Foto der Woche: Paul Pastourmatzis

đź—ž 02/2024

Reduziert eine Alkohol-Diät das Krebsrisiko? · Hypochonder leben riskant · New Work in der Medizin

Mirjam Bauer
Mirjam Bauer

đź“Ś 5 weekly picks

1 đź“Ś Reduziert eine Alkohol-Diät das Krebsrisiko?

Ein internationales Forscher:innenteam um Dr. Susan M. Gapstur von der International Agency for Research on Cancer in Lyon untersuchte, ob eine Reduktion oder ein Stopp des Alkohol-Konsums vor alkoholbedingten Krebs-Erkrankungen schĂĽtzt. VerblĂĽffend: Nur fĂĽr zwei Krebsarten gibt es demnach ausreichende Belege fĂĽr die negativen Auswirkungen des Zellgifts. Ăśber ihre Ergebnisse berichten die Forscher:innen im New England Journal of Medicine.
Im September berichteten der Heidelberger Hepatologe Prof. Dr. Helmut K. Seitz und der Greifswalder Spezialist fĂĽr Sozialmedizin und Prävention Prof. Dr. Ulrich John, dass 5,2 Prozent der Krebserkrankungen bei Männern und 1,7 Prozent bei Frauen auf chronischen Alkoholkonsum zurĂĽckzufĂĽhren sind.
Bisher hatten Forscher angenommen, dass die meisten Karzinome durch relativ hohe Alkoholmengen in Zusammenhang mit Rauchen entstehen. Laut einer Metaanalyse erhöht jedoch selbst geringer Alkoholkonsum das Risiko für die Krebsentstehung in Mundhöhle, Rachen und Ösophagus sowie besonders in der weiblichen Brustdrüse. Eine Schwellendosis scheint es nicht zu geben.


Zum Originalartikel und weiteren Informationen auf den Seiten von Medscape

2 đź“Ś Hypochonder leben riskant

Sind Menschen, die unter Hypochondrie leiden, gefährdeter, eher zu sterben? Dieser Frage ging ein Team einiger Universitäten in Schweden und Dänemark nach. Die Psycholog:innen, Neurolog:innen und Epidemiolog:innen untersuchten die Mortalität von gut 4.129 Personen, bei denen die Diagnose Hypochondrie gestellt worden war und verglichen diese mit 41.200 Menschen aus vergleichbarer demographischer Struktur. Das Medianalter lag jeweils bei 34,5 Jahren; Basis der retrospektiven statistischen Analyse waren schwedische Bevölkerungs- und Gesundheitsdaten. Im betrachteten Mehrjahreszeitraum verstarben 268 Personen aus der “Hypochondrie-Gruppe” sowie 1.761 Individuen der Kontrollgruppe. Das Sterberisko war bei den Hypochondrie-Patienten um 84 Prozent erhöht. Interessanterweise verstarben diese Menschen sowohl aus natürlichen wie unnatürlichen Gründen (Suizid) häufiger.

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3 đź“Ś Besser vorbereitet fĂĽr die nächste Virus-Pandemie

Impfungen und antivirale Medikamente bilden die wesentlichen Säulen der weltweiten Pandemievorsorge; sie müssen wegen der genetischen Wandelfähigkeit der Viren aber stetig angepasst werden. Mechanismen in den infizierten Zellen, die das Virus für seine Vermehrung braucht und Immunprozesse, die Wirtszellen auslösen, um sich dagegen zu wehren, unterliegen hingegen weit weniger Veränderungen. Auf der Suche nach antiviralen Wirkstoffen will sich ein vom Universitätsklinikum Jena koordinierter europäischen Forschungsverbund deshalb auf die Wirtszellen konzentrieren. „Wir wollen eine Forschungsplattform aufbauen, die rechnerisch und experimentell geeignete Zieleiweißstoffe und deren Signalwege in den Wirtszellen identifiziert“, beschreibt Prof. Dr. Rainer König vom Institut für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene das Forschungsprogramm. Er koordiniert das mit insgesamt 8,1 Millionen Euro geförderte Projekt mit 13 Partnerinstitutionen.

