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🗞 27/2023

Fremde Immunzellen helfen Schwerstkranken · Reha: Public Reporting schafft Transparenz · Lebererkrankungen: Vorbeugung durch Statine?

Mirjam Bauer
Mirjam Bauer

📌 5 weekly picks

1 📌 Fremde Immunzellen helfen Schwerstkranken

Eine Klinische Studie unter MHH-Leitung ĂŒberprĂŒft eine neue Therapie mit Abwehrzellen gegen das JC-Virus - auch als humanes Polyomavirus 2 bekannt. Dieses infiziert etwa 70 bis 90 Prozent aller Menschen weltweit, ohne dass die meisten es ĂŒberhaupt bemerken. Doch einmal in den Körper gelangt, schlummert das Erbgut des Erregers dort weiter. Ist das Immunsystem durch eine schwere Erkrankung oder immunsuppressive Medikamente geschwĂ€cht oder stillgelegt, wird das Virus reaktiviert und vermehrt sich. Über das Blut kann es in das Zentralnervensystem einwandern und fĂŒhrt hĂ€ufig innerhalb von wenigen Wochen zum Tod.
„Jetzt haben wir zum ersten Mal einen Ansatz, das Virus ohne grĂ¶ĂŸere Nebenwirkungen direkt zu bekĂ€mpfen“, erklĂ€rt Professor Dr. Thomas Skripuletz, Oberarzt an der MHH-Klinik fĂŒr Neurologie. Die Lösung liegt im Blut gesunder Menschen, die zwar mit dem JC-Virus infiziert sind, jedoch nicht krank werden. Sie verfĂŒgen ĂŒber passgenaue Abwehrzellen!

mehr zur Studie auf den Seiten der MHH

2 📌 Reha: Public Reporting schafft Transparenz

Sowohl die TrĂ€ger der Deutschen Rentenversicherung (DRV), als auch die der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind zukĂŒnftig verpflichtet, die Daten der externen QualitĂ€tssicherung ĂŒbersichtlich und in allgemein verstĂ€ndlicher Form zu veröffentlichen. Inhaltlich werden die von den Fachabteilungen zur VerfĂŒgung stehenden QualitĂ€tsdaten herangezogen, die denen entsprechen, die in der Einrichtungsauswahl verwendet werden. Die Fachabteilungen erhalten ihre QualitĂ€tsdaten vor der Veröffentlichung zur PrĂŒfung.
FĂŒr die TrĂ€ger der DRV gilt bereits ab 01. Juli 2023 die Pflicht zur Veröffentlichung der Daten - einzusehen unter unter www.meine-rehabilitation.de. Leistungsberechtigte werden so in die Lage versetzt, sich ĂŒber die unterschiedlichen verfĂŒgbaren Leistungsangebote zu informieren und eine sachgerechte Auswahl zu treffen.

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MINQ berĂŒcksichtigt bereits seit 2016 mit Beginn der bundesweiten Recherchen zu den Rehakliniken die bislang unveröffentlichten QualitĂ€tsberichte der Rehakliniken. Die meisten HĂ€user stellen ihre Ergebnisse seitdem in den MINQ-Fragebögen zur VerfĂŒgung. Das schafft Transparenz!

3 📌 Helfen Statine bei der  Vorbeugung von  Lebererkrankungen?

Statine, die am hĂ€ufigsten verschriebenen Cholesterinsenker, könnten eine entscheidende Rolle bei der Vorbeugung von Lebererkrankungen spielen. Das zeigt eine neue Studie, die ein Team der Klinik fĂŒr Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen und internistische Intensivmedizin (Medizinische Klinik III) an der Uniklinik RWTH Aachen durchgefĂŒhrt hat. Die Forschung, angefĂŒhrt von der Erstautorin und Doktorandin Mara Vell und unter Leitung von Dr. med. Carolin Schneider, AssistenzĂ€rztin in der Medizinischen Klinik III, zielte darauf ab, die Auswirkungen von Statinen auf die allgemeine Bevölkerung, insbesondere auf Menschen ohne bekannte Lebererkrankungen, besser zu verstehen. Die Studie ist kĂŒrzlich in der Zeitschrift JAMA Network erschienen.

zur Pressemeldung der UK Aachen

4 📌 Erstmals wirksame Alzheimer-Behandlung mit Medikament

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat das Alzheimer-Medikament Leqembi zugelassen. Eine Studie belege dessen Wirksamkeit, das Nachlassen der Merk- und DenkfĂ€higkeit werde bei Patienten im frĂŒhen Stadium verlangsamt. Leqembi hat in den USA eine vollstĂ€ndige Zulassung erhalten. Es könne bei Patienten mit Demenz im Anfangsstadium und anderen Symptomen eingesetzt werden, die von der neurodegenerativen Erkrankung verursacht wĂŒrden, teilte die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA mit.

Leqembi, das auf dem Wirkstoff Lecanemab beruht, gilt als das erste Medikament, das nachweislich den fortschreitenden Abbau kognitiver FÀhigkeiten bremst, den Alzheimer auslöst.

5 📌 📣 Aufruf zur Muttermilchspende fĂŒr kranke Neu- und FrĂŒhgeborene

Die Unimedizin Greifswald bittet um Muttermilch-Spenden. Diese werden insbesondere fĂŒr kleine FrĂŒhgeborene oder besonders schwerkranke Neugeborene benötigt. Die Reserven sind aktuell knapp.„Muttermilch ist besonders fĂŒr FrĂŒhgeborene und kritisch kranke Neugeborene wichtig“, erklĂ€rt MINQ-Spezialist Prof. Matthias Heckmann. Der Leiter der Neonatologie berichtet: „Wir können sehr stolz in Greifswald sein, da es am Zentrum fĂŒr Kinder- und Jugendmedizin schon seit mehr als 80 Jahren eine Frauenmilchbank gibt.“

zum Aufruf

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Aktuell versorgen 40 Frauenmilchbanken an deutschen Kliniken bedĂŒrftige FrĂŒhgeborene und kranke Neugeborene mit Spendemilch, wenn die Milch der eigenen Mutter nicht ausreicht. Die meisten versorgen ausschließlich Patientinnen und Patienten der eigenen Klinik. Einige Frauenmilchbanken haben darĂŒber hinaus die Möglichkeit, Milch an andere Kliniken abzugeben. Ein Großteil der ĂŒber 200 Perinatalzentren hat jedoch weiterhin keinen Zugang zu gespendeter Milch aus einer Frauenmilchbank.
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