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🥦 Einfach Gesundessen!

Mirjam Bauer
Mirjam Bauer

1. Ernährung und gesunde Gefäße

Herzinfarkt und Schlaganfall zählen zu den gefährlichsten Erkrankungen. Die Ursachen sind hierfür vielfältig, aber auch bekannt: Übergewicht, Nikotin, schlechte Blutfettwerte und Bewegungsmangel sind wenige der vielen Ursachen.
Jedes Jahr erleiden in Deutschland über eine Viertelmillion Menschen einen akuten Schlaganfall. Und jeder fünfte hierzulande über 65 Jahre leidet an einer Durchblutungsstörung. Gefäßkrankheiten sind keinesfalls eine normale Alterserscheinung. Diese Erkrankungen der Gefäße lassen sich erkennen und auch behandeln, denn neben Medikamenten und innovativen medizinischen Therapien kann sich auch ein gesunder Lebensstil positiv auswirken.

Bei sogenannten Plaques handelt es sich um Ablagerungen von Cholesterin, Kalzium und Entzündungszellen in bzw. an den Gefäßinnenwänden. Es entsteht die sogenannte Arteriosklerose. Nach aktuellen Stand der Wissensstand ist eine Heilung der Arteriosklerose nicht möglich. Jedoch kann eine konsequente Therapie das Voranschreiten aufhalten. Leiden Sie an einer Zuckerkrankheit oder Bluthochdruck, wird Ihr Arzt Maßnahmen ergreifen, um den Blutzuckerspiegel oder den Blutdruck richtig einzustellen.

Wenn die Arterienverkalkung schon weit fortgeschritten und die Versorgung bestimmter Gefäße bereits beeinträchtigt ist, kann das verengte Gefäß auch interventionell geweitet werden. Ob eine Behandlung mit Medikamenten oder ein operativer Eingriff zur Behandlung der Arteriosklerose notwendig ist, entscheidet dann ein Facharzt.

Zahlreiche Untersuchungen belegen der Nutzen der mediterranen Ernährung. Diese besteht aus einem hohen Anteil pflanzlicher Nahrungsmittel, hierzu gehören Gemüse und Obst lokalen Ursprungs. Weiterhin zählen eine Reihe von Getreideprodukten, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen dazu. Wenig tierische Produkte und Milcherzeugnisse - in kleineren Mengen täglich verzehrt. Geflügel sowie Fisch stehen wenige Male pro Woche auf dem Speiseplan, rotes Fleisch und Eier selten.

Die Hauptfettquelle stellt Olivenöl dar. Frische oder getrocknete Kräuter wie beispielsweise auch durch Knoblauch, ist es möglich, den Salzgehalt zu reduzieren. Durch den vermehrten Salzkonsum kann es zu Blutdruckerhöhung und damit zu Herz- oder auch Gefäßerkrankungen kommen. Salz finden wir nicht nur in dem altbekannten Salzstreuer auf dem Tisch, sondern auch in Wurstwaren und in Keksen.

2. Kaffee trinken ist gesund?

Kaffee ist wohl das beliebteste Getränk hierzulande und das nicht nur beim Frühstück. Statistisch gesehen trinkt fast jeder Bundesbürger ca. 160 Liter pro Jahr. Verglichen mit knapp 130 Litern Mineralwasser pro Jahr liegt der Kaffeekonsum vorn. Entgegen der gängigen Meinung noch vor einigen Jahren, dass Kaffee nicht zur Tagestrinkmenge gerechnet wird, ist mittlerweile überholt.

Kaffee macht uns wach, denn im Kopf verdrängt das mit Kaffee enthaltende Koffein das schläfrig machende Adenosin an den Nervenzellen. Hierdurch können wir unsere Aufmerksamkeit verbessern. Dieser Effekt kann nach einer gewissen Gewöhnung auch nur von kurzer Dauer sein.

Ein moderater Konsum mit drei bis vier Tassen Kaffee am Tag wirkt sich in der Regel positiv auf die eigene Gesundheit aus. Britische Forscher haben in Studien zum Thema Kaffee herausgefunden, dass dieser mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist. Weiterhin wird ein niedrigeres Risiko für Alzheimer, Parkinson und Zuckerkrankheiten vermutet.

Trotz der guten Eigenschaften sind die Studiendaten nicht einfach zu verallgemeinern, denn neben dem Konsum von Kaffee spielen weitere Faktoren, wie Bewegung und Ernährungsgewohnheiten, eine Rolle.
Gerade Schwangere sollten wissen, dass ein übermäßiger Kaffeegenuss sich negativ auswirken kann. Ein geringeres Geburtsgewicht ist nur eines der mögliche Folgen. Da Koffein die Ausscheidung von Kalzium und so den Knochenabbau fördert, sollten vor allem Frauen, welche an einer Knochenschwäche leiden nicht mehr als drei Tassen Kaffee pro Tag trinken, am besten mit Milch für die Extraportion an Kalzium.

