đ 7/2026
Was Schlaf ĂŒber Gesundheit verrĂ€t · PostâCOVID: Spurensuche im Energiestoffwechsel · Perfektionismus und Imposter: Erfolg mit Zweifel · Altruismus per Hirnstimulation · Gene beeinflussen Lebenserwartung · Der FirstâNightâEffect · Wie Jugendliche Fake News entlarven
đ 5 weekly picks
1 đ Was unser Schlaf ĂŒber unsere Gesundheit verrĂ€t đŽđ§Ź
Was kann im Schlaf ĂŒber unser Krankheitsrisiko vorhergesagt werden? Eine neue Studie liefert nun eine Antwort: Eine kĂŒnstliche Intelligenz namens SleepFM kann aus den Daten einer einzigen Schlafnacht erkennen, ob jemand in Zukunft ernsthaft erkranken könnte.
WĂ€hrend wir schlafen, sendet unser Körper eine FĂŒlle von physiologischen Signalen aus â Gehirnwellen, Herzschlag, einen bestimmten Atemrhythmus. Diese lassen sich mit einer Schlafmessung, der sogenannten Polysomnographie, aufzeichnen. Das Forschungsteam rund um den Schlafforscher Emmanuel Mignot und den James Zou, Professor of biomedical data science an der Stanford University in Kalifornien trainierte SleepFM mit den Schlafdaten von rund 65.000 Menschen â insgesamt kamen ĂŒber 585.000 Stunden Schlaf zusammen. Die KI lernte dabei, Muster zu erkennen fĂŒr ĂŒber 130 Erkrankungen zu erkennen. Mit starker statistischer Aussagekraft (C-Index â„ 0,75) wurde das Risiko zuverlĂ€ssig vorhergesagt â darunter GesamtmortalitĂ€t, Demenz, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, chronische Nierenerkrankung, Schlaganfall und Vorhofflimmern.
âAus KI-Sicht ist der Schlaf relativ wenig erforscht. Es gibt viele andere KI-Arbeiten, die sich mit Pathologie oder Kardiologie befassen, aber relativ wenig auf den Schlaf schauen, obwohl Schlaf ein so wichtiger Teil des Lebens ist. â
James Zou, PhD, Professor of biomedical data science und Co-Autor der Studie
SleepFM lernte im Wesentlichen die âSprache des Schlafesâ â Ă€hnlich wie groĂe Sprachmodelle die Sprache von Texten erlernen. Ein Schlaflabor-Besuch könnte in Zukunft nicht nur zur Diagnose von Schlafstörungen nĂŒtzlich sein, sondern zu einem umfassenden Gesundheits-Check werden â ganz im Schlaf.
đ Zur Pressemitteilung der Stanford University
Thapa, R., Kjaer, M.R., He, B. et al. A multimodal sleep foundation model for disease prediction. Nat Med (2026).
https://doi.org/10.1038/s41591-025-04133-4
2 đ Ist ein gestörter Energiestoffwechsel im Gehirn die mögliche Ursache kognitiver Post-COVID-Symptome? đ§ âĄ
SchĂ€tzungen zufolge entwickeln 5 bis 10 Prozent der SARS-CoV-2-Infizierten ein Post-COVID-Syndrom, das hĂ€ufig mit kognitiven Beschwerden wie Konzentrationsproblemen, verlangsamtem Denken und sogenanntem âBrain Fog" einhergeht. Die Ursachen dieser Symptome sind bislang unzureichend erforscht. Forschende des Zentralinstituts fĂŒr Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim haben im Rahmen der NEULOCO-Studie neue Erkenntnisse ĂŒber die neurologischen Grundlagen des Post-COVID-Syndroms gewonnen. Ihre Ergebnisse wurden im Januar 2026 in der Fachzeitschrift Biological Psychiatry veröffentlicht.
