Foto der Woche Mike Hindle

🗞 6/2026

"Macht euch nicht zu viele Sorgen" - Was alte Menschen den Jungen raten · Kodex gegen Krebs · #gutbehandelt - Initiative für mehr Empathie bei Adipositas · Neuer Blick: Auf die Lebensqualität im Alter focussieren · Neuer Tred: Männer im Schönheitsboom · Eisbaden: Trend zwischen Mythos und Risiko

Mirjam Bauer Karl-Richard Eberle

📌 5 weekly picks

1 📌 💭 „Macht euch nicht zu viele Sorgen“ - was alte Menschen den Jungen raten🌿🧠🌱

"Macht euch nicht zu viele Sorgen!" - Dieser Satz taucht im Legacy Project am häufigsten auf. Geäußert wurde er von Menschen, die 80, 90 oder mehr Jahre gelebt haben. In dem Projekt wurden über 1200 ältere und hochbetagte Amerikaner gefragt, was man tun könne, um im Alter keine Reue zu empfinden und was sie gerne an jüngere Menschen weitergeben möchten? Gesammelt wurden die Antworten von dem Gerontologen Karl Pillemer an der Cornell University. Pillemers Ziel ist es seit 2004, praktische Lebensweisheit älterer Menschen systematisch zu sammeln und auszuwerten, bevor dieses Erfahrungswissen verloren geht. Der häufigste und von der überwiegenden Anzahl der Teilnehmer übereinstimmend geäußert Fehler war: kostbare Zeit mit Sorgen über Dinge zu verschwenden, die nie eingetreten sind. Die ältesten Erwachsenen in dem Projekt hatten die Weltwirtschaftskrise, den Zweiten Weltkrieg und unzählige persönliche Herausforderungen miterlebt. Sie waren sich einig in ihrer Botschaft: Sorgen verändern selten etwas, rauben aber immer die Freude am Augenblick.

➡️ Das Legacy Project lädt Menschen (ältere wie jüngere) dazu ein, Geschichten und Weisheiten in einem Formular auf der Website zu teilen. Man kann selbst online Beiträge einreichen oder Menschen ermutigen, ihre Lebenserfahrungen und Lektionen über das Projektportal zu teilen.

👉Über das Projekt in Psychologie Today

👉 Zum Legacy Project der Cornell-University. Auf der Seite sind die Empfehlungen der Alten für ein besseres Leben systematisch zusammengefasst.

2 📌 Handlungsempfehlungen gegen Krebs 🚭 🏃‍♀️ 🥦

Pünktlich zum Weltkrebstag am 4. Februar liegt die aktualisierte, fünfte Auflage des Europäischen Kodex gegen Krebs in deutscher Sprache vor. Der Kodex wird von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO veröffentlicht und enthält 14 wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen, mit denen Menschen ihr persönliches Krebsrisiko senken können.

Erstmalig richtet sich die IARC mit dem Krebskodex erstmals ausdrücklich an die Politik. Sie fordert wirksame gesetzliche Maßnahmen, damit gesunde Entscheidungen im Alltag leichter fallen. Der Kodex bündelt die evidenzbasierten Empfehlungen, die von klassischem Lebensstil (Nichtrauchen, Bewegung, gesunde Ernährung, UV-Schutz) bis zu neuen Risikofaktoren reichen. Neu aufgenommen wurden u. a. Umweltverschmutzung, der vollständige Verzicht auf Alkohol, die Warnung vor E-Zigaretten sowie klare Empfehlungen gegen die Nutzung von Solarien. Auch spezifische Hinweise für Frauen – etwa zum Stillen und zu Hormonersatztherapien – sind Teil der aktualisierten Fassung. Die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) fordern, dass Deutschland seine Präventionspolitik stärker an den Empfehlungen der WHO ausrichtet, um das Potenzial der Krebsprävention auszuschöpfen. Für Prof. Dr. med. Dr. h. c. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des DKFZ steht fest, dass viele der Krebserkrankungen durch Prävention und Früherkennung verhindert oder deutlich abgemildert werden könnten:

„Allein im Jahr 2023 erhielten rund 520.000 Menschen in Deutschland die Diagnose Krebs. Zwei von fünf dieser Erkrankungen wären durch gesundheitsbewusstes Verhalten vermeidbar gewesen.”
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Michael Baumann

