Foto der Woche Daniel Seßler

🗞 22/2023

Wie ĂŒberleben nach Herz-Stillstand · CO2-Rechner fĂŒr Kliniken · Seltene Augenerkrankungen

Mirjam Bauer
Mirjam Bauer

📌 5 weekly picks

1 📌 Überleben nach Herz-Kreislauf-Stillstand - aber wie?

Mehr als 60.000 Mal erleidet ein Mensch in Deutschland einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Mehr als 90 Prozent der Betroffenen sterben, obwohl etliche von ihnen wiederbelebt werden könnten. Was lĂ€uft da schief? Und was kann verĂ€ndert werden, damit die Überlebenschancen steigen? Ein interdisziplinĂ€res und interprofessionelles Team um den Mediziner Michael Preusch ist diesen Fragen am UniversitĂ€tsklinikum Heidelberg in einem von der Klaus Tschira Stiftung ermöglichten Projekt nachgegangen. Entstanden sind dabei das Heidelberger Reanimationsregister, nationale und internationale Vernetzungen – und ein gerĂŒtteltes Maß an Hoffnung auf mehr gerettete Menschenleben.

Zur Originalmeldung des UK Heidelberg
🎧 Audiobeitrag: Das Heidelberger Reanimationsregister

2 📌 CO2-Rechner fĂŒr Kliniken

Der Gesundheitssektor ist fĂŒr 5% des CO2- Ausstoßes in Deutschland verantwortlich. Ein vom Uniklinikum Freiburg entwickelter CO2- Rechner soll die CO2-Bilanz von Kliniken detailliert darstellen und fĂŒr eine bessere Vergleichbarkeit unterschiedlicher Gesundheitseinrichtungen sorgen.

🎧 Audiobeitrag des SWR  herunterladen (6,8 MB | MP3)

3 📌 Seltene Augenerkrankungen - regelmĂ€ĂŸige Sprechstunde

Die Klinik fĂŒr Augenheilkunde des UniversitĂ€tsklinikums Hamburg-Eppendorf bietet ab sofort eine Sprechstunde fĂŒr seltene Augenerkrankungen an: Dort werden Patient:innen mit erblichen und komplexen Netzhauterkrankungen behandelt. FĂŒr Menschen zwischen 21 und 60 Jahren sind erbliche Netzhauterkrankungen die hĂ€ufigste Ursache einer schweren Sehbehinderung oder Erblindung. Priv.-Doz. Dr. Johannes Birtel, Oberarzt in der Augenklinik des UKE, leitet die Sprechstunde: “Viele Patient:innen haben eine jahrelange Odyssee bei unterschiedlichen FachĂ€rzt:innen hinter sich, bevor eine eindeutige Diagnose gestellt wird. Eine korrekte Diagnosestellung ist aber enorm wichtig, da diese starke Auswirkungen auf die Lebensplanung von Patient:innen haben kann. Insofern ist eine frĂŒhzeitige und prĂ€zise Diagnose fĂŒr Patient:innen und ihre Angehörigen von großer Bedeutung. In Norddeutschland gibt es nur sehr wenige spezialisierte Zentren, die Patient:innen mit diesem komplexen Krankheitsbild behandeln und eine multidisziplinĂ€re Diagnostik anbieten.”

zum Interview

4 📌 Prion-Proteine in TrĂ€nenflĂŒssigkeit:  FrĂŒhzeitige  Diagnose der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit durch neue Testmethode

Forscher:innen des Nationalen Referenzzentrums fĂŒr Transmissible Spongiforme Enzephalopathien (NRZ-TSE) an der UniversitĂ€tsmedizin Göttingen gelingt erstmalig der Nachweis von krankhaft verĂ€ndertem Prion-Protein in der TrĂ€nenflĂŒssigkeit von Patient:innen mit Creutzfeldt-Jakob-Krankheit und anderen Prionerkrankungen. Krankhaft verĂ€nderte Proteine in KörperflĂŒssigkeiten nachzuweisen, war bisher nur im Nervenwasser (Liquor) möglich.

💡 Die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK) wird wie andere Prionerkrankungen durch krankhaft verĂ€ndertes Prion-Eiweiß, das sogenannte Prion Protein Scrapie (PrPSc), verursacht. Die Erkrankung des Gehirns fĂŒhrt meist innerhalb weniger Monate zum Tod, weil es bisher keine wirksame Therapie gibt. Aktuell sind jedoch neue medikamentöse AnsĂ€tze in der Erprobung. Diese können voraussichtlich nur effektiv sein, wenn in besonders frĂŒhen Krankheitsstadien mit der Therapie begonnen wird. Insbesondere in diesem Zusammenhang werden sichere und schonende Methoden zur frĂŒhen Diagnostik zunehmend wichtiger.

weiterlesen

5 📌 Hilfe fĂŒr Herz und Psyche: Die Uniklinik Halle bietet eine Psychokardiologische Ambulanz an

Herz und Psyche sind eng miteinander verbunden. So können Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Patient:innen eine hohe psychische Belastung begĂŒnstigen – und umgekehrt. Um die LebensqualitĂ€t von Betroffenen zu verbessern, bietet die Psychiatrische Institutsambulanz der UniversitĂ€tsmedizin Halle ein speziell zugeschnittenes psychokardiologisches Therapieprogramm an.

