🗞 23/2026
Das vorhersagende Gehirn · Risikoprofil erwachsener Frühgeborener · KI-Quellen, die es nie gab: Wenn Fachartikel auf erfundener Literatur beruhen · Alzheimer-Pathologie ohne Symptome · Chronische Fatigue: UK Bonn entwickelt App · Podcast: “Verstehen wir noch, was wir erforschen?”
📌 5 weekly picks
1 📌 🧠🤖 Das vorhersagende Gehirn: Zuhören ist mehr als Reagieren
Unser Gehirn wartet offenbar nicht einfach ab, bis ein Wort ausgesprochen ist. Es berechnet beim Zuhören laufend mit, wie ein Satz weitergehen könnte. Eine aktuelle Studie der FAU Erlangen-Nürnberg und der Universität Heidelberg zeigt nun, wie stark diese Vorhersagen messbar sind.
Dafür hörten 29 Erwachsene rund 50 Minuten lang ein Hörbuch. Währenddessen wurde ihre Hirnaktivität mit EEG und MEG aufgezeichnet. Anschließend verglichen die Forschenden die Muster mit den Vorhersagen moderner KI-Sprachmodelle. Das Ergebnis: Je erwartbarer ein Wort im Kontext war, desto schwächer fiel die neuronale Reaktion aus. Überraschende Wörter lösten dagegen deutlich stärkere Antworten aus. Das Gehirn muss dann offenbar mehr nacharbeiten und die Information neu einordnen. Besonders spannend: Veränderungen der Hirnaktivität zeigten sich teilweise schon vor dem eigentlichen Wortbeginn. Der Kopf bereitet sich also vor, bevor das nächste Wort überhaupt zu hören ist.
Damit stützt die Studie die Idee eines prädiktiven Gehirns. Sprache wird nicht nur verarbeitet, sondern aktiv vorausgedacht. Die Parallele zu ChatGPT liegt im Prinzip der Wahrscheinlichkeit. Auch Sprachmodelle berechnen, welches Wort im Kontext als Nächstes plausibel ist. Trotzdem betonen die Forschenden: Gehirn und KI funktionieren nicht einfach gleich. Ähnliche Ergebnisse bedeuten nicht identische Mechanismen. Sie können aber helfen, Sprachverarbeitung besser zu verstehen. Langfristig könnten daraus neue Ansätze für Diagnostik, Gehirn-Computer-Schnittstellen oder erklärbarere KI entstehen.
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Nikola Kölbl, Konstantin Tziridis, Andreas Maier, Thomas Kinfe, Ricardo Chavarriaga, Achim Schilling, Patrick Krauss, The predictive brain: Neural correlates of word expectancy align with large language model prediction probabilities, NeuroImage, Volume 334, 2026, 121966, https://doi.org/10.1016/j.neuroimage.2026.121966.
2 📌 Das Risikoprofil erwachsener Frühgeborener 👶 ➡️ 🧑⚕️
Nach 18 Jahren wegweisender Arbeit am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat sich der renommierte Neonatologe Prof. Dr. Dominique Singer in den Ruhestand verabschiedet. Jetzt erschien in der Zeitschrift für Allgemeinmedizin seine jüngste Forschungsarbeit – ein erstes umfassendes Risikoprofil für erwachsene Frühgeborene.
Erst seit rund 35 Jahren gelingt es der modernen Neonatologie, extreme Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm routinemäßig erfolgreich zu behandeln. Dadurch wächst nun eine völlig neue Patientengruppe im Gesundheitssystem heran. Zu erwarten sind demnach langfristige pulmonale, kardiometabolische sowie neurosensorisch-kognitive Risiken, geprägt von einer Tendenz zur beschleunigten biologischen Alterung. Aufgrund dieser komplexen Spätfolgen wird der Allgemeinmedizin künftig eine entscheidende, ganzheitliche Koordinationsfunktion in der langfristigen Betreuung dieser Patientinnen und Patienten zukommen.
