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🗞 17/2023

Klimawandel und psychische Gesundheit · Erstes Gender-Herz-Zentrum · Was ist aus der QualitÀtsberichterstattung geworden?

Karl-Richard Eberle
Karl-Richard Eberle

📌 5 weekly picks

1 📌 Klimawandel: Angst, Stress, Depressionen

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die psychische Gesundheit sind ein wachsendes Problem. Hitze, DĂŒrre, Überschwemmungen und andere KlimaphĂ€nomene beeinflussen nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch die psychische Gesundheit von Menschen auf der ganzen Welt. Der Anstieg von Naturkatastrophen und die damit verbundenen Verluste können zu AngstzustĂ€nden, Depressionen und posttraumatischem Stress fĂŒhren. Das Deutsche Ärzteblatt weist nun auf eine Publikation hin, die eine systematische Literaturrecherche zu den direkten und indirekten Effekten von klimawandelbedingten, akuten Extremwetterereignissen (Überschwemmungen, StĂŒrme, BrĂ€nde) und chronischen Belastungen (Hitze, DĂŒrren) auf Diagnosen psychischer Störungen, psychischen Distress und psychiatrische Notaufnahmen in PubMed und PsycINFO durchfĂŒhrte. 1 017 Studien wurden identifiziert, 128 Studien wurden eingeschlossen.

So viel kann laut Ärzteblatt gesagt werden:

Die vorliegende Evidenz zeigt, dass traumatische Erfahrungen durch Extremwetterereignisse das Risiko fĂŒr affektive Störungen und Angsterkrankungen, insbesondere posttraumatische Belastungsstörungen, erhöhen. Hitze erhöht die MorbiditĂ€t und MortalitĂ€t aufgrund psychischer Erkrankungen sowie die Zahl psychiatrischer NotfĂ€lle signifikant. Langanhaltende Belastungen wie DĂŒrren, Nahrungsmittelunsicherheit und klimabedingte Migration können ebenfalls erhebliche Risikofaktoren fĂŒr psychische Erkrankungen darstellen. Mehr dazu lesen

2📌 Gender-Herz-Zentrum in Remscheid

Prof. Dr. Burkhard Sievers, Chefarzt fĂŒr Kardiologie, Angiologie, Pneumologie, Nephrologie und internistische Intensivmedizin am Remscheider Sana-Klinikum hat in Remscheid das erste Gender-Herz-Zentrum Deutschlands etabliert. Der Kardiologe will nicht nur medizinisches Fachpersonal fĂŒr genderspezifische Anforderungen in der Medizin sensibilisieren: „Das Thema benötigt grundsĂ€tzlich eine erhöhte Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit.”, so Sievers. weiterlesen

đŸ’» link zum YouTube Channel „Sievers Sprechrunde"

3 📌 ErnĂŒchternde Bilanz

“Nach 15 Jahren QualitĂ€tsberichterstattung im deutschen Gesundheitswesen fĂŒhlen sich noch immer zwei Drittel der Menschen schlecht ĂŒber die Leistungen von Arztpraxen, KrankenhĂ€usern oder Pflegeeinrichtungen informiert.” - Das war die ernĂŒchternde Bilanz, die die BertelsmannStiftung im MĂ€rz 2022 zusammen mit der Weissen Liste zog. 64 Prozent der Befragten fĂŒhlten sich bei der Suche nach einer Arztpraxis, einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung nicht ausreichend informiert. Besonders wurde hervorgehoben, dass das GefĂŒhl der Unsicherheit bei geringerem Bildungsabschluss umso grĂ¶ĂŸer werde. zur Mitteilung 2022

4 📌 Wiedervorlage: Das Positionspapier der herzmedizinischen Fachgesellschaften von 2021

Mit einem Positionspapier wandten sich die herzmedizinischen Fachgesellschaften und die Deutsche Herzstiftung im Oktober 2021 an die Politik. Kernaussage des Papiers::

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Volkskrankheiten mit vielen Gesichtern und gehen hĂ€ufig mit erheblichen körperlichen und psychischen BeeintrĂ€chtigungen oder gar PflegebedĂŒrftigkeit einher. Allein im Jahr 2019 mussten annĂ€hernd 2 Millionen Menschen in Deutschland wegen Herzkrankheiten stationĂ€r behandelt werden.

