🗞 30/2026
Kaltplasma gegen chronische Wunden · Kegelschneckengift: Schmerzmittel ohne Opioide · KI bei der Darmkrebsvorsorge · Jugendadipositas · Depression und Angst: Warum das Gehirn kein einheitliches Muster zeigt
📌 5 weekly picks
1 📌 🩹 Kaltplasma gegen chronische Wunden: Jetzt kommt der Evidenztest
Es klingt nach Zukunftsmedizin: Kaltes Plasma soll Wunden heilen, die sich trotz sorgfältiger Behandlung über lange Zeit nicht schließen. Doch ob die zusätzliche Therapie tatsächlich einen belastbaren Nutzen bringt, ist bislang nicht ausreichend belegt. Genau das soll aber nun die KAPLAN-Studie untersuchen. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die wissenschaftliche Leitung der geplanten Erprobungsstudie vergeben. Eingeschlossen werden sollen Patientinnen und Patienten mit chronischen Hautwunden, die unter einer leitliniengerechten Standardversorgung keine Heilungstendenz zeigen.
Eine Gruppe erhält zusätzlich kaltes atmosphärisches Plasma, die Vergleichsgruppe eine Scheinbehandlung mit einem Placebo-Gerät. Bei dem Verfahren wird ionisiertes Gas auf die Wundoberfläche aufgebracht. Es soll Krankheitserreger reduzieren und Prozesse unterstützen, die an der Erneuerung der Haut beteiligt sind. Entscheidend ist jedoch nicht allein, ob eine Wunde kleiner wird: Primärer Endpunkt der randomisiert-kontrollierten Studie ist die vollständige Wundheilung. Zusätzlich werden unter anderem Schmerzen, Lebensqualität, Komplikationen, Klinikaufenthalte und unerwünschte Ereignisse erfasst.
Die Ergebnisse sollen dem G-BA eine abschließende Bewertung ermöglichen – und damit die Entscheidung, ob die Kaltplasmabehandlung künftig eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung werden kann. Noch befindet sich die Studie in Vorbereitung.
🔗 Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss
2 📌 🐚 Kegelschneckengift: Neuer Ansatz für Schmerzmittel ohne Opioide

Ausgerechnet das Gift einer Meeresschnecke könnte den Weg zu neuen Schmerzmitteln weisen. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Medizinischen Universität Wien hat das Peptid AoIA untersucht, das aus dem Gift der Kegelschnecke Conus araneosus stammt.
Der Wirkstoff greift nicht an Opioidrezeptoren an, sondern hemmt gezielt den Noradrenalin-Transporter. Dadurch verbleibt mehr Noradrenalin an den Kontaktstellen der Nervenzellen und kann körpereigene Mechanismen der Schmerzhemmung unterstützen. Mithilfe der Kryo-Elektronenmikroskopie entschlüsselten die Forschenden erstmals im Detail, wie AoIA an den menschlichen Transporter bindet. In Laborversuchen hemmte das Peptid den Noradrenalin-Transporter deutlich stärker als ein bereits länger bekanntes Kegelschnecken-Peptid. Transportproteine für Serotonin und Dopamin wurden dagegen nicht beeinflusst. Im Mausmodell verringerte AoIA nach einer Injektion unter die Haut entzündungsbedingte Schmerzen.
Bei akuten Schmerzreizen zeigte es hingegen keine Wirkung. Hinweise auf Sedierung oder eine beeinträchtigte Bewegungskoordination fanden die Forschenden in den untersuchten Modellen nicht. Interessant ist vor allem die Art der Verabreichung: Frühere verwandte Wirkstoffe mussten direkt in die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit gegeben werden. AoIA wirkte dagegen nach einer Injektion unter die Haut. Von einem neuen Medikament ist der Ansatz aber noch weit entfernt. Die Ergebnisse stammen aus Labor- und Tierversuchen; Sicherheit und Wirksamkeit beim Menschen wurden bislang nicht untersucht.