Der Bundesverband Frühgeborene e. V. hat mit Unterstützung der Techniker Krankenkasse (TK) eine Broschüre „Mögliche Langzeitfolgen von Frühgeburt“ herausgegeben, die neben allgemeinverständlichen Erläuterungen für Betroffene auch Fachinformationen für Hausärzt:innen enthält.
https://www.fruehgeborene.de/fachdisziplinen/publikationen.htm
Singer D.: Erwachsene Frühgeborene. Risikoprofil und Versorgungsbedarf einer neuen Patientengruppe. Zeitschrift für Allgemeinmedizin. 2026. DOI: https://doi.org/10.1007/s44266-026-00541-y
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3 📌 ⚠️ KI-Quellen, die es nie gab: Wenn Fachartikel auf erfundener Literatur beruhen 🤖📚
Wissenschaft lebt von überprüfbaren Quellen. Doch genau hier zeigt sich ein neues Problem im Umgang mit KI-generierten Texten. Ein Forschungsteam hat Millionen biomedizinischer Fachartikel aus PubMed Central untersucht. Das Ergebnis: In mehreren Tausend Arbeiten fanden sich Literaturangaben zu Studien, die offenbar gar nicht existieren. Die Quellen wirkten auf den ersten Blick plausibel. Sie waren formal korrekt aufgebaut, passten thematisch zum Artikel und nannten teils reale Autorennamen.
Genau das macht das Problem so heikel. Denn erfundene Referenzen sind nicht nur ein formaler Fehler. Sie können die wissenschaftliche Evidenzkette beschädigen. Besonders kritisch ist das bei Übersichtsarbeiten. Denn Reviews fließen häufig in Leitlinien, Bewertungen und klinische Entscheidungsprozesse ein. Wenn dort Quellen zitiert werden, die es nie gegeben hat, wird aus einem KI-Fehler ein Problem für Forschung und Versorgung.
Die Forschenden sehen Sprachmodelle als naheliegende Ursache, weisen aber auch auf andere Faktoren wie Paper Mills hin, das sind profitorientierte Unternehmen oder Agenturen, die im großen Stil gefälschte wissenschaftliche Arbeiten erstellen und gegen Bezahlung publizieren. Klar ist: KI kann Recherche und Schreiben unterstützen. Aber sie ersetzt keine Quellenprüfung.
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Topaz M, Roguin N, Gupta P et al. Fabricated citations: an audit across 2·5 million biomedical papers The Lancet, 407, 1779-1781 DOI: 10.1016/S0140-6736(26)00603-3
4 📌 🧠 Alzheimer-Pathologie ohne Symptome: Was Gehirne widerstandsfähig macht 🛡️
Eine asymptomatische Alzheimer-Krankheit, also ein Zustand, bei dem im Gehirn einer Person bereits die typischen biologischen Veränderungen von Alzheimer stattfinden, die betroffene Person im Alltag jedoch vollkommen beschwerdefrei ist und keinerlei geistige Defizite zeigt, ist keineswegs selten: Studien schätzen, dass etwa 20 bis 30 % der älteren Menschen trotz erheblicher Amyloid- und Tau-Pathologie - den beiden biologischen Hauptmerkmalen der Alzheimer-Krankheit - keinerlei kognitive Defizite aufweisen. Eine aktuelle Studie im Fachjournal Acta Neuropathologica liefert nun wichtige molekulare und strukturelle Erklärungsansätze für diese bemerkenswerte neuronale Resilienz.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Präsenz von Beta-Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen nicht zwangsläufig in einen klinischen Funktionsverlust münden muss. Stattdessen deuten die Daten darauf hin, dass spezifische zelluläre Schutzmechanismen – wie eine ausgeprägte synaptische Kompensation, eine dämpfende Regulation von Neuroinflammationen sowie eine hohe kognitive Reserve – die neurotoxischen Effekte der Proteinablagerungen effektiv abfedern können.
Für die Forschung ist diese Erkenntnis von zentraler Bedeutung: Das tiefere Verständnis der körpereigenen Resilienzmechanismen eröffnet völlig neue therapeutische und präventive Ansätze. Statt sich ausschließlich auf die Reduktion von Plaques zu konzentrieren, rückt die gezielte Stärkung und der Erhalt der synaptischen Integrität und zellulären Widerstandskraft als vielversprechende Strategie gegen den kognitiven Verfall in den Fokus.
