đ 45/2025
Schlaganfallhilfe per Klick · Fibromyalgie plus ADHS â unterschĂ€tzte Ăberschneidung · Wie Hunde GefĂŒhle erschnĂŒffeln · Neue DNA-Analyse zum Russlandfeldzug 1812 · Was hilft gegen GrĂŒbeln in der Nacht · Ungleichheit in der Medizin: Wie Frauen in Studien und Produkten vergessen werden
đ 5 weekly picks
1 đ Schlaganfallhilfe per Klick â Telemedizin rettet Leben đĄ đ§ đ
Wenn jede Minute zĂ€hlt, kann Telemedizin den entscheidenden Unterschied machen â das zeigt das NeurovaskulĂ€re Netzwerk SĂŒdwestbayern (NEVAS) eindrucksvoll. Seit 2014 verknĂŒpft es 20 regionale Kliniken mit drei spezialisierten Zentrumskliniken, um Schlaganfallpatient:innen rund um die Uhr telemedizinisch zu versorgen. Ein Team aus neurologischen FachĂ€rzt:innen steht tĂ€glich fĂŒr etwa 15 Konsilanfragen bereit â auch nachts und am Wochenende.
Die Bilanz: Innerhalb von fĂŒnf Jahren sank die MortalitĂ€t bei Patient:innen unter Lysetherapie von 13âŻ% auf 5âŻ%. Zugleich stieg die Chance, bei Entlassung alltagsfĂ€hig zu sein â ein klarer Gewinn fĂŒr die Betroffenen. Ăber 5.000 Menschen mit Schlaganfall oder TIA wurden in diesem Zeitraum telemedizinisch betreut. Auch wĂ€hrend der Pandemie blieb die Versorgung im Netzwerk stabil. 90âŻ% der Patient:innen können wohnortnah behandelt werden, nur komplexe FĂ€lle werden ins Zentrum verlegt. Zur QualitĂ€tssicherung finden vierteljĂ€hrlich Lehrvisiten in den Partnerkliniken statt, bei denen interdisziplinĂ€r PatientenfĂ€lle besprochen werden. Alle Berufsgruppen â von Ărzt:innen bis zu Therapeut:innen â sind dabei eingebunden. Besonders in kleineren HĂ€usern mit hoher Personalfluktuation sind regelmĂ€Ăige Schulungen essenziell. So wird neues Personal schnell integriert und die Versorgung kontinuierlich verbessert.
Das Modell zeigt: Telemedizin ist kein Zukunftsversprechen, sondern gelebte Versorgungspraxis â mit messbarem Nutzen. Vorgestellt wird das Konzept nĂ€chste Woche auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Neurologie (DGN) in Berlin â als Beispiel fĂŒr vernetzte, resiliente Neurologie.
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Masouris I, Kellert L, Pradhan C, et al. Telemedical stroke care significantly improves patient outcome in rural areas: Long-term analysis of the German NEVAS network. International Journal of Stroke. 2024;19(5):577-586.
doi:10.1177/17474930241234259
2 đ đ Galenus-Preis fĂŒr Antikörperforschung â Kölner Team punktet mit innovativer Keimabwehr đĄđ§Źđ
Ein Forschungsteam der Uniklinik Köln hat den Galenus-von-Pergamon-Preis 2025 fĂŒr Grundlagenforschung erhalten â fĂŒr eine vielversprechende Alternative zu Antibiotika. Die Teams um Prof. Dr. Jan Rybniker, Klinik I fĂŒr Innere Medizin, und Prof. Dr. Florian Klein, Institut fĂŒr Virologie entwickelten humane monoklonale Antikörper gegen Pseudomonas aeruginosa, einen gefĂŒrchteten Krankenhauskeim mit hoher Resistenzrate. Statt das Bakterium direkt zu töten, blockieren die Antikörper gezielt dessen Virulenzfaktor PcrV im Typ-III-Sekretionssystem. Im Mausmodell reduzierten sie Bakterienlast und LungenschĂ€den â und wirkten auch gegen resistente StĂ€mme. âDie Wirkung war vergleichbar mit klassischen Antibiotikaâ, so die Jury. âDie Gruppe treibt die klinische Entwicklung sehr aktiv voran, daher sehen wir eine Perspektive fĂŒr eine relativ zeitnahe Anwendung am Patienten.â
Ein Vorteil: Die Antikörper greifen nicht das Bakterium selbst an â das senkt das Risiko fĂŒr Resistenzentwicklung. Die Antikörper wurden aus dem Blut chronisch infizierter Patient:innen isoliert und einzeln charakterisiert. Erste Sicherheitsdaten sind vielversprechend: keine unerwĂŒnschten Gewebereaktionen, lange Halbwertszeit. Eine Phase-I-Studie ist in Vorbereitung â auch eine prophylaktische Anwendung scheint denkbar. Die Jury lobte das Potenzial fĂŒr neue Therapiepfade. âAntibiotikaresistenzen sind ein zentrales Problem â wir brauchen neue Strategienâ, so Prof. Dr. Thomas Eschenhagen, Galenus-Juror und Direktor des Instituts fĂŒr Pharmakologie der UniversitĂ€t Hamburg.
