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🗞 13/2024

Was verwandelt Schmerz in Leid? · Das alternde Gehirn · Studie: Die Bedeutung von SelbstmitgefĂŒhl · Innovativ: Bakteriensensor schlĂ€gt Alarm · Es geht doch: Ohne Abitur Medizin studieren

Mirjam Bauer Karl-Richard Eberle
Mirjam Bauer / Karl-Richard Eberle

🐣 Wir wĂŒnschen Ihnen ein schönes Osterfest und erfreuliche und erholsame Osterfeiertage!

Das Recherche- und Redaktionsteam von MINQ

📌 5 weekly picks

1 📌  Was verwandelt Schmerz in Leid?

Nicht jeder, der Schmerzen hat, leidet und nicht jeder Schmerz verursacht das gleiche Ausmaß an Leid. Wie stark der Einzelne wirklich leidet, lĂ€sst sich bisher nicht einheitlich definieren. Wissenschaftler:innen der Medizinischen FakultĂ€t Heidelberg der UniversitĂ€t Heidelberg und am UniversitĂ€tsklinikum Heidelberg haben nun in einer Studie Literatur aus der Schmerzforschung ausgewertet. Dabei haben sie eine neue Systematik entwickelt, die eine genauere Beschreibung des individuellen schmerzbedingten Leidens ermöglicht.

„Vor 50 Jahren galt Schmerz als ein vorwiegend mechanischer Prozess, bei dem ein Gewebsschaden zu einem Schmerzerleben fĂŒhrt. Vor etwa zehn Jahren verĂ€nderte sich diese Sicht, und Schmerz wird nun als ein primĂ€r nervöser Prozess wahrgenommen, bei dem unser Gehirn die Reize aus unserem Körper interpretiert“, berichtet Professor Dr. Jonas Tesarz, GeschĂ€ftsfĂŒhrender Oberarzt an der Klinik fĂŒr Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik am UKHD. „Unsere neue Definition geht ĂŒber den reinen Schmerz hinaus und beschreibt Leiden als eine zutiefst negative, komplexe und dynamische Erfahrung, die als Reaktion auf eine wahrgenommene Bedrohung der IntegritĂ€t des Individuums als Selbst und seiner IdentitĂ€t als Person entsteht. Leiden hĂ€ngt eng mit dem Schmerz selbst zusammen, besitzt aber noch viel mehr Facetten als nur das reine Schmerzereignis. Wir liefern erstmals einen Fahrplan fĂŒr die Entwicklung von genaueren Verfahren, um das Leiden eines einzelnen Patienten besser zu erfassen.“

Mehr hierzu auf den Seiten des UK Heidelberg Zur Original-Publikation

2 📌 Das alternde Gehirn: neue Erkenntnisse dank Protein-Kartierung

Damit unsere Nervenzellen im Gehirn reibungslos funktionieren und Informationen verarbeiten können, ist das zentrale Nervensystem auf eine streng kontrollierte Umgebung angewiesen. Diese wird durch die Blut-Hirn-Schranke aufrechterhalten: Spezialisierte Hirnendothelzellen sitzen an den InnenwĂ€nden der BlutgefĂ€ĂŸe und kontrollieren den Austausch von MolekĂŒlen zwischen Blut- und Nervensystem. FrĂŒhere Studien haben gezeigt, dass verschiedene von diesen Zellen abhĂ€ngige Funktionen, wie die IntegritĂ€t der Blut-Hirn-Schranke oder die Steuerung der Blutversorgung im Gehirn, im Laufe des Lebens abnehmen. Diese Fehlregulation fĂŒhrt zu Dysfunktionen in den BlutgefĂ€ĂŸen und trĂ€gt damit entscheidend zu Erkrankungen wie Schlaganfall und Demenz bei. Die molekularen VerĂ€nderungen, die diesem Funktionsverlust zugrunde liegen, sind bisher jedoch unzureichend bekannt. Um sie besser zu verstehen, untersuchen Forschende in molekularen Profiling-Studien die verschiedenen Bestandteile der Hirnendothelzellen und sammeln ihre Erkenntnisse in groß angelegten Datenbanken. „Das Transkriptom, also die in den Endothelzellen enthaltene RNA, ist inzwischen recht umfassend kartiert“, sagt MINQ-Experte Professor Martin Dichgans vom Institut fĂŒr Schlaganfall- und Demenzforschung am LMU-Klinikum und einer der Verantwortlichen im Exzellenzcluster SyNergy. „Was bislang aber fehlte, sind entsprechende Daten zur Gesamtheit aller Proteine in den Zellen, dem sogenannten Proteom.“ Eine kĂŒrzlich im Fachmagazin Nature Aging publizierte Studie unter maßgeblicher Beteiligung von Forschenden der LMU und SyNergy schließt nun diese WissenslĂŒcke.