Jati, S., Taheri, S., Kal, S. et al. AI guided discovery of a murine model of asymptomatic Alzheimer’s disease. acta neuropathol commun 14, 110 (2026). DOI: 10.1186/s40478-026-02286-y
🔗 Quelle: Ärzteblatt
5 📌 🪫📱 Chronische Fatigue: UK Bonn testet App-Unterstützung im Alltag
Für Menschen mit chronischer Fatigue können selbst alltägliche Aufgaben wie Einkaufen, Arbeiten oder Treffen mit Freunden zur großen Herausforderung werden. Schätzungen zufolge sind in Deutschland inzwischen rund 650.000 Menschen von ME/CFS oder chronischer Fatigue betroffen. Das Universitätsklinikum Bonn (UKB) startet deshalb gemeinsam mit der Universität Bonn eine Studie, die untersucht, wie Apps Menschen mit chronischer Fatigue im Alltag helfen können.
„Chronische Fatigue wird häufig unterschätzt oder missverstanden, weil Müdigkeit etwas ist, das jede und jeder kennt. Für Betroffene kann die Erkrankung den Alltag jedoch massiv einschränken“, sagt Prof. Simone Dohle, Leiterin des Labors für Gesundheit- und Risikokommunikation im Institut für Hausarztmedizin des UKB.
„Chronische Fatigue hat wenig mit gewöhnlicher Erschöpfung zu tun.“ Prof. Simone Dohle, UK Bonn
Mit der Studie möchten die Forschenden herausfinden, wie Apps Menschen mit chronischer Fatigue helfen können und welche Rolle dabei Faktoren wie Motivation, Selbstvertrauen und der Umgang mit der Erkrankung spielen. Die Teilnehmenden erhalten Zugang zu einer App, die sie beim Umgang mit ihrer Erkrankung unterstützen soll. Dazu gehören unter anderem Informationen zur Erkrankung, Übungen für den Alltag sowie Möglichkeiten, Symptome und Belastungen zu dokumentieren. Ziel ist es, die eigenen Belastungsgrenzen besser einschätzen zu lernen und einen bewussteren Umgang mit der Erkrankung zu entwickeln.

Interessierte können sich entweder über das Kontaktformular:
https://www.medfak.uni-bonn.de/hrcl/de/studienteilnahme oder
per E-Mail: studienteilnahme.hrcl@ukbonn.de anmelden. Teilnehmen können Personen ab 18 Jahren mit diagnostizierter chronischer Fatigue beziehungsweise Fatigue im Zusammenhang mit Erkrankungen wie Long COVID, Multiple Sklerose oder Krebs.
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PLUS …
🎧 Podcast-Hörtipp: “Verstehen wir noch, was wir erforschen?”
Künstliche Intelligenz revolutioniert die Forschung: Sie liefert mittlerweile Ergebnisse, auf die vermutlich kein Mensch je gekommen wäre. Doch diese Entwicklung hat auch eine problematische Seite: Moderne KI-Systeme liefern zunehmend Ergebnisse, deren Funktionsweise selbst Experten nicht mehr vollständig nachvollziehen können. Damit steht die Wissenschaft vor einer grundlegenden Frage: Was bedeutet Erkenntnis in einer Zeit, in der Maschinen Lösungen finden, die Menschen zwar nutzen, aber nicht mehr vollständig begreifen können?
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💬 Über unseren Tellerrand
1 🐝📡 Insekten per Radar erkennen: KI für den Artenschutz
Insekten sind für Ökosysteme und Landwirtschaft unverzichtbar. Trotzdem ist es schwierig, ihre Bestände zuverlässig zu erfassen. Viele Verfahren sind aufwendig, lokal begrenzt oder greifen direkt in das Leben der Tiere ein. Ein Forschungsteam hat nun eine Methode entwickelt, die Insekten mithilfe von Radar und künstlicher Intelligenz unterscheiden kann. Dafür wurden verschiedene Insekten im Labor auf eine Antenne gesetzt. Diese sendete Radarwellen mit 30 Gigahertz aus. Die zurückgeworfenen Signale unterscheiden sich je nach Tierart.
Etwa der Flügelschlag: Bienen, Wespen und andere Insekten bewegen ihre Flügel unterschiedlich schnell und erzeugen dadurch charakteristische Muster. Mit diesen Daten wurde ein KI-Modell trainiert, das in den Tests bestimmte Insekten mit einer Trefferquote von bis zu 96 Prozent unterscheiden konnte. Besonders spannend ist der mögliche Einsatz außerhalb des Labors. Künftig könnten Radarsysteme oder Drohnen helfen, Insektenbestände auf Wiesen und Feldern zu überwachen. Das wäre schnell, flächendeckend und für die Tiere nicht invasiv.