Das ZI-Team setzte die Phosphor-Magnetresonanzspektroskopie (31P-MRS) ein, ein spezielles bildgebendes Verfahren, das energiereiche Phosphate im lebenden Gehirn direkt messen kann. Zentrales Ergebnis: Bei Post-COVID-Betroffenen zeigte sich ein reduziertes VerhĂ€ltnis von ATP â dem zellulĂ€ren HauptenergietrĂ€ger â zu Phosphokreatin (PCr), einem kurzfristigen Energiespeicher. Diese VerĂ€nderungen traten besonders im Bereich des cingulĂ€ren Cortex auf, einer Hirnregion, die maĂgeblich an kognitiven Steuerungsprozessen beteiligt ist. Zudem korrelierten niedrigere ATP/PCr-Werte im vorderen cingulĂ€ren Cortex direkt mit schlechteren Leistungen in kognitiven Tests.
Etwa die HĂ€lfte der Patientengruppe erfĂŒllte zusĂ€tzlich die Kriterien fĂŒr ME/CFS und zeigte Ă€hnliche Stoffwechselmuster, was auf gemeinsame biologische Mechanismen hindeutet.
âDie Daten deuten darauf hin, dass es nicht um eine isolierte VerĂ€nderung geht, sondern um ein gröĂeres vernetztes System im Gehirnâ, sagt Dr. Wolfgang Weber-Fahr, Arbeitsgruppenleiter am ZI.
Die Forschenden betonen, dass die Studie zwar ZusammenhĂ€nge aufzeigt, aber noch keine abschlieĂende Ursache belegt. Als mögliche Faktoren werden Mitochondrienstörungen, EntzĂŒndungsprozesse oder DurchblutungsverĂ€nderungen diskutiert. Die Erkenntnisse sollen kĂŒnftig gezieltere TherapieansĂ€tze ermöglichen.
đ Zur Pressemitteilung des Zentralinstituts
Reduced ATP-to-phosphocreatine ratios in neuropsychiatric post-COVID condition: Evidence from 31P magnetic resonance spectroscopy. Weber-Fahr W, Dommke S, Sack M, Alzein N, Becker R, Demirakca T, Ende G, Schilling C. Biol Psychiatry. 2026 Jan 10.
DOI: https://doi.org/10.1016/j.biopsych.2026.01.004
3 đ Perfektionismus und das Imposter-Syndrom: Wenn Erfolg wie TĂ€uschung wirkt đŻđłïž
Dass Menschen ihre FÀhigkeiten hin und wieder infrage stellen, ist normal. Es gibt jedoch Menschen, die trotz erwiesener Leistungserfolge dauerhaft von massiven Selbstzweifeln geplagt sind. Eine Studie der University of Pennsylvania untersuchte nun den Zusammenhang zwischen verschiedenen Formen von Perfektionismus und dem sogenannten Imposter-Syndrom. Es beschreibt das PhÀnomen, bei dem sich erfolgreiche Menschen trotz nachweisbarer Leistungen als Hochstapler wahrnehmen und Angst haben, als solche entlarvt zu werden. Der Begriff wurde 1978 erstmals geprÀgt.
Die Studie unterscheidet drei Formen von Perfektionismus: Starrer Perfektionismus zeichnet sich durch das Festhalten an unerreichbaren Standards sowie extreme InflexibilitĂ€t im selbstbezogenen Anspruchsdenken aus. Den selbstkritischen Perfektionismus charakterisieren Fehlerangst, Selbstzweifel und die Annahme, von auĂen an unerreichbaren Standards gemessen zu werden. Diese beiden Formen werden auch unter dem Begriff "neurotischer Perfektionismus" zusammengefasst. Die dritte Variante ist der narzisstische Perfektionismus, der sich durch nach auĂen gerichteten Perfektionismus, Anspruchsdenken und GrandiositĂ€t kennzeichnet. Die Ergebnisse zeigen, dass vor allem neurotische Perfektionismusformen stark mit dem Imposter-Syndrom korrelieren: Betroffene versuchen, Fehler zu verbergen, unterschĂ€tzen ihre FĂ€higkeiten und deuten eigene Erfolge negativ um. Narzisstischer Perfektionismus hingegen zeigte keinen Zusammenhang mit dem Syndrom, da ein gefestigtes Selbstbild den typischen Selbstzweifeln direkt entgegenwirkt.