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🎧
MINQ Hörtipp

Anhören und Demenz verstehen
Im LMU-Podcast zur “Demenzforschung - VerstĂ€ndlich erklĂ€rt” geben MĂŒnchner Wissenschaftler:innen Einblicke und ErklĂ€rungen zur Erforschung von Gehirnerkrankungen bei denen Nervenzellen in großem Maße sterben und so Symptome wie Demenz, Bewegungsstörungen und VerhaltensauffĂ€lligkeiten verursachen. Im Zusammenwirken von Grundlagen- und klinischer Forschung entschlĂŒsseln sie diese Krankheiten und leiten daraus innovative therapeutische AnsĂ€tze ab.
https://letscast.fm/podcasts/der-podcast-zur-demenzforschung-verstaendlich-erklaert-4e3fe96a/feed

3 📌  Die Bedeutung von SelbstmitgefĂŒhl und körperliche AktivitĂ€t

Ältere Erwachsene, die unter einem sogenannten subjektiven kognitiven RĂŒckgang (SCD) leiden, haben ein höheres Risiko, an Demenz zu erkranken und leiden hĂ€ufiger unter psychischen Problemen, einschließlich AngstzustĂ€nden und depressiven Symptomen, die wiederum mit einem erhöhten Risiko einer kognitiven BeeintrĂ€chtigung verbunden sind. Beim subjektiven kognitiven RĂŒckgang handelt es sich um selbstberichtete Verwirrung oder GedĂ€chtnisprobleme, die in den letzten 12 Monaten hĂ€ufiger aufgetreten sind oder sich verschlimmert haben.

Eine Studie an vier europĂ€ischen Standorten mit dem Ziel, die Auswirkungen eines achtwöchigen, achtsamkeitsbasierten Ansatzes fĂŒr Senioren zu bewerten ( CMBAS) und ein Gesundheitsselbstmanagementprogramm (HSMP) zu Achtsamkeit, SelbstmitgefĂŒhl und körperlicher AktivitĂ€t zu entwickeln, zeigte nun einen signifikanten Anstieg des SelbstmitgefĂŒhls und einen signifikanten Anstieg der körperlichen AktivitĂ€t.

Bisherige Studien legten bereits nahe, dass etwa 40 % der DemenzfĂ€lle verhindert werden könnten, indem man auf verĂ€nderbare Risikofaktoren einwirkt. Dazu gehören niedrige Bildung, Rauchen, Diabetes, soziale Isolation und körperliche InaktivitĂ€t, aber auch psychologische Faktoren wie Depression, AngstzustĂ€nde oder schlechtere kognitiven Ergebnissen. Dies deutet darauf hin, dass eine Reduzierung dieser modifizierbaren Risikofaktoren sowie eine Erhöhung der Schutzfaktoren ein wirksames Ziel zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden im Alter, aber auch zur Verzögerung des Ausbruchs von Demenz und/oder zur Reduzierung von Alzheimer-FĂ€llen darstellen.

Die Reduzierung dieses Risikos durch Verhaltensinterventionen, die das emotionale Wohlbefinden (Achtsamkeit und MitgefĂŒhl) und die körperliche AktivitĂ€t steigern können, ist bei SCD offenbar von entscheidender Bedeutung.

Zum Originalartikel

Zur Silver Santé Study

4 📌  Bakteriensensor schlĂ€gt Alarm

Mit einem Sensor fĂŒr Bakterien könnten zukĂŒnftig gefĂ€hrliche Krankheitserreger frĂŒhzeitig aufgespĂŒrt werden. Das ist das Ziel eines gemeinsamen Forschungsprojektes der beiden UniversitĂ€ten in Frankfurt und Kiel. Erste Ergebnisse ermutigen die Forschenden der Goethe-UniversitĂ€t Frankfurt und der Christian-Albrechts-UniversitĂ€t, den Ansatz weiter zu verfolgen.

