universitätsmedizin Halle und der Universität Münster zeigt: Besonders das Sehzentrum und der Frontallappen spielen dabei eine zentrale Rolle.
Bei 103 Teilnehmenden reagierten resilientere Personen schneller auf visuelle Aufgaben und machten weniger Fehler. EEG‑Daten zeigten eine stärkere top‑down‑Steuerung durch den Frontallappen und eine geordnetere Aktivität im visuellen Kortex. Das deutet auf eine effizientere Verarbeitung emotionaler und visueller Reize hin. Ein paralleles Mausmodell bestätigte diese Befunde auf zellulärer Ebene. Resiliente Tiere zeigten im visuellen Kortex weniger spontane, ungeordnete Aktivität und unterschieden Reize präziser.
Interessant: Erst sozialer Stress führte bei resilienten Mäusen zu messbaren neuronalen Anpassungen – ein Hinweis auf erfahrungsabhängige Plastizität. Nicht‑gestresste Tiere ähnelten dagegen den weniger resilienten Mäusen. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Resilienz ein trainierbarer neurobiologischer Prozess ist, der auf veränderten Netzwerkdynamiken beruht.
Die Studie liefert damit neue Ansatzpunkte für Prävention und Therapie stressbedingter psychischer Erkrankungen. Veröffentlicht wurde sie im Science Partner Journal Research.
🔗 Weiterlesen auf den Seiten des Leibniz-Institut für Resilienzforschung sowie der Universitätsmedizin Halle und Universität Münster
Backhaus H, Pinzuti E, […], Wibral M, Stroh A, Tüscher O. A Translational Neural Network Mechanism of Resilience: Top-Down Control and Plasticity of the Visual Cortex Relates to Resilient Outcome and Performance. Research (Wash D C). 2026 Apr 1;9:1215. https://doi.org/10.34133/research.1215
PLUS …
💬 Über unseren Tellerrand
1️⃣ 🏺🔍 Mumie mit Homer‑Text - ein archäologisches Rätsel 🗝️🧻
Ein Fund, der selbst erfahrene Archäolog:innen überrascht: In Ägypten wurde eine Mumie entdeckt, die einen Papyrus mit einem Text aus Homers „Ilias“ am Körper trug. Noch nie zuvor wurde ein literarischer Text bewusst in eine Mumie integriert – ein archäologisches Novum. Der Tote stammt aus der Nekropole von Oxyrhynchus, einem wichtigen Zentrum der griechisch‑römischen Epoche. In einem rund 1.600 Jahre alten Grabkomplex fanden Forschende mehrere verzierte Holzsarkophage – teils geplündert, teils erstaunlich gut erhalten. Eine Mumie stach heraus: Auf ihrem Bauch lag ein sorgfältig eingewickelter Papyrus, der mit einbalsamiert wurde.
Analysen zeigten: kein religiöser Spruch, keine magische Formel – sondern ein Abschnitt aus dem „Katalog der Schiffe“ der Ilias. Warum gerade dieser Text den Weg ins Jenseits begleiten sollte, bleibt völlig unklar. Zwar wurden in Oxyrhynchus schon viele literarische Papyri entdeckt, meist auf antiken Müllhalden – aber nie im Kontext einer Bestattung.
Der Fund wirft neue Fragen auf: Wer war dieser Mensch? Welche Bedeutung hatte Homer für ihn? Und warum entschieden sich die Einbalsamierer für eine literarische Beigabe statt für traditionelle religiöse Texte? Antworten gibt es noch nicht - aber der Fund eröffnet ein neues Kapitel in der Erforschung antiker Bestattungskulturen.

👉 Weiterlesen auf Seiten der Universitat de Barcelona und Scinexx
2️⃣ 🐭🤖 KI erkennt Schmerz: Grimace verbessert Schmerzerkennung bei Labormäusen 🐭🔬
Wie lässt sich das Wohlbefinden von Versuchstieren objektiver und schonender erfassen? Ein Team der ETH Zürich hat dafür ein neues System entwickelt: Grimace , eine KI‑gestützte Box, die Schmerz und Stress bei Mäusen automatisch erkennt. Statt subjektiver Einschätzungen am Käfigrand analysiert Grimace Gesichtsausdruck und Körperhaltung der Tiere - standardisiert, vergleichbar und ohne zusätzlichen Stress.