Initiiert wurde das Projekt von der UniversitĂ€tsklinik und Poliklinik fĂŒr Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Kooperation mit der UniversitĂ€tsklinik und Poliklinik fĂŒr Innere Medizin III der UniversitĂ€tsmedizin Halle. „Wechselseitige AbhĂ€ngigkeiten zwischen Herz und Psyche sind von der Forschung gut belegt“, sagt Tordis Kindt, Psychologin an der UniversitĂ€tsklinik und Poliklinik fĂŒr Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der UniversitĂ€tsmedizin Halle. „Gerade Herzerkrankungen fĂŒhren bei vielen Patient:innen zu großer Besorgnis, was Depressionen, Panikattacken oder andere Angststörungen begĂŒnstigen kann.“

Zur Originalmitteilung der UMH

PLUS:

📰  Aufgeschnappt: Gesundheitsminister Karl Lauterbach zu seinen ReformplĂ€nen in der BILD-Zeitung:

📌 “Ich gehe davon aus, dass viele kleine Kliniken durch die Reform gerettet werden. Auf jeden Fall stimmt die von der BILD verbreitete Nachricht nicht, wonach in einigen BundeslĂ€ndern bis zur HĂ€lfte der Kliniken ‘weg sollen’. Wir wollen die Kliniken erhalten, die notwendig sind.”

📌 “Ist eine Klinik nicht optimal darauf vorbereitet, hat jeder dritte Schlaganfallpatient kaum eine Überlebenschance im ersten Jahr. Bei einer qualifizierten Klinik ist es nur jeder vierte Patient. Pro Jahr sind das tausende Menschen. Wer will denn von uns ernsthaft in die nĂ€chstbeste Klinik mit einem Schlaganfall gebracht werden statt in ein Haus mit Stroke-Unit, einer spezialisierten Schlaganfall-Abteilung?"

Quelle: BILD im BMG-Pressespiegel

💬 Über unseren Tellerrand

KI - Experten warnen vor "Risiko einer Vernichtung"

Der Chatbot ChatGPT, der SĂ€tze auf dem Niveau eines Menschen formulieren kann, löste in den vergangenen Monaten einen neuen Hype rund um KĂŒnstliche Intelligenz aus. Eine Reihe fĂŒhrender Experten fĂŒr KĂŒnstliche Intelligenz sieht in der Technologie eine potenzielle Gefahr fĂŒr die Menschheit und hat dazu aufgerufen, die Risiken ernst zu nehmen. Die veröffentlichte Stellungnahme besteht nur aus einem Satz, der aber dramatisch klingt: "Das Risiko einer Vernichtung durch KI zu verringern, sollte eine globale PrioritĂ€t neben anderen Risiken gesellschaftlichen Ausmaßes sein, wie etwa Pandemien und Atomkrieg." Zu den Unterzeichnern der kurzen Stellungnahme gehört auch der Chef des ChatGPT-Erfinders OpenAI, Sam Altman.

Meldung von ntv im Original weiterlesen

📣 AnkĂŒndigungen

Am 3. Juni 2023 ist Tag der Organspende

Die Entscheidung zĂ€hlt – Appell zum Tag der Organspende am 3. Juni„Entscheide Dich“ lautet der dringliche Appell zum 41. bundesweiten Tag der Organspende. AufklĂ€rungskampagnen in vielen StĂ€dten Deutschlands sollen die Menschen an das Thema heranfĂŒhren und zu einer Entscheidung bewegen. Die zentrale Veranstaltung findet am 3. Juni in DĂŒsseldorf statt und stellt traditionsgemĂ€ĂŸ die AufklĂ€rung und den Dank in den Vordergrund. Unter dem Motto „Zeit, Zeichen zu setzen“ wird die Bedeutung einer Organspende mit zahlreichen Aktionen und Informationsangeboten begreifbar gemacht. Bundesgesundheitsminister, Prof. Karl Lauterbach und Karl-Josef Laumann, Minister fĂŒr Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, werden den Tag der Organspende offiziell eröffnen.

weiterlesen

Zu Erinnerung: Am 1. MÀrz 2022 trat das Gesetz zur StÀrkung der Entscheidungsbereitschaft zur Organspende in Kraft


Und noch ein Welttag - Der Welttag Blutkrebs am 28. Mai

Jedes Jahr erkranken mehr als 917.000 Menschen weltweit an Blutkrebs. Die DKMS ruft jĂ€hrlich weltweit den World Blood Cancer Day aus – auch um Spender:innen zu finden.

mehr

Newsletter

Kommentare