🔗 Quelle: MedUni Wien
Belleza O. J. V. et al.: Structural and functional basis of antinociceptive action of χ-conotoxin AoIA at the noradrenaline transporter. Nature Structural & Molecular Biology, veröffentlicht am 21. Juli 2026. DOI: 10.1038/s41594-026-01838-z
3 📌 🤖 KI bei der Darmkrebsvorsorge: Erfahrung bleibt entscheidend
Mehr Technik bedeutet nicht automatisch bessere Vorsorge. Das zeigt die bislang größte randomisierte Studie zum Einsatz künstlicher Intelligenz bei Darmspiegelungen von Menschen mit Lynch-Syndrom. Betroffene haben aufgrund einer erblichen genetischen Veränderung ein stark erhöhtes Darmkrebsrisiko und benötigen bereits ab dem jungen Erwachsenenalter regelmäßige Untersuchungen.
An der internationalen CADLY2-Studie nahmen 757 Menschen mit genetisch bestätigtem Lynch-Syndrom teil. Die Untersuchungen fanden in neun spezialisierten Zentren in Deutschland, den Niederlanden, Spanien und Belgien statt. Eine Gruppe erhielt eine hochwertige Darmspiegelung mit Weißlicht, bei der anderen analysierte zusätzlich ein KI-System die Bilder in Echtzeit. Es sollte verdächtige Veränderungen markieren und die Untersuchenden bei der Einordnung gefundener Läsionen unterstützen. Entscheidend war, bei wie vielen Teilnehmenden mindestens ein Adenom entdeckt wurde. Diese Veränderungen der Darmschleimhaut können sich zu Darmkrebs entwickeln und werden deshalb möglichst früh entfernt. Mit KI-Unterstützung wurden bei 33,8 Prozent der untersuchten Personen Adenome gefunden, ohne KI waren es 30,9 Prozent. Der Unterschied war statistisch nicht signifikant. Auch bei der optischen Einordnung entdeckter Veränderungen übertraf das System die erfahrenen Untersuchenden nicht eindeutig. Die Forschenden führen das unter anderem auf die bereits sehr hohe Untersuchungsqualität in den beteiligten Zentren zurück. Die Ergebnisse sprechen daher nicht grundsätzlich gegen KI in der Endoskopie. In Einrichtungen mit weniger Erfahrung oder unter anderen Untersuchungsbedingungen könnte ihr Nutzen anders ausfallen.
Die Studie zeigt aber, dass erfolgreiche Ergebnisse aus der allgemeinen Darmkrebsvorsorge nicht automatisch auf Hochrisikogruppen übertragen werden können. Bei Menschen mit Lynch-Syndrom bleiben eine sorgfältige Untersuchung, spezialisierte Strukturen und die Erfahrung der Untersuchenden entscheidend.
🔗 Quelle: UK Bonn
Hüneburg R., van Bokhorst Q. N. E., Pellisé M. et al.: Artificial intelligence-assisted detection and optical differentiation of colorectal lesions in Lynch syndrome surveillance (CADLY2): a multicentre, open-label, randomised controlled superiority trial. The Lancet Gastroenterology & Hepatology, online veröffentlicht am 16. Juli 2026. DOI: 10.1016/S2468-1253(26)00163-9.
4 📌 ⚖️ Jugendadipositas: Medikamente und Lebensstil gemeinsam behandeln
Die stärkste Gewichtsabnahme bringt offenbar nicht das Medikament allein. Eine große Netzwerk-Metaanalyse zeigt: Medikamente gegen Adipositas erzielen bei Kindern und Jugendlichen die besten Ergebnisse, wenn sie mit einer strukturierten Lebensstiltherapie kombiniert werden. Das internationale Forschungsteam wertete 42 randomisierte klinische Studien mit insgesamt 3.835 Teilnehmenden im Alter zwischen zehn und 19 Jahren aus.
Verglichen wurden intensive Programme zu Ernährung, Bewegung und Verhalten, kürzere Beratungsangebote sowie verschiedene Medikamente und Kombinationstherapien. Zu den untersuchten Wirkstoffen gehörten unter anderem GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid, außerdem Metformin, Orlistat und Phentermin-Topiramat. Über alle untersuchten Werte hinweg schnitten Kombinationen aus Medikamenten und Lebensstilbehandlung am besten ab. Semaglutid plus Beratung war mit der stärksten Verringerung des Body-Mass-Index verbunden.
