Foto der Woche: martin bennie

🗞 28/2023

Milliardengeschäft mit Chemotherapien? · neue Zelltherapie bei Parkinson · Nicht-invasive Hirnstimulationsverfahren ohne Wirkung

Mirjam Bauer
Mirjam Bauer

📌 5 weekly picks

1 📌 Das Krebskartell: Milliardengeschäft mit Chemotherapien?

Jedes Jahr erkranken etwa 500.000 Menschen in Deutschland an Krebs. Was viele Betroffene nicht wissen: Krebsmedikamente und Chemotherapien sind ein Milliardengeschäft. An jedem Rezept können unterschiedliche Akteur:innen viel Geld verdienen. Eine  MONITOR-Reportage zeigt, wie sich ein Kampf um lukrative Rezepte entwickelt hat, die mit teilweise hohen Gewinnspannen verbunden sind - insbesondere für die Apotheken.

2 📌 Fortschritte bei Parkinson mit neuer Zelltherapie

Das Pharmaunternehmen Bayer hat nun Ergebnisse aus einer Studie zur Wirksamkeit einer neuen Zelltherapie zur Behandlung von Parkinson vorgelegt. Die Studie zeigte, dass die Zelltransplantation „machbar“ ist und dass transplantierte Zellen über einen Zeitraum von zwölf Monaten im Gehirn überleben und wachsen können. In dieser spezifischen Studie wurden neue Zellen in das Gehirn von Parkinson-Patienten implantiert, um die Produktion von Dopamin zu stimulieren, einem Neurotransmitter, dessen Mangel zu den motorischen Symptomen der Erkrankung führt.
Im Erfolgsfall könnte diese neue Therapie nicht nur die Symptome der Krankheit lindern, sondern auch die Progression der Krankheit verlangsamen oder sogar umkehren.

weiterlesen im Parkinson-Journal

💡
Das Parkinson Journal ist eine Sammlung von Informationen rund um das Thema Morbus Parkinson. Seine zahlreichen Texte, Videos, Ratgeber, Verzeichnisse oder Podcasts, geschrieben oder produziert von oft selbst betroffenen Autoren, sind zum Wegbegleiter vieler Betroffener, Angehöriger und Ratsuchender geworden.

3 📌 Wirksamkeitsstudie: Nicht-invasive Hirnstimulationsverfahren zur Behandlung der Depression

Sie wird gepriesen als eine einfach durchführbare und kostengünstige Alternative zur transkraniellen Magnetstimulation in der Behandlung der Depression: die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS). Zwei größere und in angesehenen Fachzeitschriften veröffentlichte Studien hatten einen positiven Effekt nachgewiesen. Jetzt hat ein Team von Forschenden unter Leitung von MINQ-Spezialist Prof. Dr. Frank Padberg aus der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des LMU Klinikums in einer qualitativ hochwertigen, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Studie das Verfahren erneut überprüft.

👉 Das Ergebnis: Eine Wirksamkeit gegenüber Placebo konnte nicht nachgewiesen werden: Es gebe "keine Unterschiede in der Wirksamkeit des Verfahrens in beiden Gruppen - sechs Wochen nach der Behandlung nicht und sechs Monate danach auch nicht."

weiterlesen in der Mitteilung der LMU

4 📌 Neues Zentrum für innovative Ansätze der Gen- und Zelltherapie

Was vor einigen Jahren noch Zukunftsmusik war, wird heute bereits angewandt: falsch funktionierende Gene werden ersetzt, repariert oder entfernt. Gentechnisch-veränderte Immunzellen, sogenannte CAR-T-Zellen, werden für Patienten mit bestimmten Formen von Blutkrebs eingesetzt. Weitere gentherapeutische Substanzen werden bei der Behandlung monogenetischer Erkrankungen genutzt. Heidelberg gehört darüber hinaus zu einem der größten europäischen Anwendungszentren für die Gentherapie der spinalen Muskelatrophie und in Zukunft auch anderer seltener Erkrankungen des Kinder- und Jugendalters.

