🗞 14/2026
Wie Bauchfett die Immuntherapie beeinflusst · Synthetische Röntgenbilder können in die Irre führen · Nur zertifizierte Krebszentren garantieren hohe Qualität · Mit Quantenmechanik Krebs und Alzheimer sichtbar machen · Lebensstiländerung - was Ärzte ihren Patienten raten · Hyperdiversität
🌷🐣 Frohe Ostern, liebe Abonnentinnen und Abonnenten!
Das gesamte Team der Weekly Picks und MINQ wünscht Ihnen erholsame Feiertage, frische Frühlingsenergie und viele kleine Momente, die gut tun. Genießen Sie die Pause, tanken Sie Kraft – und starten Sie inspiriert in den Frühling. 🌼✨
📌 5 weekly picks
1 📌 Neue Hoffnung bei Eierstockkrebs: Wie Bauchfett die Immuntherapie beeinflusst 🧬🎗️🔥
Bei Eierstockkrebs zeigen Immuntherapien mit sogenannten Checkpoint-Inhibitoren bislang nur bei wenigen Betroffenen Wirkung. Forschende vom Helmholtz Institut für Translationale Onkologie (HI-TRON Mainz) haben nun entdeckt, dass Fettstoffwechsel-Prozesse im Tumorumfeld eine entscheidende Rolle dabei spielen, wie gut solche Therapien wirken. Eierstockkrebs und andere Tumorerkrankungen breiten sich häufig in das sogenannte Bauchnetz aus – eine fettreiche Gewebeschicht im Bauchraum, die die inneren Organe bedeckt und nicht immer einfach dem Begriff „Bauchfett“ entspricht. Das HI-TRON-Team um Niels Halama untersuchte, wie diese besondere Umgebung die Interaktion zwischen Tumorzellen und Immunzellen beeinflusst.
Dabei zeigte sich: In der Nähe von Tumorabsiedelungen (Metastasen) im Fettgewebe sammeln sich besonders viele Immunzellen, darunter T-Zellen und sogenannte tumorassoziierte Fresszellen (Makrophagen). Während die T-Zellen durch das Fettgewebe grundsätzlich funktionsfähig bleiben, geraten Makrophagen durch die Aufnahme großer Mengen an Fett unter oxidativen Stress. In diesem Zustand tragen sie zur Unterdrückung der Immunantwort bei und begünstigen so das Tumorwachstum. Die Forschenden konnten nun zeigen, dass sich dieser immununterdrückende Zustand der Makrophagen durch gezielte Eingriffe umkehren lässt. In Experimenten mit Tumorgewebe von Patientinnen sowie in Mausmodellen führte die Hemmung des Signalwegs um den Rezeptor CCR5 – etwa mit dem Medikament Maraviroc – dazu, dass Makrophagen neu programmiert wurden. In der Folge konnten T-Zellen wieder stärker in den Tumor eindringen und Krebszellen wirksamer bekämpfen. Der bereits zugelassene Wirkstoff Maraviroc war ursprünglich für die Therapie von HIV-Infektionen entwickelt worden.
Meggy Suarez-Carmona et al.: Harnessing lipid-driven immunometabolic pathways in omental metastases to enhance immunotherapy in patients with ovarian cancer Signal Transduction and Targeted Therapy 2026,
https://rdcu.be/e6Ily
🔗 Zur vollständigen Pressemeldung des DKFZ
2 📌 KI täuscht Radiologen: synthetische Röntgenbilder können in die Irre führen 🔍🤖🩺
Ein aktuelles Experiment unter der Leitung von Mickael Tordjman und seinem Forschungsteam am Mount Sinai Klinikum in New York belegt eindrucksvoll die wachsenden Risiken durch künstliche Intelligenz. Für die Studie legten die Forschenden 17 Radiologen aus sechs Ländern insgesamt 154 Röntgenaufnahmen zur Beurteilung vor. Was die Fachärzte nicht wussten: Die Hälfte dieser Bilder (77 Stück) waren durch das KI-Modell GPT-4o erzeugte Deepfakes. Das erschreckende Ergebnis zeigte, dass die Mediziner ohne Vorwarnung nur in 41 Prozent der Fälle bemerkten, dass sie manipulierte Bilder betrachteten. Selbst nach einem expliziten Hinweis stieg die Erkennungsquote lediglich auf 75 Prozent. Bemerkenswerterweise scheiterten auch moderne KI-Systeme daran, diese Fälschungen zuverlässig zu entlarven.