đ Zur Pressemeldung der UK Köln
3 đ đ Umstritten: Sanftes Schlafmittel oder schĂ€dliche Nebenwirkungen â Melatonin im Fokus đđ đ
Melatonin gilt als sanftes Schlafmittel â doch neue Daten werfen Fragen auf. Ein US-Forschungsteam hat ĂŒber 130.000 Patient:innen analysiert, die lĂ€nger als ein Jahr Melatonin erhielten. Das Ergebnis: Fast doppelt so hĂ€ufig wurde eine Herzinsuffizienz diagnostiziert â und deutlich öfter stationĂ€r behandelt. Die Wahrscheinlichkeit fĂŒr eine Klinikeinweisung war 3,5-fach erhöht, das Sterberisiko fast doppelt so hoch. Die Daten stammen aus dem TriNetX-Netzwerk und wurden vorab zur AHA-Jahrestagung veröffentlicht. In den USA ist Melatonin frei erhĂ€ltlich â oft in hohen Dosen und ohne Ă€rztliche Kontrolle. Die American Heart Association (AHA) warnt: Die kardiometabolischen Risiken seien bislang kaum erforscht. Auch bei Typ-2-Diabetes zeige Melatonin in Studien negative Effekte auf Blutzucker und Insulinresistenz.
Carlos Egea, PrĂ€sident der spanischen Schlafmedizin-Gesellschaft, zeigt sich davon ĂŒberrascht. Denn andere Studien bescheinigten Melatonin positive Effekte auf Herzfunktion und LebensqualitĂ€t. Eine Ăbersicht in Clinical Cardiology (2025; DOI: 10.1002/clc.70107) hatte Melatonin erst kĂŒrzlich gĂŒnstige Wirkungen auf die Herzfunktion bescheinigt wie einen leichten Anstieg der linksventrikulĂ€ren Ejektionsfraktion und eine Verbesserung der Symptome im Score der New York Heart Association und der LebensqualitĂ€t. Egea mahnt zur Vorsicht: Retrospektive Analysen können viele Einflussfaktoren nicht erfassen. Und: Wie viele Menschen Melatonin ohne Rezept einnehmen, bleibt unklar. Die Diskussion um Nutzen und Risiko ist damit neu entfacht. Melatonin â sanftes Einschlafen oder unterschĂ€tztes Risiko?
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Role of Circadian Health in Cardiometabolic Health and Disease Risk: A Scientific Statement From the American Heart Association, Circulation 2025; DOI: 10.1161/CIR.0000000000001388
4 đ Fibromyalgie & ADHS â Doppeldiagnose hĂ€ufiger als gedacht đ§ đ©ș
Erwachsene mit Fibromyalgie zeigen offenbar ĂŒberdurchschnittlich oft Symptome einer Aufmerksamkeits-Defizit-HyperaktivitĂ€tsstörung (ADHS). Darauf weist ein systematisches Review von Dr. Vera Vergeld und Michael Beimel hin, vorgestellt auf dem Deutschen Schmerzkongress in Mannheim. Die Analyse von 353 Publikationen ergab: In 6 von 7 qualitĂ€tsgeprĂŒften Studien lag die ADHS-PrĂ€valenz bei Fibromyalgie-Patient:innen zwischen 24,5âŻ% und 44,7âŻ%. Das ist deutlich mehr als in Kontrollgruppen ohne chronische Schmerzen. Fibromyalgie geht mit Muskel-, Gelenk- und RĂŒckenschmerzen, Erschöpfung und kognitiven EinschrĂ€nkungen (âFibro Fogâ) einher. ADHS-Symptome wie Konzentrationsprobleme, ImpulsivitĂ€t und innere Unruhe verstĂ€rken die Belastung zusĂ€tzlich. Auch Depressionen und Angststörungen waren in der untersuchten Gruppe hĂ€ufiger â mit spĂŒrbaren Auswirkungen auf die LebensqualitĂ€t. Vergeld und Beimel fordern daher, Fibromyalgie-Betroffene routinemĂ€Ăig auf ADHS-Symptome zu screenen.