Die Technologie macht sich einen bekannten Vorgang zu Nutze: Denn Mikroorganismen befallen offenbar stets nur bestimmte Körperzellen, die sie an einer Struktur aus speziellen ZuckermolekĂŒlen erkennen. Diese sogenannte Glykokalyx ist von Zelltyp zu Zelltyp verschieden. Sie dient den Körperzellen gewissermaßen als Ausweis. Möchte man ein bestimmtes Bakterium fangen, muss man daher nur die entsprechende Erkennungsstruktur in der Glykokalyx seiner bevorzugten Wirtszelle kennen und kann diese dann gewissermaßen als Köder benutzen.

„Wir wussten, welche Zellen der Erreger normalerweise infiziert. Das haben wir genutzt, um unseren Chip mit einer kĂŒnstlichen Glykokalyx zu ĂŒberziehen, die die OberflĂ€che dieser Wirtszellen imitiert. An dem Sensor bleiben daher nur Bakterien von dem gewĂŒnschten E.-coli-Stamm kleben.“ Prof. Andreas Terfort vom Institut fĂŒr Anorganische und Analytische Chemie der Goethe-UniversitĂ€t

Die Studie dokumentiert, wie gut das klappt: In ihr mischten die Forschenden Erreger aus dem gesuchten E.-coli-Stamm in verschiedenen Konzentrationen unter harmlose E.-coli-Bakterien.

„Unser Sensor konnte die schĂ€dlichen Mikroorganismen auch noch in sehr geringen Mengen nachweisen. Er lieferte zudem umso stĂ€rkere Signale, je höher die Konzentration der gesuchten Bakterien war.“

Der Praxistest steht noch aus. Es ist beispielsweise denkbar, die innovative Methode in Regionen einzusetzen, in denen keine KrankenhÀuser mit aufwÀndiger Labordiagnostik existieren.

Zur Originalpublikation

5 📌 Ohne Abitur Medizin studieren - Es geht doch!

Mit 12 Jahren wusste Steve Hardt bereits, dass er spĂ€ter Arzt werden will. Er hatte ein SchlĂŒsselerlebnis mit seinem Stiefvater. Dieser hatte die Anzeichen eines Herzinfarkts. Sein Anruf beim Rettungsdienst hatte seinem Stiefvater das Leben gerettet, sagten die Ärzte damals. Die Nacht hĂ€tte er wohl nicht ĂŒberlebt. "Da habe ich gedacht: Ich habe jemandem geholfen, das fĂŒhlt sich gut an."
Steve ging allerdings auf die Hauptschule. Als er dort sagte, er wolle Arzt werden, lachten ihn einige seiner Lehrer aus. "Sie sagten, ich solle froh sein, wenn ich einen Ausbildungsplatz bekomme." Doch davon hat er sich nicht entmutigen lassen. Nach der Schule machte er eine Ausbildung zum Medizinischen Fachangestellten, dann noch eine zum Gesundheits- und Krankenpfleger. Nach zwei weiteren Fortbildungen bewarb er sich auf einen Studienplatz und konnte es kaum fassen, als er ihn tatsĂ€chlich bekam. Am Anfang seines Studiums dachte er, “Alles, was ich in meinen drei Jahren Ausbildung gelernt habe, hab ich im ersten Semester fĂŒr die erste Klausur gelernt. Ein Schuljahr wird hier in zwei Tagen besprochen." Viele Inhalte aus Mathe, Physik und Chemie, die Basiswissen fĂŒrs Studium sind, hatten die Lehrer in der Hauptschule nie behandelt. Das musste er nebenbei alles nachholen. Steve kĂ€mpft sich durch, bislang mit Erfolg. Aus dem einstigen Traum sei ein konkretes Ziel geworden. Im Moment, so sagt er, wolle er Neurologe werden.

Mehr hierzu auf den Seiten des SWR


💬 Über den Tellerrand

Ungleich verteilte Hausarbeit macht nicht unglĂŒcklich!