Diese Schätzung beruht allerdings auf einer begrenzten Zahl von Studien und sollte daher vorsichtig interpretiert werden. Grundsätzlich wirkten alle untersuchten Medikamente besser, wenn sie mit einer Lebensstiltherapie verbunden wurden, als bei einer alleinigen medikamentösen Behandlung. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass intensive Lebensstilprogramme auch ohne Medikamente den BMI und die Körperzusammensetzung relevant verbessern können. Sie sind damit nicht bloß eine Ergänzung, sondern die Grundlage jeder Behandlung. Unklar bleibt, wie dauerhaft die erzielten Erfolge sind.
Die meisten Studien dauerten lediglich sechs bis zwölf Monate. Auch zu langfristiger Sicherheit, Therapieabbrüchen und einer möglichen erneuten Gewichtszunahme nach dem Absetzen liegen noch nicht genügend Daten vor. Die Ergebnisse sprechen daher nicht für eine schnelle Medikamentenlösung. Sie stützen vielmehr eine individuell abgestimmte, längerfristige Behandlung, die medizinische Therapie, Ernährung, Bewegung und psychologische Unterstützung miteinander verbindet.
🔗 Quelle: Ärzteblatt
Wan K.-W., Lei E. F.-C., Liu Y. et al.: Obesity Management Pharmacotherapies and Lifestyle Treatment for Pediatric Obesity Management: A Systematic Review and Network Meta-Analysis. JAMA Pediatrics, online veröffentlicht am 22. Juni 2026, Artikel e262248. DOI: 10.1001/jamapediatrics.2026.2248.
5 📌 🧠 Depression und Angst: Warum das Gehirn kein einheitliches Muster zeigt
Den einen biologischen Marker für Depressionen gibt es offenbar nicht. Eine internationale Studie zeigt, dass Depressionen und Angststörungen zwar mit messbaren Veränderungen der Hirnstruktur verbunden sind – diese fallen jedoch von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich aus. Ein Forschungsteam unter Beteiligung des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim analysierte mehr als 50.000 MRT-Aufnahmen aus der deutschen NAKO Gesundheitsstudie und der britischen UK Biobank.
Mithilfe künstlicher Intelligenz verglichen die Forschenden die individuelle Hirnstruktur mit typischen Mustern der Allgemeinbevölkerung. Je stärker depressive oder ängstliche Symptome ausgeprägt waren, desto häufiger zeigten sich Abweichungen. Betroffen war jedoch nicht bei allen Menschen dieselbe Hirnregion. Vielmehr verteilten sich die Veränderungen individuell über das gesamte Gehirn. Auf Gruppenebene erkannten die Forschenden dennoch wiederkehrende Muster, die bei Depressionen und Angst weitgehend übereinstimmten. Bei erhöhtem Alkoholkonsum zeigten sich dagegen andere Veränderungen. Die große individuelle Vielfalt könnte erklären, warum bisher kein einzelner verlässlicher Biomarker für Depressionen oder Angststörungen gefunden wurde.
Für eine Diagnose anhand eines Hirnscans reichen die Ergebnisse nicht aus. Sie sprechen aber dafür, psychische Erkrankungen künftig stärker anhand gemeinsamer biologischer Mechanismen und weniger ausschließlich entlang starrer Diagnosegrenzen zu untersuchen.
🔗 Quelle: ZI Mannheim
Wiegert J., Marty-Lombardi S., Oweda J. et al.: Breaking the norm: population-scale deviations of brain structure in depression and anxiety. Molecular Psychiatry, veröffentlicht 2026. DOI: 10.1038/s41380-026-03691-4
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1 🌐 KI-Umbruch: Vorbereitung statt bloßer Zukunftsprognosen
Wie stark wird künstliche Intelligenz Wirtschaft und Arbeitswelt verändern? Mehr als 200 Ökonominnen und Ökonomen sowie KI-Forschende fordern, diese Frage nicht länger nur mit Zukunftsszenarien zu beantworten. Zu den Unterzeichnern des Statements „We Must Act Now“ gehören 16 Wirtschaftsnobelpreisträger, darunter Daron Acemoglu, Joseph Stiglitz, Paul Krugman und Ben Bernanke.
Ihre zentrale These: KI könnte innerhalb der nächsten zehn Jahre erheblich leistungsfähiger werden und eine wirtschaftliche Transformation auslösen, die größer als die Industrielle Revolution ausfällt – allerdings in wesentlich kürzerer Zeit. Das könne den Lebensstandard deutlich steigern, zugleich aber zu umfangreichen Arbeitsplatzverlusten und einer stärkeren Konzentration von Wohlstand führen.