Eine frĂŒhzeitige Diagnose könne helfen, multimodale TherapieplĂ€ne gezielter zu gestalten. Die Kombination aus Schmerz und neurokognitiver Dysregulation erfordert ein interdisziplinĂ€res Vorgehen. Ob ADHS im Erwachsenenalter das Risiko fĂŒr Fibromyalgie erhöht, bleibt offen â prospektive Studien sind nötig. Die Ergebnisse zeigen: Fibromyalgie ist mehr als nur Schmerz â sie betrifft auch Aufmerksamkeit und Psyche. Und: ADHS ist nicht nur ein Thema der Kindheit, sondern auch der Schmerzmedizin. Ein Blick auf die Doppeldiagnose könnte neue Wege fĂŒr Therapie und Versorgung eröffnen.
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5 đ đżđ©ș Pflege trifft Naturheilkunde â TĂŒbingen startet Forschungsinitiative zur integrativen Versorgung đ§Źđż
Am Institut fĂŒr Gesundheitswissenschaft der Medizinischen FakultĂ€t TĂŒbingen entsteht eine neue Arbeitsgruppe mit wegweisendem Fokus: âIntegrative naturheilkundliche Pflegeâ soll komplementĂ€re Verfahren wie Wickel, Auflagen, Akupressur oder Aromatherapie wissenschaftlich untersuchen und in die pflegerische Versorgung ĂŒberfĂŒhren. Ziel ist es, evidenzbasierte Anwendungen zu etablieren, die bereits vielfach genutzt, aber bislang kaum systematisch erforscht wurden.
Ermöglicht wird das Projekt durch die Förderung der Software AG â Stiftung. âWir schaffen eine wissenschaftliche Basis fĂŒr Verfahren, die in der Pflege lĂ€ngst gelebt werdenâ, sagt Projektleiterin Prof. Dr. Cornelia Mahler. Ab Januar 2026 wird die Arbeitsgruppe ĂŒber fĂŒnf Jahre hinweg insbesondere Anwendungen in der Onkologie und PĂ€diatrie untersuchen. Patient:innen und Angehörige werden aktiv in die Studien eingebunden â ein wichtiger Schritt fĂŒr praxisnahe Forschung. Die Ergebnisse flieĂen direkt in die Lehre ein und stĂ€rken die Ausbildung in Bachelor-, Master- und Promotionsprogrammen. Auch die Vernetzung mit nationalen und internationalen Forschungsnetzwerken wird ausgebaut.
Das Projekt ergĂ€nzt bestehende Schwerpunkte zur integrativen Medizin in TĂŒbingen und fördert die interprofessionelle Zusammenarbeit. âKomplementĂ€rmedizinische Verfahren können die konventionelle Medizin sinnvoll ergĂ€nzenâ, betont Prof. Dr. Holger Cramer, UniversitĂ€tsprofessor fĂŒr die Erforschung komplementĂ€rmedizinischer Verfahren. Die Initiative gilt als Leuchtturmprojekt fĂŒr eine ganzheitliche, patientenzentrierte Pflege. Sie zeigt: Pflegewissenschaft denkt weiter â und verbindet Forschung, Versorgung und Menschlichkeit.
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đŹ Ăber unseren Tellerrand

1ïžâŁ đ¶đ SchnĂŒffeln mit Folgen â Wie Hunde menschliche Angst interpretierenđđ
Dass Hunde unsere GefĂŒhle spĂŒren, ist bekannt â doch wie reagieren sie auf Angst, die nur ĂŒber den Geruch vermittelt wird? Eine aktuelle Studie der Vetmeduni Wien zeigt: Hunde können menschliche Angst tatsĂ€chlich riechen â und reagieren darauf. Im Domestication Lab des Konrad-Lorenz-Instituts fĂŒr Vergleichende Verhaltensforschung (KLIVV) wurden 61 Hunde mit Geruchsproben konfrontiert â darunter AngstschweiĂ und neutrale DĂŒfte. Schon erste Beobachtungen zeigten: Viele Tiere wurden vorsichtiger, senkten den Schwanz oder suchten NĂ€he zu Menschen. Andere wiederum nĂ€herten sich dem Angstgeruch schneller als dem neutralen â ein ĂŒberraschendes Ergebnis. Die Reaktionen waren individuell sehr unterschiedlich â ein zentrales Ergebnis der Studie. Alter oder Geschlecht spielten keine Rolle, wohl aber Lebenserfahrung, Training oder möglicherweise die Rasse.