Die Box wirkt unscheinbar, ist innen aber komplett dunkel, damit sich die Tiere sicher fühlen. Zwei Kameras filmen durch Folie, eine Infrarotlampe sorgt für Sicht im Dunkeln. Der Algorithmus erkennt subtile Signale: zusammengekniffene Augen, veränderte Ohrenstellung, gespannte Schnurrhaare. So lässt sich in Echtzeit beurteilen, ob eine Maus leidet und zusätzliche Schmerzmittel braucht. Im Vergleich zur bisherigen Mouse Grimace Scale spart das System Zeit – und vermeidet menschliche Verzerrungen.
Tests zeigen: Die KI bewertet Schmerzen genauso zuverlässig wie Experten, aber konsistenter. Auch Bewegungsmuster werden automatisch erfasst, um weitere Hinweise auf das Befinden zu liefern. Das gesamte System ist Open Source und als Bausatz weltweit nutzbar – ein Schritt zu mehr Tierwohl in der Forschung.
Schon jetzt gibt es Anfragen aus mehreren Ländern, und die ETH plant weitere Entwicklungen. Ziel: Versuchstiere besser schützen und Tierversuche nach 3R-Prinzipien verfeinern.
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Sturman, O., Schmutz, M., Lorimer, T. et al. GrimACE: automated, multimodal cage-side assessment of pain and well-being in mice. Lab Animal (2026). https://doi.org/10.1038/s41684-026-01695-9
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1️⃣ 📊🧓 Altern neu denken - Ursula Müller-Werdan übernimmt Vorsitz der DGIM 🩺👵
Die Innere Medizin steht vor einer zentralen Zukunftsfrage: Wie gelingt es, mit steigender Lebenserwartung auch mehr gesunde Lebensjahre zu ermöglichen? Diese Perspektive stellt Professorin Ursula Müller‑Werdan (Charité), neue Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), in den Mittelpunkt ihrer Amtszeit. Mit dem Abschluss des 132. Internistenkongresses hat die MINQ-Spezialistin die Leitung der größten internistischen Fachgesellschaft übernommen – und das Leitthema „Gesund älter werden“ für 2027 gesetzt.
„Entscheidend ist nicht nur, wie lange Menschen leben, sondern wie lange sie gesund und ohne wesentliche Einschränkungen leben können“, betont Müller‑Werdan. Die Anforderungen an die Innere Medizin verändern sich: Mehr Hochaltrige, mehr Multimorbidität, mehr komplexe Verläufe. Gefragt sind Versorgungskonzepte, die Prävention, Therapie und Nachsorge stärker verzahnen und funktionelle Selbstständigkeit in den Fokus rücken.
„Wenn mehrere Erkrankungen zusammenkommen, lassen sich Leitlinien nicht immer eins zu eins umsetzen – Therapieentscheidungen werden individueller“, so Müller‑Werdan.
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2️⃣ 👁️ ⚖️ Übergewicht schützt – Metabolisches Syndrom erhöht das Glaukomrisiko 👁️ 🌀
Übergewicht scheint das Glaukomrisiko zu senken – doch das Metabolische Syndrom hebt diesen Effekt wieder auf. Eine große US‑Studie mit über 156.000 Erwachsenenzeigt: Menschen mit Übergewicht oder Adipositas erkrankten selteneran einem Glaukom als Normalgewichtige. Der Zusammenhang überrascht, weil lange das Gegenteil angenommen wurde.
Eine mögliche Erklärung: Bei adipösen Personen ist der Liquordruck oft etwas höher – ein Faktor, der den Sehnerv offenbar schützen kann. Ganz anders sieht es beim Metabolischen Syndrom aus: Wer mehrere Risikofaktoren wie Bluthochdruck, hohe Blutzuckerwerte oder ungünstige Blutfette kombiniert, hat ein deutlich erhöhtes Glaukomrisiko.
Jeder zusätzliche Punkt im Schweregrad‑Score des MetS ließ das Risiko weiter ansteigen. Die Forschenden vermuten, dass Insulinresistenz und eine stärkere Aktivierung des Sympathikusden Augeninnendruck erhöhen – und damit die Gefahr für ein Glaukom. Ihr Fazit: Menschen mit Metabolischem Syndrom sollten frühzeitig augenärztlich untersucht werden, um Sehverlust rechtzeitig zu verhindern.
