🗞 36/2025
Forschung – aber an der Realität vorbei · Wenn der Embryo sich durchkämpft · Mindestmengenregelung in Gefahr · Warum Ältere oft mehr können, als man denkt · Zeitreise bleibt Science-Fiction · Neurofilter im Fliegengehirn · Resonanz und Unverfügbarkeit – Orientierung in komplexen Zeiten
📌 5 weekly picks
1 📌 Forschung geht am medizinischen Bedarf vorbei
Krankheiten wie Diabetes oder Suchterkrankungen nehmen weltweit zwar zu, die Forschung dazu hinkt jedoch hinterher und findet schwerpunktmäßig nur in einigen wenigen Ländern statt. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie unter Beteiligung von Forschern der Universität Mannheim. Demnach beschäftigt sich die Gesundheitsforschung nur unzureichend mit den Krankheiten, die für den Großteil der globalen Krankheitslast verantwortlich sind.
„Bisher wussten wir, dass Forschung und Krankheitslast oft nicht zusammenpassen – aber wie sich dieses Ungleichgewicht über die Zeit verändert hat, war weitgehend unbekannt“, erklärt Prof. Dr. Marc Lerchenmüller, Korrespondenzautor der Studie.
Die Studie zeigt eine klare Zweiteilung: Die Krankheitslast lokal auftretender Infektionskrankheiten ist deutlich zurückgegangen. Als Konsequenz ist die Kluft zwischen Forschung und Krankheitslast in diesem Bereich um etwa 75 Prozent kleiner geworden. Anders verhält es sich bei chronischen, nicht übertragbaren Krankheiten: Hier ist die Kluft um 25 Prozent gestiegen. Diabetes nimmt beispielsweise auch in Südamerika und in einigen asiatischen Ländern die Ausmaße einer Volkskrankheit an. „Nichtübertragbare Krankheiten sind ein globales Problem – doch die Forschung dazu findet bislang vor allem in den westlichen Ländern statt und hinkt der globalen Zunahme der Krankheitslast hinterher“, konstatiert Dr. Leo Schmallenbach, Erstautor der Studie
Schmallenbach, L., Bley, M., Bärnighausen. T.W., Sugimoto, C.R., Lerchenmüller, C., Lerchenmüller, M. Global distribution of research efforts, disease burden, and impact of US public funding withdrawal. Nature Medicine (2025).
https://doi.org/10.1038/s41591-025-03923-0
👉 Weiterlesen auf den Seiten der Universität Mannheim
2 📌 Kraftakt Leben: Wie sich der Embryo in die Gebärmutter zwängt 🤰🦠
Der menschliche Embryo ist beim Einnisten alles andere als sanft: Neue Echtzeit-Aufnahmen zeigen, wie er sich aktiv und mit mechanischer Kraft in die Gebärmutterschleimhaut zwängt. Dabei verschiebt er Kollagenfasern und Zellen – ein überraschend invasiver Prozess. Etwa eine Woche nach der Befruchtung beginnt die Blastozyste, sich tief im Uterus zu verankern. Frühere Studien zeigten enzymatische Matrixauflösung – doch das reicht nicht. Der Embryo muss selbst ziehen, drücken und sich durch das Gewebe arbeiten. Dank künstlicher Schleimhaut und Mikroskopie wurde erstmals sichtbar, wie Actin- und Myosin-Filamente füßchenartige Ausstülpungen bilden, die sich an die Kollagenmatrix heften. Der Embryo bewegt sich in pulsierenden Schüben vorwärts. Er reagiert sogar auf äußere Druckreize: Wird die Umgebung mechanisch verändert, orientiert sich sein Wachstum gezielt dorthin. Das spricht für eine aktive Wahrnehmung mechanischer Signale.
Diese Kräfte könnten erklären, warum manche Frauen beim Einnisten leichte Beschwerden spüren. Gleichzeitig beginnt der Embryo, Vorläuferzellen für die Plazenta zu bilden – erste Brücken zum mütterlichen Blutkreislauf. Diese Erkenntnisse vom Institut für Bioingenieurwesen von Katalonien (IBEC) liefern neue Einblicke in die Frühphase des Lebens – und könnten helfen, künstliche Befruchtung besser zu verstehen.