Zur europäische Forschungsplattform Appeal

4 đź“Ś Flexibler Katheter-Roboter erleichtert Herz-OPs

Ă„rzte und Ingenieure der Boston University haben einen neuartigen Roboter entwickelt, der durch Adern zum Herzen gefĂĽhrt wird und OPs in der Umgebung des schlagenden Herzens kĂĽnftig einfacher und patientenschonender macht. Das Gerät ist den Experten zufolge gleichzeitig flexibel, sodass es sich durch komplexe Anatomien manövrieren lässt - und kraftvoll, dass es OPs ausfĂĽhren kann. Im Fachjournal Science Advances stellen die Entwickler das neue System vor. Bisher eingesetzte minimalinvasive Methoden, bei denen Chirurgen Katheter durch das Gefäßsystem des Körpers einfĂĽhren, um das Herz zu erreichen, haben schwerwiegende Nachteile, weil sie aufgrund ihrer Größe vom schlagenden Herzgewebe leicht zur Seite gedrĂĽckt werden. Das Robotersystem von Tommaso Ranzani und seinen Kollegen kann während des Eingriffs seine Eigenschaften verändern. Es verfĂĽgt ĂĽber eine flexible Spitze, die so dĂĽnn ist, dass sie durch Venen passt. Dort, wo operiert werden soll, wird sie mit Luftdruck aufgeblasen, sodass sie sich gegen die Wände der Vene in der Nähe des Herzeingangs drĂĽckt und den Katheter dort verankert. Dann lassen sich die Operationswerkzeuge und Ersatzteile durch den Katheter schieben, sodass die OP auf diese Weise bequemer beginnen kann.

Weitere vertiefende Informationen

5 đź“Ś BegĂĽnstigt der Verlust der Artenvielfalt neue Infektionskrankheiten?

Forschende gehen davon aus, dass ein Verlust der Biodiversität – zum Beispiel durch menschliche Eingriffe in Ökosysteme – die Übertragung von Krankheitserregern zwischen Tier und Mensch (Zoonosen) begünstigt. Doch wie groß ist dieser Effekt? Ihn genauer zu beziffern ist das Ziel eines internationalen Forschungsteams unter der Leitung der Berliner Charité. Die Ergebnisse sollen dabei helfen, ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Zoonosen frühzeitig erkennen zu können. Das neu gestartete Projekt „Zoonosis Emergence across Degraded and Restored Forest Ecosystems” (ZOE) wird von der EU-Kommission für vier Jahre mit rund vier Millionen Euro gefördert.

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Zoonotische Infektionskrankheiten entstehen dort, wo Mensch und Tier zusammentreffen – beispielsweise in der Massentierhaltung oder beim Handel und Verzehr von Wildtieren. Aber auch in Gebieten, in denen der Mensch in natürliche Lebensräume eingreift. Einerseits, weil er dadurch mit Wildtieren in Kontakt kommt. Und andererseits, weil er das empfindliche Gleichgewicht des Ökosystems stört.


Mehr Informationen auf den Seiten der Charité

đź’¬ Ăśber unseren Tellerrand

Wearables-Boom im Health-Bereich

Vernetzte Geräte sind aus unserem Leben bald nicht mehr wegzudenken. Laut der Studie 'Connected Products: Enhancing Consumers' Lives with Technology' des Capgemini Research Institute will sich ein Drittel der weltweiten Verbraucher 2024 ein vernetztes Gerät im Bereich Gesundheit zulegen. Sie sind für 67 Prozent der Konsumenten bereits unverzichtbar – vor allem, weil sie Zeit und Aufwand sparen (41 %). Mehr als ein Drittel der Befragten (weltweit 10.000 Verbraucher ab 18 Jahren aus 13 Ländern) plant, im nächsten Jahr weitere vernetzte Geräte anzuschaffen.
Die Studienautoren fanden heraus, dass 71 Prozent der Verbraucher ihre Bildschirmzeit reduzieren möchten und dafür bereit sind, Wearables wie Smart Watches, Gesundheitsgeräte oder intelligente Brillen als Alternative zum Mobiltelefon auszuprobieren. Wearables für den Gesundheitsbereich sind dabei eine der führenden Produktkategorien, wenn es um geplante Anschaffungen geht. 60 Prozent der Befragten stimmen zu, dass vernetzte Produkte wie Gesundheits-Wearables oder -Tracker ihnen dabei helfen, ihre Gesundheit zu erhalten und zu verbessern.