Trotzdem bleiben Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Vergleich zu anderen Erkrankungen nur am Rand des öffentlichen Interesses. Angesichts der besorgniserregenden Zahl an Todes- und KrankheitsfĂ€llen mit erheblich eingeschrĂ€nkter LebensqualitĂ€t durch die Herz-Kreislauf-Erkrankungen muss dringend in die Forschung investiert werden und mĂŒssen Versorgungsstrukturen verbessert werden.

Die Zahlen des Papiers sprechen fĂŒr sich: “Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind fĂŒr 40 Prozent aller SterbefĂ€lle in Deutschlandverantwortlich und stellen damit die Todesursache Nr. 1 dar. Tendenz steigend. Laut statistischem Bundesamt verursachten Herz-Kreislauf-ErkrankungenKosten in Höhe von 46,4 Milliarden Euro, was 13,7 Prozent aller Krankheitskosten entspricht.”

Zum Positionspapier der herzmedizinischen Fachgesellschaften

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❗ Uns interessiert, ob und welche Reaktionen es auf das Positionspapier gab und welche konkreten Maßnahmen umgesetzt wurden. Wir fragen nach und setzen das Thema hier auf Wiedervorlage.

5📌 InterdisziplinĂ€res Leberzentrum bĂŒndelt Kompetenz

Die Kreiskliniken Herford-BĂŒnde, hervorgegangen aus der Fusion der beiden KrankenhĂ€user Klinikum Herford und Lukas-Krankenhaus BĂŒnde, haben ein interdisziplinĂ€res Zentrum fĂŒr die Diagnostik und Behandlung von Lebererkrankungen gegrĂŒndet. Ziel: Die QualitĂ€t der Versorgung von Patienten mit Erkrankungen der Leber zu verbessern.

Erkrankungen der Leber benötigen oft eine hochspezialisierte Diagnostik und fachĂŒbergreifende Therapie. Das interdisziplinĂ€res Leberzentrum bĂŒndelt die Kompetenz: “Einmal in der Woche treffen sich die ChefĂ€rzte der Uniklinik fĂŒr Allgemein- und Viszeralchirurgie, der Klinik fĂŒr diagnostische und interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, der Klinik fĂŒr Gastroenterologie und der Klinik fĂŒr Onkologie des Klinikums zur Fallbesprechung, das sogenannte Leberboard. Ebenfalls nehmen als Partner im Leberzentrum die ChefĂ€rzte der Nuklearmedizin, Pathologie und Strahlentherapie des Klinikums sowie aus dem Lukas Krankenhaus die ChefĂ€rztin der Medizinischen Klinik I an dieser Besprechung teil. So sind insgesamt sieben verschiedene Fachdisziplinen in die interdisziplinĂ€re Betreuung der Patienten eingebunden und entscheiden gemeinsam ĂŒber die notwendigen Diagnosemaßnahmen und die Wahl der geeigneten Therapie.”

Quelle: MINQmagazine

📣 AnkĂŒndigung - Tag der Alternsforschung

🧬 Das Alternsforschungsexzellenzcluster der UniversitĂ€t zu Köln und das Max-Planck-Institut fĂŒr Biologie des Alternsladen zu einem Tag der offenen TĂŒr ein am 6. Mai 2023 ab 10 Uhr

Spannendes Thema: Warum altern Lebewesen ĂŒberhaupt? Wie können wir unsere Lebensspanne beeinflussen? Was passiert in unseren Zellen wenn wir altern? Welchen Einfluss haben ErnĂ€hrung, unsere Gene und UmwelteinflĂŒsse? Ist es möglich im Alter lĂ€nger gesund zu bleiben? Wie genau erhöht das Altern unser Krankheitsrisiko? Können wir Alterskrankheiten, wie Demenz, Parkinson, Diabetes oder Krebs mildern oder sogar verhindern, wenn wir in den Alterungsprozess eingreifen?

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