âHunde sind keine emotionalen Einheitswesenâ, sagt Studienleiterin Svenja Capitain. Die Erkenntnisse sind auch praktisch relevant â etwa fĂŒr die Ausbildung von Therapie- und Assistenzhunden. Denn: Wer Angst riecht, muss nicht automatisch zurĂŒckweichen â manche Hunde reagieren sogar aktiv. Die Studie unterstreicht, wie wichtig es ist, tierisches Verhalten differenziert zu betrachten. ZukĂŒnftige Forschung soll klĂ€ren, wie Umweltfaktoren und Training die Reaktion beeinflussen. Die Ergebnisse liefern neue Impulse fĂŒr hundegestĂŒtzte Interventionen und Verhaltensforschung.
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âNot just avoidance: Dogs show subtle individual differences in reacting to human fear chemosignalsâ, Svenja Capitain, Friederike Range, Sarah Marshall-Pescini
https://doi.org/10.3389/fvets.2025.1679991
2ïžâŁ đ§ âïž KĂ€lte, Hunger, Krankheit â neue DNA-Analyse zum Russlandfeldzug 1812 đ§Źđ§
Napoleons Russlandfeldzug 1812 endete in einer Katastrophe â Hunderttausende Soldaten starben beim RĂŒckzug. Bisher galten Fleckfieber und SchĂŒtzengrabenfieber als Hauptursachen â doch neue DNA-Analysen widersprechen. Ein Forschungsteam um RĂ©mi Barbieri vom Institut Pasteur untersuchte die Ăberreste von 13 Soldaten aus Vilnius. Mit moderner Sequenzierung fanden sie keine Spuren der vermuteten Erreger Rickettsia und Bartonella. Stattdessen identifizierten sie Salmonella Typhi (Typhus) und Borrelia recurrentis (RĂŒckfallfieber). Die Ergebnisse deuten auf eine andere Krankheitslast hin â mit praktischen Folgen fĂŒr die historische Bewertung. Ein Armeearzt berichtete bereits 1812 von DurchfĂ€llen, Fieber und Gelbsucht â und von gesalzenen RĂŒben als möglicher Quelle.
Typhus wird ĂŒber verunreinigte Lebensmittel ĂŒbertragen und war unter den geschwĂ€chten Soldaten besonders gefĂ€hrlich. RĂŒckfallfieber, durch KleiderlĂ€use verbreitet, verstĂ€rkte die Belastung zusĂ€tzlich â auch wenn es selten tödlich ist. Die Kombination aus Hunger, KĂ€lte und multiplen Infektionen dĂŒrfte die âGrande ArmĂ©eâ entscheidend geschwĂ€cht haben. Die Studie liefert erstmals direkte genetische Belege fĂŒr Typhus bei Napoleons Soldaten. FrĂŒhere Analysen waren technisch limitiert und basierten auf wenigen DNA-Fragmenten. Die neuen Daten sprechen gegen die lange favorisierten Erreger â und fĂŒr ein komplexeres Krankheitsbild. Die Forschenden fordern weitere Proben, um das Spektrum der Infektionen vollstĂ€ndig zu erfassen.
Historisch relevant: Die Ursachen fĂŒr das Scheitern des Feldzugs mĂŒssen neu bewertet werden. Die Studie zeigt, wie moderne Molekularbiologie historische Ereignisse neu beleuchten kann.
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Paratyphoid fever and relapsing fever in 1812 Napoleon's devastated army, Rémi Barbieri,Julien Fumey, Helja Kabral, Christiana Lyn Scheib, Michel Signoli, Caroline Costedoat, Nicolås Rascovan DOI: 10.1016/j.cub.
đ» MINQs Hörtipp
Schlaf und Depression - Was hilft gegen das GrĂŒbeln in der Nacht?đ§ đ
GrĂŒbeln, Gedankenspiralen, Schlaflosigkeit â viele Menschen mit Depression erleben genau das Nacht fĂŒr Nacht. DLF-Hörerin Michelle erzĂ€hlt, wie sie bis zu 17 Stunden im Bett lag â und trotzdem kaum zur Ruhe kam. Die Schlafforscherin Christine Blume erklĂ€rt, warum Dunkelheit und Erschöpfung GrĂŒbeleien verstĂ€rken. Studien zeigen: Wer den Schlaf verbessert, kann auch depressive Symptome lindern. Was hilft â und warum Schlaftherapie ein unterschĂ€tzter SchlĂŒssel sein kann, berichtet đ Deutschlandfunk Nova.