Tordjman, Postdoktorand am Biomedical Engineering and Imaging Institute des Mount Sinai Hospital in New York und seine Kollegen warnen nun eindringlich vor den weitreichenden Risiken. Die größte Gefahr bestehe darin, dass Hacker in IT-Netzwerke von Krankenhäusern eindringen und synthetische Röntgenbilder in die Patientenakten einschleusen könnten. Dies würde die grundlegende Verlässlichkeit der digitalen medizinischen Dokumentation untergraben und unweigerlich zu fatalen Fehldiagnosen sowie klinischem Chaos führen. Zudem erleichtern die täuschend echten Bilder gezielten Versicherungsbetrug.
Um den Bedrohungen zu begegnen, fordern die Forscher die rasche Entwicklung von Detektions-Werkzeugen und gezielte Schulungen für Ärzte. Diese müssen lernen, KI-typische Fehler wie unnatürlich gerade Wirbelsäulen, zu symmetrische Lungen oder auffällig saubere Knochenbrüche zu erkennen. Tordjman warnt jedoch, dass wir derzeit nur die „Spitze des Eisbergs“ sehen, da KI-generierte CT- und MRT-Aufnahmen der nächste logische Schritt seien.
Mickael Tordjman et.a.: The Rise of Deepfake Medical Imaging: Radiologists’ Diagnostic Accuracy in Detecting ChatGPT-generated Radiographs, Radiology, 2026;
doi: 10.1148/radiol.252094
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3 📌 Nur zertifizierte Krebszentren und Comprehensive Cancer Center garantieren hohe Qualität 🎗️🏥✔️
Studien wie die WiZen-Studie (Wirksamkeit der Versorgung in onkologischen Zentren) belegen, dass die Behandlung in zertifizierten Krebszentren die Überlebenschancen von Patienten signifikant verbessert. Für Professor Michael Ghadimi, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, ist eindeutig, dass eine Erstbehandlung in zertifizierten Krebszentren die Überlebenschancen von Krebsbetroffenen klar verbessert und zugleich finanziell das Gesundheitssystem entlaste. Vor dem Hintergrund der Verabschiedung des Gesetzes zur Anpassung der Krankenhausreform (KHAG) im Bundesrat warnte Ghadimi:
“Wenn nun Ausnahmen von Qualitätsvorgaben ausgeweitet werden und Krebsbehandlungen auch weiterhin in nicht spezialisierten Kliniken stattfinden können, konterkariert das die eigentlichen Ziele der Reform. Eine Krankenhausreform, die die Behandlungsqualität relativiert, wird ihrem Anspruch nicht gerecht – und gefährdet eine moderne, effiziente und qualitativ hohe Krebsversorgung in Deutschland.“
In einer gemeinsamen Mitteilung weisen Deutsche Krebshilfe, Deutsche Krebsgesellschaft und Deutsches Krebsforschungszentrum auf die Risiken für die Qualität der onkologischen Versorgung in Deutschland hin. Gerd Nettekoven, Stiftungsrat der Deutschen Krebshilfe, betont: „Krebspatientinnen und -patienten brauchen die Verlässlichkeit einer hohen Qualität in der Therapie – und die bekommen sie dort, wo Behandlung nach klaren Qualitätsvorgaben erfolgt: in zertifizierten Krebszentren und Comprehensive Cancer Centern. Wenn die Politik zulässt, dass komplexe Krebstherapien weiterhin auch außerhalb solcher Strukturen erbracht werden, wird Qualität zur Option statt zum Maßstab.”