Die Fachleute rufen deshalb dazu auf, die wirtschaftlichen Folgen frühzeitig zu erforschen und politische Leitplanken, Anreizsysteme und Institutionen zu entwickeln. Konkrete Maßnahmen oder belastbare Prognosen enthält das Papier allerdings nicht. Auch für bereits erfolgte massive Arbeitsplatzverluste durch KI fehlen bislang eindeutige Belege. Das Statement ist daher weniger eine Vorhersage als ein Appell: Die Entwicklung sollte nicht erst dann politisch gestaltet werden, wenn ihre Folgen bereits sichtbar sind.
🔗 Zur Originalquelle: Brynjolfsson E., Agrawal A., Korinek A. et al.: We Must Act Now – A Statement on AI’s Transformation of the Economy. Stanford Digital Economy Lab, Juli 2026.
2 🌍 Klimaschutz braucht mehr als gute Kommunikation
Viele Menschen halten Klimaschutz für wichtig, handeln aber dennoch nicht entsprechend. Das zeigt das Forschungsprojekt PACE unter Leitung der Gesundheitskommunikatorin Prof. Dr. Cornelia Betsch (UniversitätErfurt). Seit 2022 befragt das Team regelmäßig rund 1.000 Erwachsene in Deutschland zu Wissen, Risikowahrnehmung, Vertrauen und Verhalten.
Die aktuellen Ergebnisse offenbaren deutliche Lücken: Rund 80 Prozent der Befragten gehören bei Hitze zu einer Risikogruppe, doch fast 60 Prozent von ihnen wissen das nicht. Zugleich hält rund zwei Drittel die Folgekosten des Klimawandels für höher als die Kosten des Klimaschutzes. Das Vertrauen in das staatliche Klimahandeln ist jedoch auf nur noch rund 16 Prozent gesunken. Zwischen Zustimmung und tatsächlichem Verhalten bleibt eine große Distanz: Ein Viertel erklärte, eine Klimaklage gegen die Bundesregierung unterstützen zu wollen – tatsächlich beteiligten sich knapp drei Prozent.
Nach Einschätzung der Forschenden reicht gute Kommunikation deshalb allein nicht aus. Maßnahmen müssen erkennbar wirksam, fair verteilt und im Alltag einfach umsetzbar sein. Persönliche Vorteile und ein sichtbarer Nutzen für die Gesellschaft können die Akzeptanz zusätzlich erhöhen.
🔗 Quelle: Klaus Tschira Stiftung
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1️⃣ 🧠 Frühe Pubertätshormone: Bei Jungen zeigt sich ein besonderes Muster
Die Pubertät beginnt hormonell früher, als sie äußerlich sichtbar wird. Eine Studie unter Leitung der Universitätsmedizin Essen untersuchte Daten von bis zu 11.696 Kindern und Jugendlichen. Im Mittelpunkt stand das Nebennierenhormon DHEA, dessen Produktion bereits im Alter zwischen neun und zwölf Jahren steigt. Bei Jungen waren höhere Werte mit etwas weniger aggressivem und impulsivem Verhalten verbunden. Auch Ängste und depressive Symptome traten im weiteren Verlauf teilweise seltener auf. Bei Mädchen zeigte sich dieser Zusammenhang nicht.
Die beobachteten Effekte waren insgesamt klein, aber über mehrere Untersuchungszeitpunkte hinweg erkennbar. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass DHEA vor psychischen Erkrankungen schützt. Die Ergebnisse zeigen vielmehr, dass hormonelle und psychische Entwicklung geschlechtsspezifisch verlaufen können. Welche biologischen und sozialen Faktoren dabei zusammenspielen, müssen weitere Studien klären.
🔗 Quelle: UK Essen
Weisner F. E., Serio B., Valk S. et al.: The sex-specific role of adrenal androgens in youth psychopathology. Translational Psychiatry, Band 16, Artikel 300, veröffentlicht am 4. Juni 2026. DOI: 10.1038/s41398-026-04121-3.