đŁ AnkĂŒndigungen
1ïžâŁ đ§Źđ Vom Mikroimpuls zur GedĂ€chtnisspur â DGSM-Tagung 2025 in Hannover đ§ đ
âVermöge der kleinen Wahrnehmungen geht die Gegenwart mit der Zukunft schwanger und ist mit der Vergangenheit beladenâ â mit diesem Zitat von Gottfried Wilhelm Leibniz lĂ€dt die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) zur 33. Jahrestagung. Das Motto greift Leibnizâ Theorie der petites perceptions auf: Unbewusste Mikroprozesse prĂ€gen unser Denken, Erinnern und Lernen â ein Thema, das heute durch bildgebende Neurowissenschaften bestĂ€tigt wird.
Die Tagung legt den Fokus auf Grundlagenforschung und neurologische Mechanismen des Schlafs. Es finden Symposien zu Atmungsphysiologie, Elektrophysiologie bis zu GedĂ€chtnis, Traum und KreativitĂ€t statt. Erste Daten zeigen: Non-REM- und REM-Schlaf beeinflussen GedĂ€chtnisinhalte unterschiedlich â auch die Atmung spielt dabei eine Rolle. Neben Pneumologie, Neurologie und Psychiatrie stehen auch HNO, Chronobiologie und KI auf dem Programm. Ethikfragen wie Inklusion, MultimorbiditĂ€t und Patientenbeteiligung werden ebenfalls diskutiert.
đ Zur Kongress-Webseite und đ Anmeldung bzw. Programm
đ Wann: 27. bis 29. November 2025
đ Wo: Hannover Congress Centrum, Theodor-Heuss-Platz 1-3, 30175 Hannover
2ïžâŁ đđĄMEDICA 2025 â Innovationsplattform der internationalen Gesundheitswirtschaft đ©șđŹ
Mit ĂŒber 5.000 Ausstellern aus 72 LĂ€ndern und rund 80.000 Fachbesuchern zĂ€hlt die MEDICA in DĂŒsseldorf zu den weltweit fĂŒhrenden B2B-Messen im Gesundheitssektor. Denn: Moderne Medizintechnik gilt als SchlĂŒssel zur besseren Patientenversorgung â von Bildgebung ĂŒber Diagnostik bis hin zu digitalen Anwendungen und Wearables. Durch innovative Lösungen lassen sich AblĂ€ufe in Kliniken und Praxen effizienter gestalten und die BehandlungsqualitĂ€t steigern. Im Mittelpunkt der Messe stehen Technologien rund um medizinische Bildgebung, OP-Technik, Laborausstattung, Diagnostika und IT-gestĂŒtzte Versorgung. Auch Themen wie Raumausstattung, Physiotherapie- und OrthopĂ€dietechnik, Verbrauchsmaterialien und medizinische Dienstleistungen sind vertreten.
đ Zur Kongress-Webseite und đ Anmeldung bzw. Programm
đ Wann: 17. bis 20. November 2025
đ Wo: Messe DĂŒsseldorf, Am Staad (Stockumer Höfe), 40474 DĂŒsseldorf
đ€ IchalsPatient
1ïžâŁ đ§đ±checkt.mann: Neue Plattform fĂŒr körperliche und psychische MĂ€nnergesundheit đ§ đȘ
Zum Start des Movember und passend zum WeltmĂ€nnertag (vergangene Woche, am 3. November) geht das UniversitĂ€tsklinikum Freiburg neue Wege: Mit dem Instagram-Kanal checkt.mann will es MĂ€nner gezielt fĂŒr ihre Gesundheit sensibilisieren â humorvoll, faktenbasiert und ohne erhobenen Zeigefinger.

Ziel ist es, MĂ€nner evidenzbasiert und niedrigschwellig fĂŒr körperliche und psychische Gesundheit zu sensibilisieren. Der Kanal adressiert Themen wie Prostatavorsorge, Haarausfall, SchlafqualitĂ€t, ErnĂ€hrung, Krafttraining und sogar SexunfĂ€lle â wissenschaftlich fundiert und alltagsnah. Expert:innen des Klinikums liefern Inhalte, die medizinisch korrekt sind und gleichzeitig humorvoll kommuniziert werden. âWir wollen MĂ€nner gezielt ansprechen, da sie auf unseren bisherigen KanĂ€len deutlich unterreprĂ€sentiert sindâ, so Benjamin Waschow, Leiter der Unternehmenskommunikation.