đ Zur Originalmeldung bei Forschung & Lehre
Imposterism and perfectionism: Imposterism predicts rigid and self-critical perfectionism, but not narcissistic perfectionism. Colin Xu et. al. https://doi.org/10.1016/j.paid.2025.113628
4 đ Neurowissenschaften: KĂŒnstlich erzeugter Altruismus â Stimulation macht Menschen messbar groĂzĂŒgiger đ§ âš
Warum handeln manche Menschen selbstloser als andere? Eine neue Studie aus China und der Schweiz zeigt: Altruismus lĂ€sst sich im Gehirn gezielt anstoĂen. Im Fachjournal PLOS Biology berichten die Forschenden, dass die gleichzeitige Stimulation von Frontal- und Parietallappen altruistisches Verhalten messbar erhöht. Getestet wurde dies im klassischen âDiktatorâSpielâ mit 44 Teilnehmenden, die echte GeldbetrĂ€ge aufteilen mussten. Wurden die Hirnareale synchron stimuliert, entschieden sich die Proband:innen etwas groĂzĂŒgiger als ohne Stimulation.
âDer Effekt war klein, aber deutlichâ, sagt Studienautor Christian Ruff von der UniversitĂ€t ZĂŒrich. Die optimale Frequenz und Methode mĂŒsse noch gefunden werden â das Team vermutet jedoch, dass stĂ€rkere Effekte möglich sind. Bislang hĂ€lt der altruistische Impuls nur kurz an; wiederholte Stimulation könnte jedoch lĂ€ngerfristige VerĂ€nderungen bewirken. Externe Expert:innen wie der DĂŒsseldorfer Psychologe Professor Tobias Kalenscher sprechen von einer âgut durchdachten Studieâ, die erstmals kausal zeigt, dass das Zusammenspiel beider Hirnareale GroĂzĂŒgigkeit beeinflusst. Langfristig könnten die Erkenntnisse therapeutisch relevant werden â etwa bei Störungen, die mit fehlender Empathie einhergehen. Gleichzeitig wirft die Arbeit ethische Fragen auf: Wie weit darf man in soziale Entscheidungen eingreifen? FĂŒr die Forschung ist sie dennoch ein wichtiger Schritt, die biologischen Grundlagen menschlicher Kooperation besser zu verstehen.
đ Zur Meldung bei Spiegel online
Hu J, Moisa M, Ruff CC (2026) Augmentation of frontoparietal gamma-band phase coupling enhances human altruistic behavior. PLoS Biol 24(2): e3003602.
https://doi.org/10.1371/journal.pbio.3003602
5 đ Unsere Gene beeinflussen die Lebenserwartung viel stĂ€rker als gedacht đ§Źâł
Eine neue Analyse skandinavischer Zwillingsdaten legt nahe, dass unsere Gene deutlich mehr zur Langlebigkeit beitragen als bislang angenommen: Wenn man TodesfĂ€lle durch UnfĂ€lle, Infektionen oder Gewalt (âextrinsische Sterblichkeitâ) statistisch herausrechnet, steigt die Erblichkeit der intrinsischen Lebensspanne â also der Lebensdauer, die durch innere Alterungsprozesse und altersassoziierte Krankheiten begrenzt wird â auf rund 55 Prozent.
Ben Shenhar vom Weizmann Institute of Science in Rehovot, Israel und sein Kolleg:innen stĂŒtzen sich auf ĂŒber ein Jahrhundert Sterbedaten aus dĂ€nischen und schwedischen Zwillingsregistern sowie auf die SATSA-Studie mit Zwillingen, die teils getrennt aufwuchsen.