Samuel Ojosnegros, Leiter der IBEC-Forschungsgruppe für Reproduktionsgesundheit und Hauptautor der Studie in Science Advances, betont die Bedeutung der Arbeit: Sie liefert erstmals detaillierte Einblicke in die Einnistung und frühe Schwangerschaft: „Menschliche Embryonen graben sich aktiv in die Gebärmutter ein und üben dabei erhebliche mechanische Kräfte aus. Nur so können sie tief ins Gewebe eindringen und sich vollständig integrieren – ein überraschend invasiver Vorgang.“
Die Bilder dokumentieren, wie sich ein menschlicher Embryo in eine künstlich nachgebildete Gebärmutter einnistet – und geben dabei faszinierende Einblicke in den natürlichen Ablauf der Implantation.
👉 Weiterlesen auf den Seiten von scinexx und telepolis
Amélie Luise Godeau et al. ,Traction force and mechanosensitivity mediate species-specific implantation patterns in human and mouse embryos.*Sci. Adv.*11,eadr5199(2025). DOI:10.1126/sciadv.adr5199
3 📌 Neue Erkenntnisse zur Hirnrinde: Warum ältere Menschen oft mehr können, als man denkt 🧠💡
Vergesslichkeit, Konzentrationsprobleme und schlechtere Wahrnehmung gelten als typische Alterserscheinungen. Ursache ist oft die ausgedünnte Hirnrinde – Sitz höherer kognitiver Funktionen. Doch Forschende der Uni Tübingen zeigen jetzt: Nicht alle Hirnrindenschichten altern gleich.
Erstmals konnten sie mithilfe von Ultrahochfeld-MRT und neuen Berechnungsmethoden die sechs Schichten der Hirnrinde separat untersuchen. Das überraschende Ergebnis: Vor allem die tieferen Schichten verlieren an Dicke, nicht aber die mittleren und oberen. Diese mittleren Schichten sind entscheidend für die Verarbeitung von Sinneseindrücken – und bleiben erstaunlich stabil. Das könnte erklären, warum ältere Menschen oft komplexe Aufgaben gut bewältigen. Die tieferen Schichten hingegen sind für Filterfunktionen zuständig – etwa beim Ausblenden störender Geräusche. Ihr Abbau erschwert Multitasking und Konzentration im Alter. Zudem zeigt sich: Genutzte Hirnareale bleiben länger erhalten. Bei einer Probandin mit nur einem Arm zeigten die mittleren Schichten plastische Anpassungen.
Untersucht wurden zwei Kohorten mit je 40 Personen – jung und alt. Auch Tiermodelle bestätigten die Ergebnisse. Prof. Dr. Esther Kühn, Professorin für Translationale Bildgebung Kortikaler Mikrostruktur, betont: „Viele Hirnfunktionen bleiben erhalten – wenn man sie regelmäßig nutzt.“ Die Studie macht Hoffnung auf ein aktives, geistig gesundes Altern. Ein weiterer Beleg dafür, wie anpassungsfähig unser Gehirn ist.
👉 Weiterlesen auf den Seiten der UK Tübingen
Liu, P., Doehler, J., Henschke, J.U. et al. Layer-specific changes in sensory cortex across the lifespan in mice and humans. Nat Neurosci (2025). DOI: https://doi.org/10.1038/s41593-025-02013-1
4 📌 Zeitreise bleibt Science-Fiction – sagt die Physik 🕰️ 🚀
Die Idee, durch die Zeit zu reisen, beflügelt seit Jahrzehnten unsere Fantasie. Filme, Bücher und Serien spielen mit paradoxen Szenarien – doch was sagt die Physik dazu? Quantenphysiker Marcus Huber vom Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) räumt im ÖAW-Podcast „Hiccup“ mit den Mythen auf.
In die Zukunft reisen wir tatsächlich – einfach, indem wir älter werden. Doch eine Reise in die Vergangenheit? Die bringt logische Widersprüche mit sich. Das Großvaterparadoxon zeigt: Wer seine eigene Geburt verhindert, kann auch keine Zeitreise antreten. Science-Fiction bietet kreative Auswege – etwa alternative Zeitlinien oder festgelegte Abläufe. Doch laut Huber fehlt jede physikalische Grundlage für solche Modelle.

Zeit ist in der Quantenmechanik ein gegebener Parameter – wie Raum. Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik sorgt für eine klare Richtung: mehr Entropie, mehr Unordnung. Eine echte Zeitreise rückwärts würde bedeuten, das gesamte Universum umzukehren. Dafür bräuchte man eine Maschine, die mit allem interagiert – von Sternen bis zur Kernfusion. In die Zukunft ließe sich theoretisch schneller reisen – etwa durch Bewegung nahe Lichtgeschwindigkeit. Huber fasziniert die Idee – als Ausgangspunkt für Geschichten. Doch die wirklich spannenden Fragen betreffen die Natur der Zeit selbst. Eine klassische Zeitmaschine? Die bleibt Fiktion – und Stoff für unsere Vorstellungskraft.