Denn: MĂ€nner gelten in vielen Bereichen der PrĂ€vention als schwerer erreichbar â insbesondere bei psychischer Gesundheit und FrĂŒherkennung. Digitale Formate wie checkt.mann sollen diese LĂŒcke schlieĂen und neue ZugĂ€nge schaffen. Die Inhalte basieren auf aktuellen Studien und klinischer Erfahrung â verstĂ€ndlich aufbereitet fĂŒr die Zielgruppe. Das Projekt ist Teil einer gröĂeren Strategie zur geschlechtersensiblen Gesundheitskommunikation.
đ Zum Instagram-Kanal www.instagram.com/checkt.mann
2ïžâŁ Ungleichheit in der Medizin: Wie Frauen in Studien und Produkten vergessen werden âïžđșđ©ș
Und noch ein FundstĂŒck zur geschlechtersensiblen Medizin: Viele Standards fĂŒr Sport, Medizin und Sicherheit orientieren sich am mĂ€nnlichen Körper. Jahrzehntelang war der mĂ€nnliche Körper das MaĂ aller Dinge in Medizin und Forschung. Nigina Muntean vom UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA) kritisiert: Diese Norm prĂ€gt bis heute Diagnostik, Therapie und Produktdesign.
In Berlin wurde deshalb ein Zentrum gegrĂŒndet, das mit CharitĂ© und BIH gezielt Frauengesundheit fördern soll. Denn: Von OP-Scheren ĂŒber Handschuhe bis zu SchutzausrĂŒstung â vieles ist nicht auf weibliche Anatomie ausgelegt. Chirurginnen leiden hĂ€ufiger unter Muskel-Skelett-Beschwerden, weil Instrumente nicht ergonomisch passen. Auch in der Verkehrssicherheit zeigt sich der Gender Gap: Crashtest-Dummys sind meist mĂ€nnlich. Frauen haben bei AutounfĂ€llen ein um 17âŻ% höheres Sterberisiko â besonders bei Heckaufprall.
Im Sport sind Frauen hĂ€ufiger von Kreuzbandrissen betroffen â oft wegen unpassender AusrĂŒstung. Und in der Herzmedizin werden Symptome bei Frauen zu oft als Stress verkannt â mit fatalen Folgen. Typische Warnzeichen wie Ăbelkeit, RĂŒckenschmerzen oder MĂŒdigkeit bleiben hĂ€ufig unerkannt. Selbst bei Reanimationspuppen dominiert der mĂ€nnliche Standard â mit Folgen fĂŒr die Erste Hilfe. In klinischen Studien sind Frauen in frĂŒhen Phasen unterreprĂ€sentiert â mit erhöhtem Risiko fĂŒr Nebenwirkungen.
Muntean fordert: âWir mĂŒssen die DiversitĂ€t menschlicher Körper endlich ernst nehmen.â Das neue Zentrum in Berlin will Forschung geschlechtersensibler machen â und Versorgung gerechter. Denn Medizin, die fĂŒr alle da ist, muss auch alle mitdenken. Und das beginnt mit der richtigen MessgröĂe.
đ Weitere Informationen zum Thema
đđ In eigener Sache: Die aktuelle MINQ-Ărztinnen- und Ărzteliste fĂŒr Frauen ist erschienen â€ïžâđ©čđ â§ïž
đ Unser hauseigenes Rechercheinstitut Munich Inquire Media (MINQ) hat im Auftrag von BILD der FRAU mehr als ein halbes Jahr recherchiert. Das Ergebnis: eine sorgfĂ€ltig evaluierte Liste von ĂŒber 200 Ărztinnen und Ărzten, die wirklich fundierte gendermedizinische Kenntnisse haben und entsprechend behandeln. Sie setzen auf individuelle, patientenzentrierte Behandlung â mit Blick auf geschlechtsspezifische Besonderheiten. Das Ergebnis: ein fundiertes Heft mit Empfehlungen und HintergrĂŒnden, ab sofort im Handel erhĂ€ltlich.
Weitere Informationen und Download der Listen:
đ Von Herzgesundheit â€ïž bis Wechseljahre unter đ https://www.frauen-gesundheit.de
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