Für das Monitoring von Insektenbeständen könnte ein solcher Ansatz künftig hilfreich sein. Belastbare Daten zu Vorkommen, Bewegung und Rückgang vieler Arten sind oft schwer zu gewinnen. Noch wurde die Methode vor allem unter kontrollierten Bedingungen getestet. Ob sie sich zuverlässig im Feld einsetzen lässt, muss weiter untersucht werden. Die Studie zeigt aber, dass Radar und KI neue Möglichkeiten eröffnen könnten, Insekten systematischer und schonender zu erfassen.
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2 🐦🔎 Vogelverhalten: Wenn Beobachtung Vorurteile korrigiert
Auch Vögel zeigen sexuelles Verhalten, das nicht direkt der Fortpflanzung dient. Eine neue Übersichtsstudie in Ecology and Evolution hat Berichte aus der Fachliteratur, von Vogelhaltern und aus Expertenbefragungen ausgewertet. Das Ergebnis: Masturbation kommt bei vielen Vogelarten vor, darunter Papageien, Enten, Puten und Hühner.
Besonders wichtig ist die Einordnung: Das Verhalten wurde nicht nur bei Tieren in Gefangenschaft beschrieben, sondern offenbar sogar häufiger bei wildlebenden Vögeln. Damit widerspricht die Studie der Annahme, es handele sich vor allem um ein Stress- oder Haltungsproblem.
Für Tiermedizin und Haltung kann das relevant sein. Denn Vogelhaltern wurde teils geraten, solches Verhalten zu unterbinden. In Einzelfällen kamen offenbar sogar Hormonbehandlungen oder operative Eingriffe infrage. Die Forschenden plädieren deshalb für einen sachlicheren Blick. Nicht jedes ungewohnte Verhalten ist automatisch krankhaft. Entscheidend bleibt, ob ein Tier leidet, verletzt ist oder dauerhaft beeinträchtigt wird.
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Heys, C., K.Arbuckle, M.Brindle, and T. A. R.Price. 2026. “The Evolution of Masturbation in Birds.” Ecology and Evolution16, no. 6: e73693. https://doi.org/10.1002/ece3.73693
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1️⃣ 🔎 ♀️Frauengesundheit: Medizin muss Unterschiede besser erkennen
Frauengesundheit ist weit mehr als Gynäkologie oder Schwangerschaftsmedizin. Viele Erkrankungen zeigen bei Frauen andere Symptome, nehmen andere Verläufe oder erfordern angepasste Therapien. Trotzdem orientierten sich Forschung, Lehre und klinische Studien lange vor allem am männlichen Körper. Die daraus entstandenen Datenlücken wirken bis heute nach.
Anlässlich des Internationalen Tags der Frauengesundheit fordern mehrere Akteure deshalb mehr geschlechtersensible Medizin. Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes zeigt: 87 Prozent der befragten Ärzte wünschen sich, dass geschlechtsspezifische Aspekte stärker in medizinischen Leitlinien berücksichtigt werden. Gleichzeitig haben 67 Prozent bislang keine Fortbildung zur unterschiedlichen Behandlung von Frauen und Männern besucht.
Besonders wichtig ist auch der Blick auf Arzneimittelstudien. Wenn Wirkung und Nebenwirkungen nicht geschlechtsspezifisch ausgewertet werden, können relevante Unterschiede übersehen werden.
Geschlechtersensible Medizin bedeutet deshalb keine Sondermedizin. Sie bedeutet genauere Diagnostik, bessere Daten und passgenauere Versorgung. Das betrifft Prävention, Forschung, Leitlinien und den klinischen Alltag. Gute Medizin muss Unterschiede erkennen, statt sie zu übersehen.
2️⃣ 🧠 PTBS: Neue Leitlinie stärkt traumasensible Versorgung
Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) können nach extrem belastenden Erfahrungen entstehen. Typisch sind unter anderem Wiedererleben, Vermeidung, Übererregung sowie Schlaf- und Konzentrationsprobleme.