🔗 Zur Meldung im Ärzteblatt
Paul M, Lee J, Kitayama K*, et alAssociations between obesity, metabolic syndrome and glaucoma in the National Institutes of Health ‘All of Us’ research programmeBritish Journal of Ophthalmology* Published Online First: 28 January 2026. doi: 10.1136/bjo-2025-328112
📣 Ankündigungen
1️⃣ 🩺⚡ DDG Diabetes Kongress: Diabetologie zwischen Fortschritt und Verantwortung 💊 🧭
Die Diabetologie steht vor einem tiefgreifenden Wandel: Neue Medikamente, Technologien, personalisierte Strategien und digitale Lösungen verändern den klinischen Alltag – doch nicht alles kommt beim Patienten an. Unter dem Motto „Revolution der Mittel – Realität der Menschen.“ lädt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) nun zum 60. Diabetes Kongress nach Berlin ein.
Im Zentrum steht die Frage, wie Fortschritt, Versorgung und Lebensrealität besser zusammenfinden. Denn: „Die Lebensrealität der Menschen mit Diabetes ist komplexer, individueller und fordernder, als sich allein mit pharmakologischen, biologischen und technischen Mitteln bewältigen lässt“, so Kongresspräsidentin Professor Barbara Ludwig (Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden).
Die Schwerpunkte reichen von der Wirksamkeit neuer Therapien über Prävention und Präzisionsmedizin bis zur Verbindung von Digitalisierung und Menschlichkeit. Weitere Themen: Lebensqualität als Zielgröße und Verantwortung in Versorgung, Politik und interprofessioneller Zusammenarbeit.
👉 zu Kongress-Homepage und Wissenschaftlichem Programm
📅 Wann: 13. bis 16. Mai 2026
📍 Wo: CityCube Berlin, Messedamm 26, 14055 Berlin
2️⃣ 🦴🔬 DVSE Jahreskongress 2026: Fortschritt in der Schulter‑ und Ellenbogenchirurgie 🗣️
Die Schulter‑ und Ellenbogenchirurgie steht vor einem dynamischen Wandel - und genau diesen Fortschritt will die D-A-CH Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie (DVSE) auf ihrem 31. Jahreskongress sichtbar machen. Unter dem Motto „Wissenschaft trifft Praxis - Fortschritt durch Austausch“ rückt der Kongress die Frage in den Mittelpunkt, wie Innovationen tatsächlich im klinischen Alltag ankommen.
Diskutiert werden neue operative und konservative Ansätze, aktuelle Forschungsergebnisse sowie Trends, die das Fachgebiet in den kommenden Jahren prägen werden. Ein besonderer Schwerpunkt gilt den rechtlichen Fragestellungen, die in der chirurgischen Praxis zunehmend Relevanz gewinnen und die ärztliche Verantwortung schärfen.
👉 zu Kongress-Homepage und Wissenschaftlichem Programm
📅 Wann: 7. und 8. Mai 2026
📍 Wo: Kongresszentrum Karlsruhe, Gartenhalle, Festplatz 3, 76137 Karlsruhe
🤕 IchalsPatient:in
1️⃣ Patientenkongress: Krebs im Kindesalter wirft viele Fragen auf - vor allem zur Prävention
Neue Erkenntnisse zeigen: Leukämien entstehen oft lange vor dem ersten Symptom – und eröffnen damit Chancen für Prävention. Experten der Kinder‑Onkologie, -Hämatologie und klinischen Immunologie der Uniklinik Düsseldorf geben dazu am 20. Mai (14:00–17:45 Uhr) einen aktuellen Überblick.
Im Fokus steht die Frage, ob Leukämien künftig vor dem Ausbruch verhindert werden können: Präleukämische Zellen entstehen teils schon vor der Geburt und bleiben jahrelang unentdeckt. Das internationale Netzwerk EDI‑4‑ALL arbeitet daran, neue Wege der risikoadaptierten Früherkennung zu entwickeln. Schon heute gibt es Hinweise auf präventive Faktoren – etwa Stillen oder frühe Infektionen, die das Immunsystem trainieren.
Der Patient:innenkongress richtet sich an werdende Eltern, betroffene Familien und Fachpublikum. Themen: Prävention vor der Geburt, Früherkennung, moderne Therapien und Nachsorge.
📍 Ort: Haus der Universität, Schadowplatz Düsseldorf
In einem Video-Podcast gehen Prof. Dr. Arndt Borkhardt (Direktor der Klinik für Kinder-Onkologie, -Hämatologie und klinische Immunologie) sowie Dr. Melina Mescher (Forschungsreferentin) detaillierter auf das Thema der Veranstaltung ein:
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