👉 Zur gemeinsamen Pressemitteilung von DKFZ und Deutscher Krebshilfe

👉 Zum European Code Against Cancer und zur deutschsprachigen Übersicht des European Code

3 📌  🔄 #gutbehandelt - Initiative fordert mehr Empathie bei Adipositas-Behandlung 💛🤝

Adipositas ist seit Jahren medizinisch eindeutig als chronische Erkrankung anerkannt. Und doch erleben Betroffene im Versorgungsalltag häufig etwas anderes: Schuldzuweisungen, Bagatellisierung, Schweigen. Aktuelle Daten aus dem Adipositas-Barometer 2026 zeigen, dass zwar 91 Prozent der Betroffenen wissen, dass Adipositas eine Krankheit ist, dennoch halten 58 Prozent sie für selbstverschuldet.

„Adipositas ist biologisch hochkomplex. Sie auf Willensschwäche zu reduzieren, ist medizinisch falsch und menschlich problematisch“, sagt der langjährige MINQ-Spezialist Prof. Dr. Matthias Blüher, Endokrinologe und Leiter der Adipositas-Ambulanz am Universitätsklinikum Leipzig. Für viele Menschen mit einem BMI über 30 sei eine nachhaltige Gewichtsreduktion allein durch Lebensstiländerungen physiologisch kaum möglich. Empathie bedeute hier nicht Nachsicht, sondern fachliche Ernsthaftigkeit. Mit dem Start der Initiative #gutbehandelt fordern Ärztinnen, Ärzte und Patientenvertretungen nun einen grundlegenden Perspektivwechsel – weg von moralischen Bewertungen, hin zu einer empathischen, leitliniengerechten Behandlung auf Augenhöhe.

Auch strukturelle Defizite verschärfen das Problem. Fehlende Erstattungsmodelle und therapeutische Zurückhaltung führen zu einer sogenannten Clinical Inertia: wirksame Behandlungen beginnen oft erst, wenn Folgeerkrankungen längst manifest sind. Hausärzte sehen sich dabei häufig zwischen Anspruch und Realität gefangen. Besonders eindrücklich wird von den Initiatoren auf die Situation der Betroffenen hingewiesen. Viele berichten, dass sie sich im Sprechzimmer nicht respektiert fühlen – und medizinische Hilfe deshalb meiden. „#gutbehandelt heißt: gesehen werden, verstanden werden, ernst genommen werden“, sagt Marion Rung-Friebe vom Adipositas Verband Deutschland.

4 📌 🧓⚖️ Bioethikkommission fordert neuen Blick aufs Alter 🔍

Altern ist mehr als biologischer Verfall – zu diesem Schluss kommt die Bioethikkommission Rheinland‑Pfalz in ihrem neuen Abschlussbericht. Diese beschreibt das Alter als Lebensphase, die sich zunehmend präventiv beeinflussen lässt. Daraus leitet die Kommision einen klaren ethischen Auftrag ab: Prävention muss ins Zentrum rücken. Nur so lasse sich Lebensqualität sichern und die Belastung der Gesundheitssysteme reduzieren.

Justizminister Philipp Fernis betonte bei der Vorstellung die Bedeutung von Forschungsfreiheit und individueller Selbstbestimmung. Jeder Mensch müsse frei entscheiden können, wie er neue Erkenntnisse für sein Leben nutzt. Der Bericht markiere zudem einen Perspektivenwechsel: Ziel sei nicht, Sterblichkeit hinauszuschieben. Im Fokus stehe die Verlängerung der Gesundheitsspanne – möglichst lange gesund und selbstbestimmt leben.

Rheinland‑Pfalz sieht die Kommission dafür gut aufgestellt, dank starker Forschungslandschaft rund um Mainz. Besonders betont wird das Recht auf Nichtwissen und der freiwillige Umgang mit präventiver Medizin. Elf Empfehlungen reichen von Prävention über Verteilungsgerechtigkeit bis zu sozialpolitischen Maßnahmen. Gefordert wird auch ein Ausbau psychosozialer Beratungsangebote für „Healthy Aging“. Das Lebensalter dürfe nie Kriterium für die Zuteilung medizinischer Leistungen sein.