👉 Zum gesamten Interview auf den Seiten der Österreichische Akademie der Wissenschaften
5 📌 Mechanisches Gedächtnis hilft Zellen beim Navigieren durch Gewebe 🧪
Unser Körper besteht aus einer Vielzahl von Zellen. Die meisten von ihnen, wie etwa Hautzellen, bleiben zeitlebens an ihrem Platz. Doch es gibt Ausnahmen: embryonale Zellen, Abwehrzellen oder Zellen, die an der Wundheilung beteiligt sind, bewegen sich durch den Körper. Um von einer Stelle zur nächsten zu gelangen, müssen sich die Zellen durch enge Lücken im Gewebe zwängen – oftmals kleiner als sie selbst. Dafür müssen sie sich verformen, was Energie und Zeit kostet.
Prof. Dr. David Brückner vom Biozentrum der Universität Basel hat gemeinsam mit Forschenden um Prof. Dr. Sylvain Gabriele von der Universität Mons in Belgien nun herausgefunden, dass solch wandernde Zellen eine Art mechanisches Gedächtnis besitzen. Die Zellen merken sich die Form, die sie beim Passieren einer Engstelle angenommen haben. So müssen sie ihre Form nicht jedes Mal aufs Neue anpassen und können sich schneller und effektiver durch enge Gewebestrukturen bewegen. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Zellen besser durch komplexe Umgebungen navigieren können, wenn sie ihre Gestalt den jeweiligen Gegebenheiten anpassen. Für die Wundheilung oder die Bekämpfung von Infektionen könnte dies förderlich sein. Allerdings hat diese Fähigkeit auch eine Kehrseite: Sie könnte dazu beitragen, dass Tumorzellen sich im Körper schneller ausbreiten können.
Yohalie Kalukula, Marine Luciano, Gleb Simanov, Guillaume Charras, David B. Brückner and Sylvain Gabriele. The actin cortex acts as a mechanical memory of morphology in confined migrating cells. Nature Physics (2025), doi: 10.1038/s41567-025-02980-z
👉 Weiterlesen auf den Seiten von nature
📌 PLUS … In eigener Sache
Mindestmengenregelung in Gefahr ⚠️📉🚨
Krankenhäuser müssen seit 2024 Mindestfallzahlen von Patient:innen vorweisen, um bestimmte Behandlungen überhaupt anbieten zu können. Gegen diese Vorgaben, die auch aus Sicht von MINQ ein wesentliches Qualitätsmerkmal sind, klagen nun die Bundesländer Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt in Karlsruhe. Sie sehen darin eine Verletzung der föderalen Strukturen und eine übermäßige Einschränkung der Planungsfreiheit der Länder sehen.
Dabei ist die Mindestmengenregelung eine gute Idee: Sie besagt, dass Krankenhäuser bestimmte, komplexe Behandlungen nur dann durchführen dürfen, wenn sie diese in einem Mindestmaß pro Jahr anbieten. Das primäre Ziel ist die Qualitätssicherung und die Verbesserung der Patientensicherheit. Dies soll vor allem bei seltenen und risikoreichen Eingriffen – wie der Versorgung von extrem frühgeborenen Kindern mit einem Geburtsgewicht unter 1.250 Gramm – die Sterblichkeits- und Komplikationsraten senken.
Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen eine klare Korrelation zwischen der Häufigkeit der Durchführung einer komplexen Behandlung und dem Behandlungsergebnis. Man spricht hier vom sogenannten "Volume-Outcome"-Effekt. Bei seltenen und hochkomplexen Eingriffen wie der Versorgung extrem frühgeborener Kinder steigt mit der Routine des medizinischen Personals die Überlebensrate und die Wahrscheinlichkeit, dass die Babies ohne bleibende Schäden überleben.
Die Mindestmengenregelung führt zu einer Spezialisierung der Kliniken. Statt dass viele kleine Krankenhäuser nur wenige Frühchen pro Jahr behandeln, konzentriert sich die Versorgung in spezialisierten Perinatalzentren. In diesen Zentren ist nicht nur die Routine des Personals höher, sondern es können auch die notwendige technische Ausstattung und die interdisziplinäre Expertise gebündelt werden, die für die Versorgung von Frühgeborenen essenziell sind. Dies umfasst spezialisierte Neonatologen, Kinderchirurgen, Kardiologen und Neurologen, die nicht in jeder Klinik in ausreichender Anzahl vorgehalten werden können.