WĂ€schewaschen, BĂŒgeln, Kochen - auch in Österreich vielfach immer noch "Frauensache". Dennoch zeigten sich die Frauen in einer neuen Befragung der UniversitĂ€t Wien relativ zufrieden. "Wenn ich nicht erwarte, dass ich eine gerechte Arbeitsteilung habe, dann kann ich auch nicht enttĂ€uscht werden", erklĂ€rte die Soziologin Christine Geserick die das Projekt leitete und am Österreichischen Institut fĂŒr Familienforschung (ÖIF) tĂ€tig ist. Man wisse aus Studien wie der jĂŒngsten Zeitverwendungserhebung der Statistik Austria, dass es in Partnerschaften immer noch vorwiegend Frauen sind, die sich in Österreich um den privaten Haushalt kĂŒmmern. "Es geht hier um WĂŒnsche", meinte Geserick. Es gehe um den empfundenen und den realisierten Gerechtigkeitsanspruch. “Wenn ich keine gerechte Arbeitsteilung im Haushalt brauche, um glĂŒcklich zu sein, dann ist eine ungerechte Aufteilung in der Praxis nicht so enttĂ€uschend wie wenn mir eine gerechte Aufteilung wichtig ist, ich diese aber nicht bekomme", so die Soziologin.

Die von ihr geleitete Untersuchung hat ergeben, dass es mehr Menschen gibt, die eine gerechte Aufteilung als wichtig erachten (91,5 Prozent) als solche, die ihre Arbeitsaufteilung tatsĂ€chlich als gerecht bewerten (80,2 Prozent). Trotzdem ist ein Großteil der Befragten, nĂ€mlich 89,6 Prozent, sehr oder eher zufrieden mit der von ihnen praktizierten Arbeitsteilung. Denn fĂŒr eine hohe Zufriedenheit spielt auch der Austausch auf GefĂŒhlsebene eine Rolle, ob beispielsweise ZĂ€rtlichkeiten im Alltag ausgetauscht oder ob kleine Aufmerksamkeiten von unterwegs mit nach Hause gebracht werden. "Je mehr Zuneigung ich bekomme, desto eher bin ich auch mit einer ungleichen Aufteilung im Haushalt einverstanden", so Geserick. Das gelte allerdings mehr fĂŒr Frauen als fĂŒr MĂ€nner. "Die Vermutung liegt nahe, dass Frauen, weil sie ja diejenigen sind, die mehr unbezahlte Arbeit im Haushalt und in der Familie leisten, auch mehr entlohnt werden mĂŒssen, und zwar auf einer emotionalen Ebene.”
Weiterlesen auf den Seiten der Salzburger Nachrichten

Zur Original Studie


đŸ€• IchalsPatient

1ïžâƒŁ  "Reiß dich doch zusammen" - Krank und doch nicht ernstgenommen

Menschen mit Depressionen erleben immer wieder, dass ihre Krankheit nicht ernstgenommen wird. Den Satz „Reiß dich doch mal zusammen“ kennen sie alle. Die Unimedizin Greifswald informiert jetzt ĂŒber Symptome, mögliche Ursachen und Therapieoptionen der Erkrankung in einem kostenlosen Vortrag. Dieser findet am Dienstag, 9. April, um 16 Uhr statt. Die Teilnahme ist kostenlos. „Die Zuhörenden sollen ein besseres VerstĂ€ndnis fĂŒr die Erkrankung entwickeln können“ umreißt DiplomPsychologin Esther Holznagel das Ziel der Veranstaltung. Die Mitarbeiterin des Instituts fĂŒr Medizinische Psychologie der Greifswalder Unimedizin ist Referentin. Ihren Vortrag „Reiß dich doch mal zusammen – Wege aus der Depression“ hĂ€lt sie im Rahmen der Reihe „Hilfe zur Selbsthilfe“.

NĂ€here Informationen auf den Seiten der UM Greifswald

2ïžâƒŁ  BerĂŒhrendes Zeitdokument: Ein Leben in der eisernen Lunge

Paul Alexander, der den grĂ¶ĂŸten Teil der letzten 70 Jahre in einer eisernen Lunge verbrachte und sich allen Erwartungen widersetzte, starb jetzt im Alter von 78 Jahren. Im Jahr 2022 sprach Alexander mit CNN ĂŒber sein Leben.

He spent most of his life in an iron lung. How he defied expectations (2022) | CNN
Paul Alexander, who spent the vast majority of the past 70 years in an iron lung and defied expectations by becoming a lawyer and author, died at the age of 78, according to his brother Philip Alexander. In 2022, Alexander spoke to CNN about his life.