Beim Thema selbstbestimmtes Sterben plädiert die Kommission für den Grundsatz „Im Zweifel für die Würde“. Weitere Empfehlungen betreffen Alternsforschung, Datenschutzstrukturen und den Einsatz von KI unter klaren Regeln. Der Bericht ordnet all dies in einen breiteren Wandel der Medizin ein – hin zu proaktiven Strategien. Prädiktive Tests und vorbeugende Therapien seien längst Alltag, aber schwerer zu bewerten als kurative Maßnahmen. Zugleich stelle die präventive Medizin das solidarische Gesundheitssystem vor neue ethische Herausforderungen.

🔗 Weiterlesen auf den Seiten des Ärzteblatts

👉  Zum gesamten Bericht der Bioehtik-Kommission des Landes Rheinland-Pfalz

5 📌 💉🌍 Globaler Hype: Männer im Schönheitsboom🧔‍♂️

Die Schönheitschirurgie erlebt einen massiven Wandel – und Männer treiben ihn voran. Innerhalb von nur sechs Jahren hat sich die Zahl ihrer ästhetischen Eingriffe fast verdoppelt. Besonders stark wächst die Nachfrage bei jungen Männern und in Regionen, wie Lateinamerika und dem Nahen Osten.

Laut neuen Daten der Internationalen Gesellschaft für ästhetisch‑plastische Chirurgie (IMCAS), vorgestellt auf der Jahrestagung in Paris, stiegen chirurgische Eingriffe bei Männern seit 2018 um 95 Prozent. Nichtinvasive Behandlungen wie Botox, Filler oder Laser legten sogar um 116 Prozent zu. Auch Frauen lassen sich häufiger behandeln, allerdings mit deutlich geringerem Wachstum: plus 59 Prozent bei Operationen, plus 55 Prozent bei minimalinvasiven Methoden.

Die Expert:innen sehen darin einen klaren gesellschaftlichen Trend: Männer zwischen 30 und 40 entdecken ästhetische Medizin früher und selbstverständlicher als jede Generation vor ihnen. Globaler Spitzenreiter bleibt die USA – sie vereint 45 Prozent aller Schönheitsoperationen und dominiert mit 56 Prozent auch den Markt für Botox.

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1️⃣ ❄️ Eisbaden: Trend zwischen Mythos und Risiko🔬⚠️

In Skandinavien und Russland gehört Eisbaden seit Langem zur Kultur, inzwischen boomt der Trend auch hierzulande. Der Sprung in null Grad kaltes Wasser löst im Körper einen intensiven Stressreiz aus – viele berichten anschließend von Glücksgefühlen. Online kursieren zudem Behauptungen über ein stärkeres Immunsystem, weniger Schmerzen und Schutz vor Depressionen. Das österreichische Department für evidenzbasierte Medizin und Evaluation der Universität Krems untersuchte, wie belastbar diese Aussagen wirklich sind.

Die Analyse zeigt: Die vorhandenen Studien liefern kaum aussagekräftige Ergebnisse. Teilnehmende unterschieden sich bereits vor Studienbeginn stark – ein fairer Vergleich war nicht möglich. Keine Untersuchung prüfte, ob Eisbaden tatsächlich Infektionen vorbeugen kann. Stattdessen wurden wenig aussagekräftige Blutwerte erhoben, die sich teils widersprachen.

Auch zur Frage, ob Kältebäder Depressionen lindern oder verhindern, fehlen belastbare Daten. Zwei Studien erfassten lediglich kurzfristige Stimmungseffekte bei gesunden Personen – mit gegensätzlichen Resultaten. Damit bleibt offen, ob Eisbaden gesundheitlich nützt oder nicht. Klar ist hingegen: Für Menschen mit Herzproblemen kann der Kälteschock gefährlich werden. Gleichzeitig birgt auch für Gesunde der erste Atemreflex im Eiswasser Risiken. Wer zu lange im Wasser bleibt, riskiert zudem eine Unterkühlung. Eisbaden bleibt damit ein Trend, der wissenschaftlich bislang wenig untermauert ist.