MINQ berücksichtigt seit langem in ihren Recherchen den Zusammenhang zwischen Fallzahl und Ergebnisqualität (dem sogenannten "Volume-Outcome-Effekt") untersuchen. Ein wichtiger Baustein dieser Methodik ist die Berücksichtigung von medizinischer Erfahrung, die sich in den Fallzahlen von Routineeingriffen widerspiegelt. Speziell im Bereich der Geburtsmedizin weisen die MINQ-Recherchelisten auf besonders spezialisierte Perinatalzentren hin, die über eine zertifizierte Expertise verfügen.
💬 Über unseren Tellerrand
1️⃣ Neurofilter im Fliegengehirn: Schlaf mit Sicherheitslücke 🧠💤
Auch Fliegen müssen schlafen – doch ganz abschalten können sie dabei nicht. Forschende der Charité in Berlin haben herausgefunden, wie das Fliegengehirn im Schlaf visuelle Reize rhythmisch herausfiltert. So bleibt die Umwelt zwar größtenteils ausgeblendet, aber starke Lichtimpulse können die Tiere dennoch aufwecken. Schlaf dient der Regeneration und ist auch für die Gedächtnisbildung essenziell. Doch wie gelingt es einem Organismus, sich zu erholen und gleichzeitig auf Gefahren zu reagieren?
Das Team um Prof. David Owald vom Institut für Neurophysiologie untersuchte Taufliegen, deren kleines Gehirn sich besonders gut für solche Studien eignet. Im Schlaf stimmen sich hemmende und aktivierende Netzwerke im Gehirn fein aufeinander ab. Dadurch entsteht ein Filter, der schwache Reize blockiert, starke aber durchlässt – vergleichbar mit einem angelehnten Fenster, das bei starkem Wind aufgestoßen wird.
Abends, nach längerer Wachphase, entstehen im Fliegengehirn sogenannte Slow Waves – langsame, synchrone elektrische Wellen. Zwei Hirnnetzwerke, eines aktivierend, das andere hemmend, sind dabei gleichzeitig aktiv. Das hemmende Netzwerk gewinnt und blockiert die Reizverarbeitung, sodass die Fliege einschlafen kann. Doch rhythmische Spannungsschwankungen der Nervenzellen lassen kurzzeitig Informationsdurchlass zu. In diesen Momenten können starke Reize den Filter überwinden und die Fliege wecken.
Interessanterweise zeigen auch menschliche Gehirne Slow Waves im Schlaf. Der Thalamus, ein zentraler Taktgeber im Gehirn, könnte ähnliche Filterfunktionen übernehmen. Ob sich hier ein universelles Prinzip des Schlafs verbirgt, bleibt Gegenstand weiterer Forschung.
👉 Weiterlesen auf den Seiten der Charité
Raccuglia D, Suárez-Grimalt R et al. Network synchrony creates neural filters promoting quiescence in Drosophila. Nature 2025 Aug 20. doi: 10.1038/s41586-025-09376-2
2️⃣ Die zweite Geschichte Pompejis: Überleben nach der Katastrophe 🌋 🏛️🕵️♂️
Wenn wir an Pompeji denken, erscheint meist das Bild einer Stadt, die im Jahr 79 n. Chr. vom Vesuv verschüttet und für immer verlassen wurde – konserviert unter Asche und Bimsstein, eingefroren in einem tragischen Moment der Antike. Doch neue Forschungen zeichnen ein anderes Bild: Pompeji starb nicht abrupt. Menschen kehrten zurück, errichteten provisorische Unterkünfte und nutzten die Ruinen noch Jahrzehnte nach dem Ausbruch. Grabungen im Süden der Stadt zeigen reparierte Mauern, Öfen und Mühlen – Hinweise auf ein prekäres Siedlungsgebiet zwischen den Trümmern.

Moderne Methoden wie Stratigrafie und Radiokarbondatierung belegen, dass Pompeji noch lange belebt war. Keramikfragmente und Münzen aus den Zeiten von Domitian und Trajan deuten auf alltägliche Nutzung hin. Gründe für die Rückkehr könnten der fruchtbare Boden, bestehende Infrastruktur oder symbolischer Besitz gewesen sein. Auch Baumaterial wurde recycelt, Pompeji diente als Steinbruch. Die Stadt wurde zur Zone der Improvisation: Dächer geflickt, Keller bewohnt, Tempel und Thermen verschwunden.