2️⃣ 🚹 Männergesundheit: Vorsorge ohne falsche Scham
Viele Männer gehen erst zum Urologen, wenn Beschwerden bereits deutlich spürbar sind. Die Paracelsus-Klinik Golzheim will diese Zurückhaltung mit einer bewusst direkten Kampagne aufbrechen. Unter dem Motto „Zeig’s dem Urologen – Männer, lasst die Hosen runter“ wirbt sie für mehr Offenheit bei Vorsorge, Früherkennung und sexueller Gesundheit. Die provokante Ansprache soll Scham und Berührungsängste abbauen. Denn wer Untersuchungen immer wieder verschiebt, riskiert, dass Erkrankungen erst spät erkannt werden. Ob die Kampagne tatsächlich mehr Männer zur Vorsorge bewegt, bleibt abzuwarten. Sie macht jedoch deutlich, dass Tabus selbst zu einem Gesundheitsrisiko werden können.
🔗 Quelle: Paracelsus-Klinik Golzheim
📣 Ankündigungen
1️⃣ 🩸 Frankfurter Gefäß- und Gerinnungssymposium
Wie lange sollte nach einer Thrombose mit Gerinnungshemmern behandelt werden? Wann sind spezielle Gerinnungstests sinnvoll? Diese und weitere Fragen stehen beim 16. Frankfurter Gefäß- und Gerinnungssymposium im August im Mittelpunkt. Themen sind unter anderem Thrombophiliediagnostik, unklare Blutungsneigungen, Schlaganfall, viszerale Venenthrombosen und der Umgang mit Blutverdünnern rund um operative Eingriffe. Fallbeispiele und Pro-und-Kontra-Diskussionen sollen die Umsetzung neuer Leitlinien im klinischen Alltag erleichtern. Veranstaltungsort ist die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt am Main.
👉 Zu Kongress-Homepage und Programm
📅 Wann: 14. und 15. August 2026
📍 Wo: Deutsche Nationalbibliothek Frankfurt am Main
2️⃣ ❤️ Kardiologie: KI trifft klinische Praxis
Ende August bringt der ESC Congress in München internationale Fachleute aus Kardiologie und Herz-Kreislauf-Forschung zusammen. Vorgestellt werden aktuelle Studien, neue Behandlungskonzepte und technologische Entwicklungen. Einen Schwerpunkt bildet der verantwortungsvolle Einsatz künstlicher Intelligenz in Diagnostik und klinischer Entscheidungsfindung. Zudem werden neue europäische Leitlinien sowie eine aktualisierte Definition des Herzinfarkts präsentiert. Das wissenschaftliche Programm verbindet Forschungsdaten mit ihrer praktischen Anwendung in der Patientenversorgung. Eine Teilnahme ist vor Ort und online möglich.
👉 Zu Kongress-Homepage und Programm
📅 Wann: 28. bis 31. August 2026
📍 Wo: Messe München GmbH, Am Messesee 2, 81829 München
🤕 IchalsPatient:in
1️⃣ 🥤 Schluckstörungen: App soll Diagnostik vereinheitlichen
Schlucken ist komplex – und Fehler bei der Beurteilung können schwerwiegende Folgen haben. Eine neue App des Universitätsklinikums Münster und des Klinikums Osnabrück soll Fachkräfte bei der fiberendoskopischen Untersuchung von Schluckstörungen unterstützen.
Bei der sogenannten FEES wird ein dünnes Endoskop über die Nase eingeführt. Die Behandelnden prüfen unter anderem, ob Flüssigkeiten oder Nahrung in die Atemwege gelangen und wie gut die Schutzreflexe funktionieren. Die App führt in zwölf Schritten durch die Untersuchung, ermöglicht eine direkte digitale Dokumentation und erstellt eine strukturierte Befundvorlage.
Grundlage sind wissenschaftlich etablierte Klassifikationen sowie Erkenntnisse aus mehr als 20 Jahren Forschung. Ziel ist, Abläufe zu standardisieren, Befunde besser vergleichbar zu machen und den Dokumentationsaufwand zu reduzieren. Eine Diagnose stellt die Anwendung jedoch nicht: Die medizinische Bewertung und alle therapeutischen Entscheidungen bleiben bei den Behandelnden.
Derzeit befindet sich die App in einer offenen Beta-Testphase. Rückmeldungen aus der Praxis sollen nun in die Weiterentwicklung einfließen. Ob sie die Qualität der Versorgung messbar verbessert, muss allerdings noch systematisch untersucht werden.
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