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2️⃣ 📸 Fotowettbewerb der British Ecological Society - 🐍 Tarnkünstler der Tropen 🦋🐛🦋🐛

The False Eye von Sritam Kumar Sethy, Quelle: British Ecological Society

Was hier auf einem Blatt lauert, ist eine Raupe – aber eine, die sich als Mini‑Schlange tarnt. Die Larve des Kleinen Mormonen (Papilio polytes) hat ihren Körper so modelliert, dass er einem Schlangenkopf verblüffend ähnelt: breiter „Rumpf“, falsche Augen, perfekte Drohkulisse. Wespen und andere Fressfeinde lassen sich davon zuverlässig einschüchtern. Zu Hause ist der spätere Falter in den tropischen Regenwäldern Asiens. Aus der grünlichen Raupe wird ein bis zu zehn Zentimeter großer Schmetterling, dessen Färbung je nach Region stark variiert. Doch schon die Raupe ist ein Meister der Täuschung: Wird sie bedroht, klappt sie ihr leuchtend rotes, Y‑förmiges Osmaterium aus – ein Wehrorgan, das scharf riecht und die Schlangenkopf‑Illusion perfekt macht.

Das spektakuläre Porträt dieser Tarnkünstlerin stammt von Sritam Kumar Sethy (Berhampur University) und wurde beim Wildtier‑Fotowettbewerb der British Ecological Society ausgezeichnet. Bei der Jahrestagung 2025 wählten die Teilnehmenden das Bild zum Publikumsliebling.

Neben dem Raupen‑Star prämierte die Jury Motive aus neun Kategorien – von „Tiere“ über „Mobile Ökologie“ bis „Ganz nah dran“. Darunter: ein Wallace‑Flugfrosch mit Fallschirm‑Füßen, ein geretteter Schimpanse bei der tierärztlichen Untersuchung und ein Vogelschwarm, beobachtet von einer trinkenden Löwin (👉 Zur Fotogalerie).

🔗 Weiterlesen auf den Seiten der British Ecological Society und Scinexx

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1️⃣ 🍄🌡️ Klimawandel begünstigt neue Pilzerreger – Studie warnt vor neuen Krankheiten🚨🍄

Steigende Temperaturen verändern die Welt der Pilze – und erhöhen das Risiko für Infektionen bei Pflanzen, Tieren und Menschen. Während viele Pilze wichtige ökologische Funktionen erfüllen, können einige Arten bei geschwächtem Immunsystem schwere Erkrankungen auslösen.

Ein Forschungsteam der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie hat nun untersucht, warum bestimmte Arten im Zuge des Klimawandels pathogen werden könnten. Analysiert wurden Pilze der Ordnung Trichosporonales, zu der harmlose Bodenbewohner ebenso gehören wie gefährliche Erreger.

Überraschend zeigte der Genomvergleich kaum Unterschiede in der genetischen Ausstattung. Entscheidend ist vielmehr, wie effizient Pilze ihre Gene nutzen und Proteine produzieren. Pathogene Arten optimieren gezielt ihren Fettstoffwechsel – ein Vorteil in der lipidreichen Umgebung des menschlichen Körpers. Diese Anpassung ermöglicht eine schnelle Evolution hin zu krankmachenden Eigenschaften.

Im Labor bestätigte sich: Pilze mit optimiertem Fettstoffwechsel wachsen deutlich besser unter körperähnlichen Bedingungen. Damit könnte der Schritt vom harmlosen Umweltpilz zum Erreger kleiner sein als bisher angenommen. Angesichts zunehmender Resistenzen und steigender Temperaturen ist das ein ernstes Warnsignal. Die Forschenden erwarten, dass neue Pilzkrankheiten künftig häufiger auftreten. Ziel sei es nun, Arten mit riskanten genetischen Signaturen frühzeitig zu identifizieren.

🔗 Zur Pressemeldung der CAU Kiel

📝
Zur Originalpublikation:
Marco Alexandre Guerreiro, Andrey Yurkov, Minou Nowrousian, Kirk Broders and Eva H. Stukenbrock (2026): Genomic and physiological signatures of adaptation in pathogenic fungi. Nature Communications. First published: 15 January 2026
https://doi.org/10.1038/s41467-026-68330-6

2️⃣ 📊💡 Forschungslücke Geschlecht – DGIM macht Druck🧬⚖️

Frauen und Männer erkranken oft unterschiedlich – doch Medizin und Forschung bilden das noch zu selten ab. Auf ihrer Jahres-Pressekonferenz betonte die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM), dass Geschlechtersensibilität ein Kernbestandteil personalisierter Medizin ist. Nur so lasse sich Unter- und Fehlversorgung vermeiden und Versorgung wirklich verbessern. Gerade bei häufigen Erkrankungen wie Diabetes, Herzinsuffizienz oder Krebs fehlen noch zentrale Erkenntnisse. DGIM‑Vorsitzende und MINQ-Spezialistin Professor Dr. Dagmar Führer-Sakel (Universitätsklinikum Essen) verwies auf hormonelle Unterschiede, die Prävention und Therapie beeinflussen. Bei Frauen verändern sich etwa rund um die Menopause Blutdruck, Fettstoffwechsel und Blutzuckerwerte. Bei Männern steigt im Alter durch sinkendes Testosteron das Osteoporoserisiko.