Das Koffein im Kaffee hat eine antientzündliche Wirkung was sich nach wissenschaftlichen Untersuchungen positiv auf den Stoffwechsel der Leber auswirken kann.

Für die Stärke des Kaffees ist nicht nur die Zubereitung entscheidend, sondern auch die Kaffeesorte. Die Robustabohnen enthalten mehr Koffein als Arabicabohnen. Die Unterschiede sind aber marginal und über Geschmack lässt sich ja auch bekanntlich auch streiten. Wie trinken Sie Ihren Kaffee am Liebsten?

3. Food-Pairing

Aus dem Englischen übersetzt beschreibt Food Pairing eine Methode, wo Nahrungsmittel geschmacklich gut zusammenpassen. Möchten Sie in der heimischen Küche vielleicht mal was neues ausprobieren und gleichzeitig die Lebensmittelvielfalt genießen? Das Thema ist nicht neu, denn Sie haben sicherlich schon mal scharf und süß zusammen gegessen. Die Grundlage stellen sogenannte Schlüsselaromen dar. Eine Birne kann sehr viele Aromen enthalten, welche dann beim Verzehr durch unsere Nase erfasst werden können. Die Basis der Lebensmittelkombination stellt die Aromaforschung dar. Andersherum, wenn wir uns beim Essen die Nase zuhalten, können wir nur bitter, herzhaft, salzig, sauer und süß wahrnehmen. Wer die Nase frei hat kann spezifische Aromen geschmacklich differenzieren.
Schokolode ist kein schlechtes Lebensmittel per se, denn ist der Kakaoanteil sehr hoch enthält diese weniger Zucker und hat den Weg in die Küchen hierzulande gefunden. Die Variationsmöglichkeiten scheinen grenzenlos, ob mit Rosenkohl oder Knoblauch. Die Wissenschaft der Aromen, insbesondere Food Pairing klingt theoretisch und nicht immer ganz so geschmackvoll, aber jeder kann es.
Durch eine Auswahl von saisonalen Gemüse und Obstsorten mit Gewürzen der Welt gelingen Ihnen tolle Rezepte mit einem neuen und vielleicht auch tollen Geschmackserlebnis. Gerade frische Kräuter enthalten gesunde Inhaltsstoffe und man kann die Extraportion Salz sparen.

4. Bluthochdruck und Ernährung

Bluthochdruck gehört zu den Volkskrankheiten weltweit. Laut der „Studie zur Gesundheit Erwachsener Deutschland (DEGS1) des Robert-Koch-Instituts hat hierzulande jeder dritte Erwachsene einen Bluthochdruck (arterielle Hypertonie). Bluthochdruck bedeutet, dass die gemessenen Werte erhöht sind, der systolische Wert über 140 und der diastolische über 90 mmHg.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen eindeutig, dass eine ausgewogene Ernährung und gesunder Lebensstil die Einnahme von Blutdrucksenkenden Medikamenten bei leichtem Hochdruck verhindern und bei Patienten mit stärker erhöhten Werten sogar teilweise reduzieren kann.Die Ursachen für den Bluthochdruck sind vielfältig, aber bekannt. Diese reichen von den allgemeinen Risikofaktoren wie Adipositas, Nikotin, Alkohol und Bewegungsmangel bis hin zu hormonellen oder auch genetischen Ursachen.

Was können Sie selbst zur Optimierung des Blutdrucks tun?
Bringen Sie Schwung in Ihren Alltag und bewegen sich so oft wie möglich. Treppe statt Fahrstuhl, Fahrrad statt Straßenbahn und eine kleine Sporteinheit am Morgen rüttelt den Kreislauf wach. Auch für Bewegungsmuffel geeignet, denn fünf bis zehn Minuten am Tag sind besser als gar nichts.

Beim Essen bevorzugen Sie die mediterrane Küche, denn diese ist reich an Gemüse und oft kann Salz eingespart werden. Hier kommen aromatische Kräuter für den guten Geschmack zum Einsatz. In der Mittelmeerküche finden sich regelmäßig Omega-3-reiche Lebensmittel wie Fisch und Olivenöl. Kein Verzicht von Fleisch, aber im Auge behalten. Konsumieren Sie höchstens zwei bis drei Mal pro Woche mageres Fleisch. Meiden Sie Fertigprodukte, da diese oft einen hohen Anteil an verstecktem Zucker und Stabilisatoren enthalten. Achten Sie weiterhin auf einen ausreichende Trinkmenge und verteilen Sie diese über den Tag. Wer raucht und Bluthochdruck hat, sollte versuchen zu reduzieren oder noch besser zu verzichten. Das Nikotin beschleunigt unseren Herzschlag und durch die Verengung der Blutgefäße wird der Bluthochdruck noch verstärkt. Wer nun noch das Glas Wein im Auge hat, gegen ein Gläschen zu besonderen Anlässen ist nichts einzuwenden, von einem regelmäßigen Glas Wein ist aber abzuraten.