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4 📌 Mit Quantenmechanik könnten Krebs und Alzheimer präzise sichtbar werden ⚛️🔍🧠
Schwere Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer beginnen oft lange, bevor erste Symptome auftreten. In dieser Frühphase verändern sich biochemische Abläufe im Körper, die für klassische Bildgebungsverfahren meist noch unsichtbar sind. Forschende des Universitätsklinikums Freiburg und der Universität Straßburg arbeiten nun gemeinsam an einer neuen Methode, mit der solche Prozesse früher erkannt werden könnten: Im Projekt QUANTUM-PRECISION wird die Magnetresonanztomographie mithilfe quantenmechanischer Verfahren so erweitert, dass selbst schwache Stoffwechselvorgänge sichtbar werden und Krankheitsprozesse präziser charakterisiert werden können.
Die klassische MRT zeigt vor allem Strukturen von Organen und Geweben. Frühe Krankheitsprozesse spielen sich jedoch auf molekularer Ebene ab – etwa Veränderungen im Zucker- oder Energiestoffwechsel. Hier setzt QUANTUM-PRECISION an: Mithilfe eines quantentechnologischen Verfahrens, der sogenannten Hyperpolarisation, werden bestimmte Stoffwechselmoleküle wie Pyruvat oder Laktat außerhalb des Körpers in einen Zustand versetzt, in dem sie ein deutlich verstärktes MRT-Signal aussenden. Nach der Injektion lässt sich verfolgen, wie diese Moleküle im Körper verarbeitet werden. Tumorzellen etwa produzieren besonders viel Laktat, während bei Alzheimer der zelluläre Energiestoffwechsel gestört ist. Solche Muster könnten künftig helfen, die Erkrankungen deutlich präziser zu erkennen und den Erfolg von Therapien besser zu überwachen.
🔗 Zur Pressemitteilung der Universität Freiburg
5 📌 💬 „Es könnte so einfach sein“ - was Ärzte ihren Patienten raten 🩺💡
Es könnte tatsächlich so einfach sein: Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, ein Rauchstopp und moderater Alkoholkonsum gehören zu den allerwirksamsten Therapien, die es in der Medizin gibt. Wie ein Bericht im Deutschen Ärzteblatt eindrucksvoll zeigt, können solche simplen Lebensstiländerungen das Risiko für schwere chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes und sogar Krebs erheblich senken und die Heilungschancen dramatisch verbessern. Dabei weiß die Wissenschaft weiß längst, dass viele Hürden einer schnellen Lebensstilveränderung im Weg stehen:
Unsere Biologie und Umwelt: Unser Gehirn ist evolutionär darauf programmiert, kurzfristige Belohnungen wie Bequemlichkeit und hochkalorisches Essen zu bevorzugen. Zudem leben wir in einer Welt, die es uns extrem leicht macht, uns ungesund zu verhalten – von der sitzenden Tätigkeit bis zum ständigen Angebot hochverarbeiteter Lebensmittel.
Der belastende Alltag: Fehlende Zeit, familiäre Verpflichtungen, chronischer Stress oder depressive Verstimmungen rauben uns oft schlichtweg die Energie, die für eine Verhaltensänderung nötig wäre.
Die gute Nachricht ist, dass Mediziner heute immer öfter zu einem sanfteren Weg zu Gesundheit raten: Der Fokus muss auf der Freude liegen. Gegen viele chronische Erkrankungen gibt es zwar Medikamente. Wichtig ist aber auch ein gesunder Lebenswandel. Der fällt vielen Patient:innen schwer. Dabei gibt es Strategien, um die Adhärenz zu steigern, raten die Mediziner. Anstatt sich zu überfordern, sollten Sie sich darauf konzentrieren, wofür es sich zu leben lohnt. Es geht nicht darum, von heute auf morgen alles perfekt zu machen, sondern um wenige, ganz konkrete und machbare Schritte im Alltag.