📣 AnkĂŒndigungen

1ïžâƒŁ  90. DGK-Tagung In Mannheim

Zur 90. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Kardiologie e.V. lĂ€dt TagungsprĂ€sident Prof. Dr. Christoph Maack von der Uniklinik WĂŒrzburg ins Congress Center Rosengarten in Mannheim. Unter dem Motto "Schnittstellen der KardiovaskulĂ€ren Medizin" werden vom 📅 3. bis 6. April interdisziplinĂ€re Sitzungen, Nachwuchsförderprogramme sowie diverse Highlights der Bereiche Herzinsuffizienz, Rhythmusstörungen, Interventioneller und Experimenteller Kardiologie erörtert.

Zum Programm

2ïžâƒŁ  DGIM-Kongress 24: WĂŒnsche und Wirklichkeiten der PrĂ€zisionsmedizin

Zum 130. Mal treffen sich die Internisten auf dem Kongress in Wiesbaden. Vom 📅 13.-16. April werden Fragen rund um WĂŒnsche und Wirklichkeiten der PrĂ€sizionsmedizin- so das Kongress-Motto - erörtert. “PrĂ€zisionsmedizin, das ist etwas, was wir alle wollen. Es geht also um die Frage, was ist wirklich dran an der PrĂ€sizionsmedizin, ist es mehr Wunsch oder bereits Wirklichkeit? Das wollen wir 2024 miteinander diskutieren” so MINQ-Spezialist Professor Dr. Andreas Neubauer und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Innere Medizin e. V. und PrĂ€sident des 130. Kongresses.

Über die Rolle der Infektiologie auf dem DGIM Kongress 2024 spricht Professor Dr. Andreas Neubauer mit Dr. Janina Trauth, Leitende OberĂ€rztin der Infektiologie an der UniversitĂ€tsklinik Gießen in einem Podcast

3ïžâƒŁ  Munich Health Foundation Model Symposium

Helmholtz Munich lĂ€dt internationale Expert:innen ein, um die Entwicklung sogenannter Foundation-Modelle fĂŒr die Gesundheitsforschung voranzutreiben. Foundation-Modelle sind umfassende Machine-Learning-Modelle, die auf großen Mengen unterschiedlicher Daten vortrainiert wurden. Sie dienen als Bausteine fĂŒr verschiedene Aufgaben im Bereich der kĂŒnstlichen Intelligenz (KI) und ermöglichen effizientes Transferlernen sowie eine prĂ€zise Anpassung an spezifische Anwendungen.

Das eintĂ€gige Event prĂ€sentiert Keynotes internationaler Wissenschaftler:innen zu den neuesten DurchbrĂŒchen in den Bereichen Genomik, computergestĂŒtzte Pathologie und elektronische Gesundheitsakten. AusgewĂ€hlte VortrĂ€ge basierend auf eingereichten Abstracts bieten eine Plattform fĂŒr den Austausch von Erkenntnissen und bereichern den Diskurs durch verschiedene Blickwinkel. Eine abschließende „Poster Session“ ermöglicht Networking, um die Entwicklung der nĂ€chsten Generation von Foundation Modellen voranzutreiben.

📅  10. April 2024 Wo: Helmholtz Munich Campus

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đŸ„Š Einfach Gesundessen!

Die Tipps und RatschlĂ€ge stammen vom MINQ-Experten und ErnĂ€hrungsmediziner Dr. med. Carl Meißner, der in Magdeburg eine anerkannte „Schwerpunktpraxis fĂŒr ErnĂ€hrungsmedizin BDEM“ leitet und gerne kocht. Die Rezepte hat er alle selbst einmal gekocht und probiert, bevor er sie an unsere Leser weitergibt.

10. Depression und ErnÀhrung

Sauer macht bekanntlich lustig, Schokolade redensartlich manchmal glĂŒcklich. Essen und GemĂŒt liegen nicht nur sprichwörtlich nah beieinander. Nach Untersuchungen des Robert-Koch-Institut (RKI) sind zwei Drittel der MĂ€nner und die HĂ€lfte der Frauen hierzulande ĂŒbergewichtig. Ein Viertel der Erwachsenen ist stark ĂŒbergewichtig. Die GesamtprĂ€valenz der Verbreitung depressiver Symptomatik, auch jenseits der klinischen Diagnose einer Depression liegt bei 10,1 %. 

Das Essen Auswirkungen auf die Stimmung haben kann ist eigentlich vielen Menschen bewusst. TatsÀchlich beschÀftigen sich viele Wissenschaftler mit dem Zusammenhang zwischen ErnÀhrung und Entstehung von Depressionen.

