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🗞 29/2023

Senkung des Krebsrisikos · Bei Ärztemangel: Gemeinsame Arzttermine? · Studie: Altersdiskriminierung nimmt zu

Mirjam Bauer
Mirjam Bauer

📌 5 weekly picks

1 📌 Senkung des Krebsrisikos - wer kennt sich aus?

Warum bemĂŒhen sich so viele Menschen nicht darum, ihr eigenes Krebsrisiko zu senken? Dies untersuchten Wissenschaftlerinnen vom Nationalen KrebsprĂ€ventionszentrum und vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ).
Fazit der Forscherinnen: Je mehr Menschen in einem Land ĂŒber Krebsrisikofaktoren Bescheid wissen, desto höher ist der Anteil an Menschen, die sich bemĂŒhen, ihr persönliches Krebsrisiko zu senken. Dieser Effekt lĂ€sst sich in Zahlen ausdrĂŒcken: Mit jedem Prozentpunkt mehr an Menschen, die gut ĂŒber Krebsrisikofaktoren informiert sind, steigt die Zahl an Personen, die Maßnahmen zur Verringerung ihres Risikos ergreifen, um durchschnittlich 0,169 Prozentpunkte.

weiterlesen auf den Seiten des DKFZ

2 📌 Gemeinsame Arzttermine gegen den Ärztemangel

Patient und Arzt im EinzelgesprÀch: In LÀndern mit stark belasteten Gesundheitssystemen ein Luxus, der vielleicht bald Geschichte ist. Gemeinsame Arzttermine (shared medical appointments) könnten Abhilfe schaffen. Wissenschaftler haben sich des Themas angenommen:
Bei gemeinsamen Arztterminen (kurz: SMAs fĂŒr „shared medical appointments”) treffen sich Patienten mit derselben Erkrankung in einer Gruppe mit dem Arzt, wobei jeder Patient nacheinander behandelt wird. Der Behandelnde gibt sowohl Informationen weiter, die auf die speziellen BedĂŒrfnisse des Patienten zugeschnitten sind, als auch standardisierte Informationen, die fĂŒr andere mit der gleichen Erkrankung relevant sind.  Die neue Studie zeigt, dass gemeinsame Arzttermine die Zufriedenheit von Patienten, das Lernen und die Einhaltung von Medikamenten deutlich verbessern!

3 📌 Altersdiskriminierung in unserer Gesellschaft prĂ€sent

Ein Meinungsforschungsinstitut fĂŒhrte im Februar dieses Jahres im Auftrag der Hamburger Agentur fischerAppelt eine Online-Befragung mit 2.500 Personen in den Altersgruppen 60 und Ă€lter durch.
Zwei der wichtigsten Erkenntnisse: 72,2 Prozent der befragten Personen sind bereit, ihre digitalen Gesundheitsdaten fĂŒr Forschung und Versorgung bereitzustellen. Andererseits wĂŒrden die DigitAger digitale Gesundheitsangebote wie Telemedizin und Wearables jedoch nicht selbst nutzen. Die Studie thematisiert außerdem Altersdiskriminierung. Jede:r vierte Befragte erfuhr bereits am eigenen Leib eine Herabsetzung aufgrund des Alters beim Arzt (!)  (25,2 %). Im Berufsleben teilt mit 35 Prozent mehr als jede:r Dritte diese Erfahrung. Frauen sind mit 27,4 Prozent hĂ€ufiger von diesem Problem betroffen als MĂ€nner (23 %).

Zum 'DigitAger-Report'

4 📌 Klinische Studien: Deutschland droht Anschluss zu verlieren

Deutschland verliert bei der DurchfĂŒhrung klinischer Studien zusehend den Anschluss an andere Industrienationen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Unternehmensberatung Kearney im Auftrag des Verbands der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa). Insbesondere in der Onkologie droht demnach eine „spĂŒrbare InnovationslĂŒcke“, die sich auch auf die Versorgung auswirken könnte.

"Unsere durchgefĂŒhrten klinischen Studien haben seit 2012 um ĂŒber fĂŒnf Prozent abgenommen, rechnet man die Studien zu SARS-CoV-2 heraus, sogar um mehr als zehn Prozent. Entsprechend sei Deutschland im internationalen Vergleich zurĂŒckgefallen", so Kearney-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Marc P. Philipp am 2. Juli in Berlin. War es 2012 noch weltweit fĂŒhrend, steht Deutschland heute mit 2.721 klinischen Studien im Jahr 2021 hinter den USA mit 12.503, China mit 7.768, Frankreich mit 3.045, Spanien mit 2.950, Großbritannien mit 2.944 und Kanada mit 2.780. Bei der Betrachtung der Zahl laufender klinischer Studien pro einer Million Einwohner sehe es sogar noch dĂŒsterer aus: Hier liegt Deutschland mit 33 Studien nur noch auf Platz 11. FĂŒhrende LĂ€nder wie DĂ€nemark, Belgien oder Israel sind mit 192 Studien, 147 und 118 weit entfernt. Ähnlich sieht es bei der Zahl der Studienteilnehmer pro einer Million Einwohner aus.

Weiteres hierzu im Ärzteblatt

5 📌 Innovative Therapieoption bei zentral bedingten MuskellĂ€hmungen

Wie kann man nach einem Schlaganfall gelĂ€hmte Muskeln effektiv stimulieren, sodass Patienten diese auf lange Sicht wieder selbst steuern und besser bewegen können? Dieser Frage gehen Forschende des LMU Klinikums MĂŒnchen unter der Projektleitung der Zimmer MedizinSysteme GmbH (Neu-Ulm) gemeinsam mit weiteren Kooperationspartnern in dem dreijĂ€hrigen Projekt „MABEL“ nach. Sie entwickeln ein Therapieverfahren, das die repetitive neuromuskulĂ€re Magnetstimulation (rNMS) und KI-gestĂŒtzte 3D-Ultraschallbildgebung kombiniert. Damit lassen sich gelĂ€hmte Muskeln erstmals direkt und zielgenau stimulieren, sodass Patienten die Bewegung wieder spĂŒren und diese nach erfolgreicher Therapie besser oder ganz alleine ausfĂŒhren können.

In der Abteilung fĂŒr PĂ€diatrische Neurologie der LMU wird die rNMS schon seit lĂ€ngerem bei Kindern mit LĂ€hmungen eingesetzt.

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💬 Über den Tellerrand

Schlappohr statt Doktor - tiergestĂŒtzte Therapie funktioniert

Einer der beliebtesten Mitarbeiter des Sana Klinikums in Berlin-Lichtenberg hat schwarz-weißes Fell, ein blaues Halstuch und Schlappohren: Therapiehund Lewis-Oskar. Seit sieben Jahren begleitet der Border Collie  den Chefarzt und Akutgeriater Eric Hilf  tĂ€glich bei der Arbeit. “Wir arbeiten weniger mit Technik und viel mit Empathie”, sagte Hilf anlĂ€sslich einer Infoveranstaltung ĂŒber Therapiehunde auf dem KlinikgelĂ€nde. Bei der Arbeit mit alten Menschen sei Lewis-Oskar daher eine große Bereicherung. Er öffne die Herzen.
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Der Verein Therapiehunde Deutschland e.V. hat mittlerweile ĂŒber 900 Mitglieder, deren Therapiehunde in allen BundeslĂ€ndern eingesetzt werden.
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