Die aktualisierte S3-Leitlinie zur PTBS ordnet Diagnostik und Behandlung nun neu ein und erweitert den Blick auf Gruppen mit besonderen Bedürfnissen. Dazu zählen Erwachsene mit Störung der Intelligenzentwicklung, Menschen mit Fluchthintergrund und ältere Menschen. Auch das Kapitel zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen wurde umfassend überarbeitet.
Für die Diagnostik empfiehlt die Leitlinie, bei psychodiagnostischen Abklärungen systematisch nach potenziell traumatischen Ereignissen in der Lebensgeschichte zu fragen. Therapeutisch bleibt traumafokussierte Psychotherapie im Einzelsetting zentral. Medikamente gelten eher als zweite Wahl, etwa wenn Psychotherapie nicht ausreichend wirkt oder nicht verfügbar ist. Ergänzend können Sport- und Bewegungstherapie in ein traumaspezifisches Behandlungskonzept eingebunden werden.
Die Aktualisierung zeigt, wie wichtig differenzierte Versorgung bei psychischen Traumafolgen ist. Entscheidend ist nicht nur die Diagnose, sondern auch die Frage, welche Lebenssituation und welche besonderen Bedarfe Betroffene mitbringen.
🔗 Zur Originalmeldung der Deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie
🔗 Zur Leitlinie der AWMF
📣 Ankündigungen
1️⃣ 🌍🧠 Klimawandel und Psyche: Gesundheit endet nicht beim Körper
Extreme Hitze, Naturkatastrophen und Ernährungsunsicherheit betreffen nicht nur die körperliche Gesundheit. Auch die psychische Belastung durch den Klimawandel rückt stärker in den Fokus. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und die Südafrikanische Akademie der Wissenschaften machen in einem gemeinsamen Webinar auf dieses Forschungsfeld aufmerksam.
Klimabedingte Belastungen können die psychische Gesundheit direkt und indirekt beeinflussen. Dazu gehören akute Krisenerfahrungen, Zukunftsängste, Verlust von Sicherheit und längerfristige soziale Folgen. Besonders wichtig ist dabei der Blick auf Ungleichheit. Denn Menschen, die ohnehin verletzlicher sind, können durch Klimafolgen zusätzlich belastet werden.
Experten aus Medizin, Psychologie und Geografie diskutieren deshalb, wie psychische Gesundheit stärker in Klima- und Gesundheitsstrategien einbezogen werden kann. Klimaanpassung bedeutet damit nicht nur Hitzeschutz oder Infrastruktur. Sie muss auch seelische Gesundheit und Prävention mitdenken. 👉 Weitere Informationen auf den Seiten der Leopoldina
📅 Wann: 9. Juni 2026, 12:00 bis 13:15 Uhr
📍 Wo: Online via Zoom: „From Planetary Change to Psychological Impact“
2️⃣ 🌡️☀️ Hitzeaktionstag: Gesundheitsschutz beginnt vor der Hitzewelle
Am 11. Juni 2026 findet der bundesweite Hitzeaktionstag statt. Unter dem Motto „Gemeinsam vorsorgen gegen Extremhitze“ machen zahlreiche Organisationen darauf aufmerksam, dass Hitze längst ein relevantes Gesundheitsrisiko ist. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder, chronisch Kranke, Schwangere, Menschen im Freien und Personen ohne ausreichenden Schutz.
Hohe Temperaturen belasten Herz-Kreislauf-System, Atmung, Nierenfunktion und Konzentration. Auch Medikamente, Pflegebedarf, Wohnsituation und Arbeitsbedingungen können das Risiko beeinflussen. Deshalb reicht es nicht, erst zu reagieren, wenn die nächste Hitzewelle da ist. Hitzeschutz braucht Vorbereitung: in Kommunen, Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Schulen, Betrieben und im Sport. Dazu gehören Warnsysteme, kühle Räume, angepasste Abläufe, Trinkangebote und klare Informationen für gefährdete Gruppen.
Die Bundesärztekammer widmet dem Thema in diesem Jahr unter anderem eine Online-Veranstaltung zu Hitze, Sport und Gesundheit. Entscheidend ist, Risiken früh zu erkennen und Schutz konkret umzusetzen.
👉 Weitere Informationen auf den Seiten der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V.
📅 Wann: 11. Juni 2026
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