Meißners gesunde Rezepte

Anregungen zum Nachkochen

Rezept 1: 🍅 Mediterrane Tomatensuppe Zutaten (für 2 Personen)

300 g passierte Tomaten
1 kleine Zwiebel
125ml Gemüsebrühe
2 EL gehacktes Basilikum
nach Belieben: frische mediterrane Kräuter
Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Zwiebel fein hacken und zusammen mit den passierten Tomaten und der Gemüsebrühe in einem Topf zum Kochen bringen.Die Suppe mit Salz, Pfeffer, und frischen mediterranen Kräutern würzen.Basilikum kurz vor dem Servieren hinzugeben.

Rezept 2: ☕️ Kaffee-Smoothie Zutaten


1 Tasse kalten Filterkaffee
1 Banane
100 ml Milch, ggf. Laktosefrei (oder Haferdrink oder Mandeldrink)
½ TL Honig
1 Prise Zimt
ggf. mit Crush-Eis genießen

Zubereitung:

Kaffee normal kochen und abkühlen lassen. Die Banane schälen und klein schneiden. Kaffee, Banane, Honig, Prise Zimt und Milch in einen Mixer geben. Alles fein pürieren. Wer es flüssiger mag, den nimmt etwas mehr Kaffee oder mehr Milch. 

Rezept 3: 🥭 Ofenfrucht mit Mozzarella

Zutaten für 4 Personen:

  • 1 Mango
  • 2 Mozzarella
  • 2 EL Honig
  • 2 Zweige Thymian
  • 1 kleine Limette
  • 1 EL Olivenöl
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung:

  1. Ofen auf ca. 200 Grad Ober- und Unterhitze einstellen. Die Thymianblättchen von den Stielen entfernen und die kleine Limette auspressen. Nun Saft der Limette mit den Thymianblättchen, etwas Salz und 2 EL Honig vermengen. 
  2. Die reife Mango schälen, Stein entfernen und das Fruchtfleisch längs in gleiche Teile halbieren. Anschließend die Mangostreifen mit Öl benetzen und für ca. 7-9 Minuten in den Ofen geben. 
  3. In dieser Zeit die beiden Mozzarella aus der Packung nehmen, abtrocknen und in Scheiben schneiden. Anschließen die Mozzarellascheiben mit den Streifen der Mango anrichten. 
  4. Auf 4 kleine Teller verteilen und mit dem Thymian-Honig-Dressing beträufeln, Salz und Pfeffer nach Belieben und servieren.

Guten Appetit.

Rezept 4: 🍕 Mediterrane Pizza, einfach und lecker

Zutaten Boden:

  • 500 g Dinkelmehl
  • 300 ml Wasser (lauwarm)
  • ½ Päckchen Trockenhefe
  • 1 EL Olivenöl
  • Prise Salz und Pfeffer
  • Mediterrane Kräutermischung: frisch oder TK-Ware

Zutaten für den Belag:

  • 1 Dose passierte Tomaten
  • 1 Handvoll Gemüse: Je bunter desto schöner: Tomaten, Paprika, u.v.a.
  • Wer es herzhafter mag: Parmaschinken oder Salsiccia
  • geriebener Käse

Zubereitung:

  1. Das Mehl in eine große Schüssel geben.
  2. ½ Päckchen Hefe mit 300 ml lauwarmen Wasser vermengen einen Moment stehen lassen.
  3. Mehl, Wasser mit der Hefemischung, mediterrane Kräuter, Salz, Pfeffer und Öl vermengen und ca. 60 Minuten, am besten an einem warmen Ort, zugedeckt gehen lassen. Bis sich das Volumen deutlich vergrößert hat.
  4. Backofen kurz vorheizen bei 180 Grad Umluft und den Teig nochmals 5 Minuten kräftig durchkneten und teilen. Jetzt können beide Teigwaren mit dem Nudelholz (bitte an Mehl zum benetzen denken) ausgerollt werden. 
  5. Den fertigen Teig für ca. 8 Minuten in den Ofen und dann das Blech aus dem Ofen holen und die passierten Tomaten auf dem Boden verteilen. Den beiden Pizzen nach Geschmack belegen. Käse drüber und nochmals 10 Minuten backen, bis der Käse geschmolzen ist.

Guten Appetit!

Die Tipps und Ratschläge stammen vom MINQ-Experten und Ernährungsmediziner Dr. med. Carl Meißner, der in Magdeburg eine anerkannte „Schwerpunktpraxis für Ernährungsmedizin BDEM“ leitet und gerne kocht. Die Rezepte hat er alle selbst einmal gekocht und ausprobiert, bevor er sie an unsere Leser weitergibt. Foto: Rayk Weber

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