Spuren von Ritualen in Heiligtümern zeigen, wie Menschen versuchten, das Unglück zu deuten. Gleichzeitig blieb die Umgebung landwirtschaftlich aktiv. Wann Pompeji endgültig aufgegeben wurde, ist unklar – doch vieles spricht dafür, dass der Verfall erst zwischen dem 2. und 5. Jahrhundert einsetzte. So wird Pompeji nicht nur zum Symbol des plötzlichen Untergangs, sondern auch zum Zeugnis zäher Anpassung und menschlicher Beharrlichkeit.
👉 Zur Originalpublikation in Scavi di Pompei
📣 Ankündigungen
1️⃣ Luftanhalten und Durchatmen - Sonderausstellung im Deutschen Hygiene-Museum

Luft ist überall – und doch kaum greifbar. Wir atmen sie 20.000 Mal am Tag, verändern sie durch unser Handeln und damit auch unsere Zukunft. Eine Ausstellung im Deutschen Hygienemuseum in Dresden widmet sich diesem unsichtbaren Element: physikalisch, sozial und künstlerisch. Sie zeigt, wie Luft Ökosysteme und Erdzeitalter verbindet – und wie wir sie beeinflussen. Ein Luftarchiv sammelt persönliche Wahrnehmungen, Nebelfänger machen Luft sichtbar. Ein riesiges Klimaanlagenrohr erzählt von unserem Versuch, Luft zu kontrollieren. Interaktive Stationen laden zum Mitdenken ein – etwa beim „Emissions-Memory“. Hier werden abstrakte CO₂-Mengen plötzlich greifbar. Die Ausstellung fragt: Wie gehen wir mit dem um, was uns am Leben hält? Und sie zeigt: Luft ist nicht nur Medium – sie ist Mitspieler.
👉 Weitere Informationen zur Ausstellung
📅 Wann: bis zum 26. Oktober 2025
📍 Wo: Deutsches Hygiene-Museum, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden
2️⃣ Resonanz und Unverfügbarkeit – Orientierung in komplexen Zeiten 🧭
Vom 3. bis 5. September 2025 findet der gemeinsame Kongress der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Psychologie e.V. (DGMP) und Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) in Jena statt. Das Motto „Resonanz – Brücken für ein gesundes Miteinander“ greift Gedanken des Jenaer Soziologen Hartmut Rosa auf. Dessen „Soziologie der Weltbeziehung“ inspiriert zur Verbindung individueller und kollektiver Perspektiven.
Das Kongressmotto verweist auf unsere Fähigkeit, mit der Welt in Schwingung zu treten – sei es mit Menschen, Natur, Musik oder Wissenschaft. Resonanz schafft Verbindung, ihr Fehlen führt zu Isolation und psychischer Belastung. In Zeiten gesellschaftlicher Spaltung und Ressourcenknappheit fehlt oft das richtige Maß zwischen Nähe und Distanz – und damit die Voraussetzung für Resonanz.
📅 Wann: 3. bis 5. September 2025
📍 Wo: Ernst-Abbe-Hochschule Jena, University of Applied Sciences, Haus 4, Etage -1 (R.04.-1.01), Carl-Zeiss-Promenade 2, 07745 Jena
🤕 IchalsPatient
1️⃣ Teilnehmerinnen gesucht: Studie erforscht neue Wege zur individuellen Krebsrisiko-Erkennung 🧪🧬💪
Krebsprävention beginnt nicht erst bei der Diagnose – genau hier setzt die PräDigt-Studie des digiOnko-Projekts am Uniklinikum Erlangen an. Die Studie sucht Frauen, die helfen, neue Risikofaktoren für Krebserkrankungen zu identifizieren. Teilnehmen können gesunde Frauen sowie Patientinnen mit Brust-, Lungen-, Unterleibs- oder Darmkrebs. Bei einem kurzen Kliniktermin werden Speichel-, Blut- und optional Atemproben entnommen. Für zu Hause gibt es ein Set zur Urin- und Stuhlprobenentnahme. Über die App „BayPass“ beantworten die Teilnehmerinnen zusätzlich Fragen zu Lebensstil und Familiengeschichte.
Aus den Daten entstehen individuelle Empfehlungen zur Gesundheitsvorsorge und Einschätzungen des persönlichen Krebsrisikos. Ziel ist eine maßgeschneiderte Prävention – persönlich, präzise und zukunftsweisend. Geleitet wird die Studie von Prof. Dr. Peter A. Fasching und PD Dr. Hanna Hübner.
👉 Weiterlesen auf den Seiten der UK Erlangen
👉 Weitere Infos zur PräDigt Studie
MINQ's weekly picks Newsletter
Melden Sie sich kostenlos an, um die neuesten Updates in Ihrem Posteingang zu erhalten