Viele dieser Mechanismen seien jedoch noch unzureichend erforscht. Die neue DGIM‑Kommission Geschlechtersensible Medizin will diese Lücken schließen. Sie fordert geschlechtersensible Leitlinien, Forschung und Fortbildung – und mehr inklusive Studien. Frauen seien in klinischen Studien noch immer unterrepräsentiert, was Diagnostik und Therapie verzerrt. Auch soziokulturelle Faktoren müssten stärker berücksichtigt werden. Präzisere Diagnosen und individuellere Therapien könnten Versorgung effizienter machen. Die DGIM unterstützt daher Studienprotokolle, die Frauen konsequent einschließen. Parallel treibt die Fachgesellschaft Reformen in Weiterbildung und Gesundheitswesen aktiv voran.

🔗 Zur Pressemeldung der DGIM

📣 Ankündigungen

1️⃣ 🎗️Krebsmedizin im Wandel: Blick auf den 37. Deutschen Krebskongress🔬🚀🤝

Die Krebsmedizin steht vor einem tiefgreifenden Umbruch: Alternde Gesellschaft, steigende Fallzahlen, komplexere Therapien. Fast jede Familie ist heute von einer Krebsdiagnose betroffen – und trotz großer Fortschritte bleibt der Bedarf an Innovation enorm. Moderne personalisierte Medizin trifft zunehmend auf knappe Ressourcen und Fachkräftemangel.

Der Deutsche Krebskongress 2026 will genau hier ansetzen und neue Impulse setzen. In Berlin kommen Expert:innen aus Medizin, Pflege, Politik und Betroffenenorganisationen zusammen. Im Mittelpunkt steht laut Kongresspräsidentin und MINQ-Spezialistin Professor Dr. Anke Reinacher-Schick (Katholisches Klinikum Bochum) eine Onkologie, die Forschung und Versorgung konsequent patientenzentriert denkt. Besonders wichtig ist die Förderung des Nachwuchses – die Onkologie braucht frische Energie und neue Perspektiven.

Mit der Initiative „1000 junge Leute zum DKK“ wird ein starkes Signal an die nächste Generation gesendet. Diskutiert werden Chancen und Grenzen künstlicher Intelligenz sowie Fragen der Versorgungsgerechtigkeit. Auch die Vielfalt der Betroffenen und die Herausforderungen für Cancer Survivor rücken in den Fokus. Zentrale Themen sind zudem Prävention, Translation und der schnelle Transfer von Forschung in die klinische Praxis. Innovative Therapien – von zellulären Verfahren bis zur frühen Palliativmedizin – werden kritisch beleuchtet.

Ziel bleibt, medizinische Fortschritte allen Menschen zugänglich zu machen, unabhängig von Herkunft oder Wohnort. Gleichzeitig gilt es, begrenzte Ressourcen verantwortungsvoll einzusetzen.

👉 Zu Kongresshomepage und Wissenschaftlichem Programm

📅 Wann: 18. bis 21. Februar 2026

📍 Wo: CityCube Berlin, Messedamm 26, 14055 Berlin

2️⃣ 🧠 DGKN26: Neurophysiologie trifft Zukunft⚡🤝🌐

Der Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN) gilt als Pflichttermin für alle, die klinische Neurophysiologie leben. Ende Februar wird Augsburg zum Treffpunkt für Diagnostik, Therapie und Forschung. Vorträge, Diskussionen, Seminare und Fortbildungskurse liefern kompakte Updates für den klinischen Alltag. Industriesymposien und eine große Ausstellung zeigen, wohin sich die moderne Neurotechnologie entwickelt.