Unsere Nahrung enthĂ€lt NĂ€hrstoffe, die die Neurotransmitter im Gehirn beeinflussen. Wenn bestimmte NĂ€hrstoffe fehlen, werden weniger demzufolge weniger (GlĂŒcks-)Hormone gebildet. Das wirkt sich auch auf das eigene GemĂŒt aus. 

Die guten NĂ€hrstoffe oder „GlĂŒcklichmacher“ gelangen nicht sofort in das Blut und somit in Richtung Gehirn. Diese mĂŒssen den Weg der Verdauung nehmen und unser Darm, das zweite Gehirn, besteht aus einem komplexen Nervengeflecht. Die Kombination aus neuronalen Strukturen mit dem Mikrobiom im Darm kann unsere Stimmung beeinflussen.

Forscher untersuchten 2012 den Zusammenhang zwischen dem Depressionsrisiko bei Erwachsenen und einer gesunden ErnÀhrung. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass eine gesunde und ausgewogene ErnÀhrung das Risiko an einer Depression zu erkranken senken kann. Eine zuvor erfolgte Untersuchung im Jahre 2010 bestÀtigte, dass eine ErnÀhrung mit vielen verarbeiteten Lebensmitteln das Risiko erhöht, an einer Depressionen zu erkranken.

Es gilt mit gesunder und ausgewogener ErnĂ€hrung Depressionen vorzubeugen. Achten Sie auf wenig verarbeitete Lebensmittel, wichtige NĂ€hrstoffe und gute Fette. Das zusammen kann das (psychische) Wohlbefinden beeinflussen und vielleicht sogar eine sinnvolle Therapiebegleitung oder -unterstĂŒtzung darstellen. 

Rezept 10: đŸČ Kartoffelgulasch mit Paprika und Tomate 

Zutaten (2 Personen):

- 1 Paprikaschote
- 100 g Knollensellerie
- 200 g stĂŒckige Tomaten
- œ Bund Petersilie
- 300 g Kartoffeln (gern festkochend)
- 1 kleine Zwiebel
- 1/2 Knoblauchzehe nach Belieben
- 1/2 EL Rapsöl oder Olivenöl (nach Belieben)
- 1 EL Tomatenmark
- 150 ml GemĂŒsebrĂŒhe
- 1 TL Paprikapulver
- 1 kleines StĂŒck Ingwerwurzel
- 2 EL Joghurt (1,5 % Fett), ggf. laktosefrei
- Salz und Pfeffer 

Zubereitungsschritte

1. Paprikaschote waschen, halbieren, entkernen und wĂŒrfeln.

2. Knollensellerie und Kartoffeln waschen, schĂ€len und wĂŒrfeln. 

3. Zwiebeln und Knoblauch schÀlen und fein hacken.

4. Öl in einem Topf oder großer Pfanne erhitzen. Zwiebeln bei mittlerer Hitze ca. 4 Minuten leicht andĂŒnsten. Knoblauch, Kartoffeln, Sellerie und Tomatenmark dazugeben und ca. 3-4 Minuten mitbraten. Mit GemĂŒsebrĂŒhe und stĂŒckigen Tomaten ablöschen. GewĂŒrze zufĂŒgen und das Gulasch bei mittlerer Hitze etwa 30 Minuten zugedeckt köcheln lassen.

5. Paprika zum Kartoffelgulasch geben und 5 Minuten kochen. Petersilie waschen, trocken schĂŒtteln und hacken. 

6. Gulasch nach Belieben mit Salz, Pfeffer und etwas Ingwer abschmecken und mit je 1 EL Joghurt und Petersilie servieren.

Guten Appetit!


🏆 MINQs Choice

Nach mehr als 25 Jahren aktiver Recherche und Erstellung der Ärztelisten, die seit 1997 regelmĂ€ĂŸig zuerst in der Zeitschrift FOCUS publiziert wurden und seit 2022 im Magazin stern erscheinen, haben wir uns entschlossen, unter dieser Rubrik - gewissermaßen in eigener Sache - jede Woche auf 3 besondere Mediziner:innen zu verweisen.

PD Dr. med. habil. Heiner MĂŒller - seit 2019 MINQ-Spezialist

Dr. med. JĂžrn S. JĂžrgensen - MINQ-Spezialist seit 2010

Prof. Dr. med. Turgay Efe ist MINQ-Spezialist seit 2021

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