„Als eine der ersten Kliniken in Deutschland behandeln wir seit 2018 Krebspatienten mit CAR-T-Zellen“, berichtet MINQ-Spezialist Professor Dr. Carsten Müller-Tidow, Ärztlicher Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie, Rheumatologie am UKHD und Sprecher des Zentrums. „Da die neuen Therapien ins Erbgut eingreifen, werden an sie sehr hohe Qualitätsansprüche in Bezug auf Sicherheit, Patientenauswahl und Wirksamkeit gestellt.

weiterlesen auf den Seiten der UK Heidelberg

5 📌 Früherkennung bei Babys durch Stuhlfarbkarte

Eine Gallengangatresie ist eine seltene Erkrankung, die aber bereits in den ersten Lebenswochen eines Kindes gravierende Folgen haben kann. Bei der Atresie handelt es sich um einen irreversiblen Verschluss der ableitenden Gallenwege, der in wenigen Wochen zu einer Zerstörung der Leber führt. „Die einzige Chance, das zu verhindern, liegt in einer sehr frühen Diagnose“, erklärt Dr. Omid Madadi-Sanjani von der Klinik für Kinderchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Der Oberarzt und sein inzwischen ehemaliger Kollege Professor Dr. Claus Petersen setzen sich seit vielen Jahren dafür ein, die Früherkennung der Gallengangatresie zu stärken. Jetzt freuen sie sich über einen großen Erfolg : Eine Stuhlfarbkarte, die Hinweise auf einen möglichen Gallengangverschluss geben kann, wird fester Bestandteil des Gelben Heftes – und kann damit bundesweit bei allen Neugeborenen zum Einsatz kommen.

zur Pressemitteilung der MHH

💬 Über den Tellerrand

🏥 Healing Architecture - Neue Ausstellung der TU München

Krankenhausbauten machen eher kränker, nicht gesünder. Mit dieser Aussage setzt sich die neue Ausstellung der TU München auseinander. Warum nicht der Krankheit, sondern den Kranken, Raum gegeben werden soll und wie diese neue Perspektive umgesetzt werden kann. Das Architekturmuseum der Technischen Universität München – in der Pinakothek der Moderne – zeigt jetzt, wie es anders geht: Dem aus Nordamerika stammenden Konzept „Healing Architecture“ ist dort eine neue Ausstellung gewidmet. Diese setzt sich an erster Stelle mit den wissenschaftlichen Grundlagen, mit der Wirksamkeit sowie der Realisierbarkeit der sogenannten „heilenden Architektur“ kritisch auseinander.

📅 noch bis zum 21.01.2024

…zur Ausstellung  

🤕 IchalsPatient

Endometriose: Radikaler Schritt gegen Schmerzen

Schmerzen, Ohnmacht, Übelkeit – jahrelang kann niemand Sarah Kube helfen. Erst eine Notfall-Operation zeigt: Sie hat Endometriose. Heute engagiert sich Kube als Vorstandsvorsitzende in der Endometriosevereinigung. „Wenn jemand eine Diagnose durch die Endometriose-Vereinigung Deutschland fünf Jahre früher bekommt, dann haben wir viel erreicht“, sagt sie. Man könne sich das ausrechnen. „Wenn man sich überlegt, dass eine Frau fünf Tage im Monat Schmerzen hat, dann sind das 60 Tage im Jahr. Rechnen wir das auf fünf Jahre hoch, hat diese Frau 300 Tage Schmerzen gehabt.“ Das sei fast ein Jahr täglich Schmerzen innerhalb der fünf Jahre.

zum Artikel in der Berliner Morgenpost

Patienten als Peers

Wenn Kevin Schultes von „Beratung auf Augenhöhe“ spricht, ist das in seinem Fall wörtlich zu nehmen. Seit einem Sturz von einer Leiter vor 28 Jahren sitzt der Vorsitzende der Fördergemeinschaft der Querschnittgelähmten in Deutschland (FGQ) im Rollstuhl. Die meisten der 160 Peers der FGQ sind erfahrene Rollstuhlnutzerinnen und -nutzer, die Regel sind fünf bis sechs Kontakte zu den Neu-Betroffenen, die meisten nach dem Klinikaufenthalt. Man trifft sich, gibt Tipps, trinkt vielleicht einfach mal nur einen Kaffee zusammen. Der, der durchlebt, durchlitten und bewältigt hat, ist da – das ist die Hauptsache.

Schultes weiß, dass die Peer-Beratung oft eine Gratwanderung ist: Man möchte Perspektiven und Möglichkeiten aufzeigen, aber ohne Druck zu machen. „Meine Lebenszufriedenheit ist kein Selbstläufer, vieles war ein Prozess“, erzählt der Unternehmensberater.

weiterlesen in der Apotheken-Umschau

Newsletter

Kommentare