Der Kongress richtet sich an alle, die diagnostisch, therapeutisch oder wissenschaftlich arbeiten. Neu im Programm: das Rising‑Star‑Symposium für herausragende Nachwuchsforschende. Damit setzt die DGKN ein deutliches Zeichen für Talentförderung und wissenschaftliche Zukunft. Zudem wird das wissenschaftliche Programm um fortbildungsbasierte Symposien erweitert.

👉 Zu Kongresshomepage und Wissenschaftlichem Programm

📅 Wann: 25. bis 27. Februar 2026

📍 Wo: Kongress am Park, Gögginger Str. 10, 86159 Augsburg

🤕 IchalsPatient:in

1️⃣ 🍽️ Food Addiction und Binge Eating: Auf der Spur suchtähnlicher Essmuster 🔍 🧩🍽️

Warum fällt es manchen Menschen schwer, bei bestimmten Lebensmitteln aufzuhören? Und weshalb kann Essen sich manchmal wie eine Art Sucht anfühlen? Diesen Fragen geht das Forschungsprojekt FABEDO der Universität Bamberg nach. Untersucht werden suchtähnliche Mechanismen bei Adipositas – ein global wachsendes Gesundheitsproblem.

🔎 Gesucht werden Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren mit einem BMI ab 30. Die Teilnahme umfasst ein Online‑Interview, eine Laborsitzung und ein digitales Follow‑up. Vergütet werden 12 Euro pro Stunde, Psychologiestudierende können Versuchspersonenstunden erhalten. Im Zentrum stehen zwei Störungsbilder: die Binge‑Eating‑Störung und Food Addiction.

Binge‑Eating beschreibt wiederkehrende Essanfälle mit Kontrollverlust und starken Emotionen. Food Addiction geht davon aus, dass hochverarbeitete Lebensmittel suchtähnliche Reaktionen auslösen können. Beide Konzepte überschneiden sich, sind aber klar voneinander abgrenzbar. Wie diese Mechanismen zusammenwirken, ist bislang kaum erforscht. FABEDO bildet vier Untersuchungsgruppen und nutzt Fragebögen sowie experimentelle Verfahren.

Ziel ist es, emotionale und kognitive Prozesse hinter suchtartigem Essverhalten besser zu verstehen.

👉 Interessierte haben die Möglichkeit, sich über das Kontaktformular der Studie anzumelden oder das Studienteam direkt per E‑Mail unter fabedo@uni-bamberg.de zu kontaktieren. Ausführliche Informationen zum Projekt stehen auf der Studienseite der Universität Bamberg bereit. Wer prüfen möchte, ob der eigene BMI die Teilnahmevoraussetzungen erfüllt, kann diesen hier anhand von Körpergröße und Gewicht bestimmen.

2️⃣ 🏡🧠Leben mit Alzheimer: Neue Website unterstützt Betroffene und Angehörige🤝💜

Rund 1,8 Millionen Menschen über 65 leben in Deutschland mit einer Demenz, die meisten davon mit Alzheimer. Die Diagnose verändert den Alltag – für Betroffene ebenso wie für Familien und Freundeskreise. Die neue Website Leben mit Alzheimer des japanischen Pharma-Unternehmens Eisai GmbH bietet Orientierung, Wissen und Mut für diesen gemeinsamen Weg.

Die Inhalte sind multimedial aufbereitet und in vier Bereiche gegliedert:

🔎 „Mutmacher‑Geschichten“ zeigen persönliche Erfahrungen und Wege, trotz Erkrankung Lebensfreude zu bewahren.

🔎 „Alles, was gut tut“ liefert praktische Tipps für Ernährung, Bewegung, soziale Kontakte und digitale Helfer. Der Fokus liegt auf kleinen Schritten, die Selbstständigkeit und Wohlbefinden stärken können.

🔎 „Zusammen leben“ richtet sich an Angehörige und zeigt, wie Unterstützung im Alltag aussehen kann. Hier finden sich Hinweise zu Pflege, Finanzen, rechtlichen Fragen und emotionalen Belastungen. Auch die Selbstfürsorge pflegender Personen wird bewusst thematisiert.

🔎 Der Bereich „Verstehen“ erklärt Ursachen, Symptome und Verlauf der Alzheimer‑Krankheit. Er beleuchtet Früherkennung, Prävention und aktuelle Therapieansätze.

👉 Zur Website "Leben mit Alzheimer"

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