Im Ergebnis von Shenhars Studie rĂŒckt die Lebensspanne damit in die gleiche Liga wie Blutdruck oder BMI: etwa die HĂ€lfte der VariabilitĂ€t scheint genetisch bedingt, die andere HĂ€lfte entfĂ€llt auf Umwelt, Lebensstil, Zufall und komplexere Gen-Umwelt-Interaktionen. FĂŒr die Alternsforschung ist das ein starkes Signal: Die Suche nach Langlebigkeitsgenen und genetisch beeinflussten Alterungsmechanismen dĂŒrfte ein zentraler Hebel fĂŒr zukĂŒnftige PrĂ€vention, Risikostratifizierung und potenzielle Anti-Aging-Interventionen sein.
đ Zur Pressemitteilung des Weizmann-Institute
Ben Shenhar et al., Heritability of intrinsic human life span is about 50% when confounding factors are addressed. Science391, 504-510(2026).
DOI: 10.1126/science.adz1187
PLUS âŠ
đŹ Ăber unseren Tellerrand
1ïžâŁ đ”âđ€đ§Ź Der âFirstâNightâEffectâ: Warum die erste Nacht fast ĂŒberall schlecht ist đŽđ§
Die erste Nacht in einer neuen Umgebung fĂŒhlt sich selten erholsam an â und das ist kein Zufall. Forschende haben nun im MĂ€usegehirn einen neuronalen âWĂ€chterâ entdeckt, der uns in fremder Umgebung wach hĂ€lt. Der Effekt ist evolutionĂ€r tief verankert: In unbekannten Situationen könnten Gefahren lauern, daher bleibt das Gehirn in Alarmbereitschaft. Neurobiologen vermuteten diesen Mechanismus schon lĂ€nger, doch erst jetzt zeigt sich, wie er funktioniert.
Im Zentrum steht die erweiterte Amygdala â ein Hirnkomplex, der Angst, Stress, Wachsamkeit und Schlaf reguliert. Beim ersten Schlaf in ungewohnter Umgebung feuert dort eine bestimmte Neuronengruppe verstĂ€rkt. Diese IPACLâCRFâNeuronen schĂŒtten den Botenstoff Neurotensin aus, der anregend wirkt und den Sympathikus aktiviert. Der Signalweg reicht bis in die Substantia nigra, eine Region, die Wachsamkeit und Bewegung steuert und Dopamin produziert. Ist dieser Schaltkreis aktiv, bleiben die Tiere â und vermutlich auch wir â leichter wach, schlafen flacher und schrecken schneller hoch. Blockierten die Forschenden diesen Mechanismus, schliefen die MĂ€use selbst in fremder Umgebung tief und ungestört.
Der Befund legt nahe, dass auch beim Menschen ein Ă€hnlicher âeingebauter WĂ€chterâ aktiv ist, der erst nach der Eingewöhnung abschaltet. Damit liefert die Studie eine ĂŒberzeugende ErklĂ€rung fĂŒr den bekannten âFirstâNightâEffectâ â und zeigt, wie eng Schlaf, Sicherheit und evolutionĂ€re Schutzprogramme verknĂŒpft sind.
đ Weiterlesen auf den Seiten von Scinexx
C.J. Hung, S. Ueda, S.M. Rahaman, M. Yamamoto, J. Li, N. Fukatsu, H. Bito, H. Yamaguchi, A. Yamanaka, S. Takemoto-Kimura, & D. Ono, Neurotensin in the extended amygdala maintains wakefulness in novel environments, Proc. Natl. Acad. Sci. U.S.A. 123 (6) e2521268123, https://doi.org/10.1073/pnas.2521268123 (2026).
2ïžâŁ đ±đ Medienkompetenz im Klimakontext: Wie Jugendliche Fake News entlarven đ§©đđ§
Wie unterscheiden wir Glauben, Meinung und Wissen â und warum ist das beim Klimawandel so entscheidend? Eine partizipative Bildungsveranstaltung in Frankfurt brachte ĂŒber 100 SchĂŒler:innen mit Expert:innen aus Medien und Wissenschaft zusammen, um genau diese Fragen zu diskutieren.