👂 MINQ Hörtipp:

New Work in der Medizin

Prof. Dr. med. Bettina Baeßler, Leiterin für Kardiovaskuläre Bildgebung und Künstliche Intelligenz an der Radiologie-Uniklinik Würzburg und Dr. Barbara Wichtmann von der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der Uniklinik Bonn sprechen in einem mehrteiligen Podcast zum Thema "New Work" in der Medizin.

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Hörenswert fand MINQ Folge XVI. : Hier findet man anregende Gedanken zu New Work in der Radiologie. Es wird erörtert, wie New Work funktionieren kann, mit guter Führung zusammenhängt und welches Umdenken nötig wäre. Vera Starker, Bestsellerautorin, Wirtschaftspsychologin, Rechtsanwältin und Gründerin des Berliner Think Tanks Next Work Innovation Garage, gibt im Gespräch einige Denkanstöße.
Episode XVI: Radiologie und New Work: von FĂĽhrung bis Fokus |
Prof. Dr. med. Bettina Baeßler und Barbara Wichtmann sprechen in diesem vierten Teil der mehrteiligen Serie zum Thema “New Work” mit Vera Starker, darüber, wie New Work in der Radiologie funktionieren kann und was das alles mit guter Führung und mehr Fokus zu tun hat.

Vertiefend hierzu auch der Podcast des GesundheitsCampus OsnabrĂĽck: New Work im Krankenhaus:

‎„New Work im Gesundheitswesen“ auf Apple Podcasts
‎Gesellschaft und Kultur · 2024

đź“Ł AnkĂĽndigung

Mensch – Maschine – Moral: Ethische Herausforderungen durch KI im Gesundheitswesen

Die Integration von Informationstechnologie und Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen wirft ethische Fragen auf. Der 7. Saarländische Ethiktag am 24. Februar 2024 behandelt das Thema "Mensch – Maschine – Moral: Ethische Herausforderungen durch KI im Gesundheitswesen". Die Philosophie-Professorin Karen Joisten von der TU Kaiserlautern beleuchtet in ihrem Hauptreferat verschiedene Dimensionen. Anschließend diskutieren Experten Chancen und Risiken. Die Veranstaltung findet unter Beteiligung des Ethikkomitees des Universitätsklinikum des Saarlandes und unter der Schirmherrschaft vom Minister für für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit Dr. Magnus Jung statt. Der Ethiktag wird sowohl in Präsenz als auch als Online-Veranstaltung durchgeführt.


Weitere Informationen zur Veranstaltung


🏆 MINQs Choice

Nach mehr als 25 Jahren aktiver Recherche und Erstellung der Ärztelisten, die seit 1997 regelmäßig zuerst in der Zeitschrift FOCUS publiziert wurden und seit 2022 im Magazin stern erscheinen, haben wir uns entschlossen, unter dieser Rubrik - gewissermaßen in eigener Sache - jede Woche auf 3 besondere Mediziner:innen zu verweisen.


🏆

Dr. med. Detlev R.H. Breyer


đź’Ž MINQ-Spezialist seit 2013
👉 Empfohlen für Refraktive Chirurgie


🏥 Augenarztpraxen Schadow Arkaden

đź“Ť 40212 DĂĽsseldorf Aachen


Zur Arztpraxis


🏆

Dr. med. Bernhard FuĂź


đź’Ž MINQ-Spezialist seit 2016
👉 Empfohlen für Fußchirurgie


🏥 MVZ Praxisklinik Orthopädie · Sektion FuĂź- und Sprunggelenkchirurgie

đź“Ť 52064 Aachen


Zur Praxisklinik


🏆

Dr. med. Roland Koch


đź’Ž MINQ-Spezialist seit 2018
👉 Empfohlen für Refraktive Chirurgie


🏥 Augenklinik Moers

đź“Ť 47441 Moers


Zur Arztpraxis

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