Im Fokus stand der Umgang mit Fake News, deren Verbreitung Schulen und Bildungseinrichtungen zunehmend herausfordert. Organisiert von Umweltlernen Frankfurt, dem Museum fĂŒr Kommunikation und dem Institut fĂŒr sozial-ökologische Forschung ISOE bot das Format einen direkten Austausch zwischen Jugendlichen und Fachleuten. Der Tag startete mit einem SpeedâDating, bei dem die Teilnehmenden Journalist:innen, Wissenschaftler:innen und Kommunikationsprofis kennenlernen konnten. In thematischen Sessions ging es um Zeitungsâ und Fotojournalismus, Social Media, KI, Pseudowissenschaft und Wissenschaftskommunikation.
đ Zur Pressemeldung des Instituts fĂŒr sozial-ökologische Forschung
đŹ In unserer Mailbox
1ïžâŁ đ§ đ§ Geschlecht als blinder Fleck: DGIM fordert Umdenken đŁđ©ș
Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Innere Medizin (DGIM) kritisiert, dass geschlechtsspezifische Unterschiede in KrankheitsverlĂ€ufen und Therapieansprechen noch immer zu wenig berĂŒcksichtigt werden. Auf ihrer JahresâPressekonferenz forderte sie, diese Aspekte stĂ€rker in Forschung, Leitlinien und Versorgung zu verankern.
Biologische und hormonelle Faktoren beeinflussen zahlreiche Erkrankungen â von kardiometabolischen Risiken in der Menopause bis zu Osteoporose bei MĂ€nnern mit sinkendem Testosteronspiegel. Trotz wachsender Evidenz werden solche Unterschiede laut DGIM zu selten systematisch untersucht. Die Fachgesellschaft sieht Forschungsbedarf bei Stoffwechselprozessen, Krebsentstehung und Autoimmunerkrankungen. Auch in der Versorgung bestehen Defizite: Die klinische Praxis orientiere sich hĂ€ufig am âStandardpatientenâ. Frauen erreichen etwa bei Diabetes seltener empfohlene Therapieziele.
Die neu gegrĂŒndete DGIMâKommission Geschlechtersensible Medizin soll Evidenz bĂŒndeln und praxisnahe Empfehlungen entwickeln. Beim ersten Symposium in Berlin wurde deutlich, wie groĂ die LĂŒcken sind â von fehlenden Referenzwerten bis zu KIâSystemen, die bei Frauen schlechter funktionieren. Der Tenor: Geschlechtersensible Medizin ist Voraussetzung personalisierter Versorgung â ihr Fehlen birgt das Risiko von Fehlbehandlungen
đș Zum Symposium âGeschlechtersensible Medizin in der Inneren Medizin: Luxus oder Notwendigkeit"
đŁ AnkĂŒndigungen
1ïžâŁ đ§ŹđŹ Humangenetik 2026: Translation, PrĂ€zisionsdiagnostik, Zukunftsmedizin đ§ŹđŹ
Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Humangenetik (GfH) rĂŒckt eine Phase beschleunigter klinischer Translation in den Mittelpunkt. Humangenetik prĂ€gt Diagnostik, Therapieentscheidungen und zunehmend auch PrĂ€ventionsstrategien â quer durch alle medizinischen Disziplinen.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Diagnostik seltener Erkrankungen mittels NextâGeneration Sequencing und ergĂ€nzender MultiâOmicsâAnsĂ€tze. Diskutiert werden praxisnahe Pfade von der Variantendetektion ĂŒber funktionelle Validierung bis zur Implementierung in die Versorgung â inklusive QualitĂ€tsstandards, Ethik, Dateninfrastruktur und HealthâEconomics.
đ Zum Wissenschaftlichen Programm
đ Wann: 4. bis 6. MĂ€rz 2026
đ Wo: Science Congress Center Munich, Walther-Von-Dyck StraĂe 10, 85748 Garching
2ïžâŁ Psychosomatik 2026: Grenzerfahrungen neu denken đ đ§
Grenzerfahrungen prĂ€gen Lebenswege â ob durch Krankheit, Verlust, Migration, therapeutische Prozesse oder globale Krisen. Der Deutsche Kongress fĂŒr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie 2026 stellt diese ĂbergĂ€nge ins Zentrum und fragt, wie Menschen sie bewĂ€ltigen und welche Ressourcen dabei entstehen.
Ein besonderer Fokus gilt den psychodynamischen Nachwirkungen der deutschâdeutschen Teilung â einer kollektiven Grenzerfahrung, die bis heute wirkt. Diskutiert werden gesundheitliche Folgen, BewĂ€ltigungsstrategien und neue RĂ€ume fĂŒr psychosomatische Versorgung, Forschung und Therapie. Das Programm verbindet Neurowissenschaften, Psychotherapieforschung, Kulturâ und Gesellschaftsanalyse in vielfĂ€ltigen Formaten.
đ Zum Wissenschaftlichen Programm
đ Wann: 4. bis 6. MĂ€rz 2026
đ Wo: Henry-Ford-Bau, GarystraĂe 35, 14195 Berlin
đ€ IchalsPatient:in
1ïžâŁ â€ïžâđ©čTelemedizin & PrĂ€vention: Magdeburg startet gröĂte HerzâKreislaufâStudie Deutschlands đđČ
Die UniversitĂ€tsmedizin Magdeburg untersucht in der bislang gröĂten deutschen Studie zur telemedizinischen PrĂ€vention, wie digitale Betreuung Herzinfarkte und SchlaganfĂ€lle verhindern kann. Die DIKAPâStudie richtet sich an Menschen ab 40 Jahren mit Bluthochdruck und mindestens einem weiteren Risikofaktor â etwa Ăbergewicht, Rauchen, Diabetes oder Bewegungsmangel.
SachsenâAnhalt ist besonders betroffen: HerzâKreislaufâErkrankungen gehören dort zu den hĂ€ufigsten Todesursachen. âBis zu 80âŻ% aller Herzerkrankungen wĂ€ren durch PrĂ€vention vermeidbarâ, sagt Dr. Patrick MĂŒller, Studienleiter und Kardiologe der UniversitĂ€tsklinik fĂŒr Kardiologie und Angiologie. Schon eine Senkung des systolischen Blutdrucks um 10âŻmmHg reduziere das Risiko fĂŒr Herzinfarkt oder Schlaganfall um bis zu 30âŻ%. Genau hier setzt DIKAP an: digitale Schulungen, telemedizinisches Monitoring und regelmĂ€Ăige Ă€rztliche Visiten sollen eine personalisierte PrĂ€vention ermöglichen.
Ăber eine Telemedizinplattform werden Blutdruck, Gewicht, AktivitĂ€t und Medikation kontinuierlich erfasst. Die Wirksamkeit wird mit moderner Diagnostik geprĂŒft â darunter MRTâScans, GefĂ€Ăanalysen und Laborparameter. Ziel ist es, erfolgreiche digitale PrĂ€ventionsmodelle langfristig in die Regelversorgung zu ĂŒberfĂŒhren. Beteiligt sind auch das Institut fĂŒr Inflammation und Neurodegeneration sowie das Deutsche Zentrum fĂŒr Neurodegenerative Erkrankungen. Gefördert wird das Projekt ĂŒber den EuropĂ€ischen Fonds fĂŒr regionale Entwicklung (EFRE).
đ Aktuell sucht das Team noch Teilnehmende; Kontakt fĂŒr Studieninteressierte: Vanessa Fischer, UniversitĂ€tsklinik fĂŒr Kardiologie und Angiologie Magdeburg, Tel.: 0391/6724860
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