Ärztinnen und Ärzte setzen zunehmend auf das sogenannte „Motivational Interviewing“ – eine Gesprächstechnik, die von Empathie, Akzeptanz und Respekt vor der Autonomie des Patienten geprägt ist. Es geht nicht mehr darum, Patientinnen und Patienten „vollzuquasseln“ oder mit Risiken zu drohen, sondern gemeinsam herauszufinden, welche gesunden Aktivitäten als angenehm empfunden werden und das Positive zu stärken.
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PLUS …
💬 Über unseren Tellerrand
1️⃣ 🌍 Publikumsliebling 2026: Luchs‑Foto begeistert die Welt 📸🐾

Zwei Wochen lang wartete der Naturfotograf Josef Stefan in einer Beobachtungshütte im spanischen Torre de Juan Abad, um den Moment festzuhalten, in dem ein iberischer Luchs mit einem Nagetier ein tödliches Spiel beginnt. Und es hat sich gelohnt: Der Österreicher hat den Nuveen People’s Choice Award 2026 des Natural History Museum London gewonnen. Das Bild Flying Rodent setzte sich mit über 85.000 Stimmen durch – ein neuer Rekord. Der iberische Luchs, einst fast ausgestorben, gilt heute als Artenschutz‑Erfolgsgeschichte.
Unter den vier weiteren Publikumslieblingen findet sich auch ein Beitrag aus der Schweiz: Alexandre Brisson gelang in Namibia eine Aufnahme zweier Flamingos, die nahezu synchron über Strommasten hinwegziehen. Andere ausgezeichnete Bilder zeigen die zerbrechliche Balance der Natur, darunter eine schlafende Eisbärenfamilie in Kanada.
🏆 Hier gehts zu den Gewinnern 🏆
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2️⃣ 🌍✨Hyperdiversität: Warum unsere Gesellschaften immer komplexer werden 📈👥
Jetzt noch etwas aus der Welt der Philosopie: Unsere Welt wird vielfältiger und verändert sich rasant. Aber was heißt das konkret? Der italienische Demograf Francesco Billari erklärte in den Karl‑Popper‑Lectures der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW): Wir leben im Zeitalter der Hyperdiversität – einer Vielfalt, die alle Lebensbereiche durchzieht. Seine zentrale These: Demografische Veränderungen treiben diese Entwicklung stärker voran als jede andere Kraft.
Denn: Menschen leben länger – erstmals existieren bis zu sieben Generationen gleichzeitig. Die Bildungsrevolution öffnet Universitäten für Menschen aus allen sozialen Schichten. Geschlechtervielfalt bringt neues Talent in Wissenschaft und Wirtschaft. Und Migration trifft auf Urbanisierung: 300 Millionen Menschen leben heute außerhalb ihres Geburtslandes, meist in Großstädten.
Billari betont: Diversität betrifft nicht „die anderen“ – sie betrifft uns alle. Jede Biografie ist heute eine Mischung aus Generation, Geschlecht, Herkunft, Bildung und Lebensstil. Politik, die weiterhin in einfachen Kategorien wie „wir“ und „die anderen“ denkt, verfehlt diese Realität. Gleichzeitig braucht Vielfalt politische Begleitung: Gruppen, die von diesen Veränderungen profitieren, müssen gestärkt – andere gezielt unterstützt werden.
Sein Fazit: Hyperdiversität ist eine Chance für Innovation – aber nur, wenn wir sie aktiv gestalten. Francesco Billari ist Professor für Demographie an der Bocconi Universität in Mailand, dessen Rektor er seit 2022 ist. Zuvor war er u.a. an der University of Oxford und am Max-Planck-Institut für demografische Forschung. Billari ist Fellow der British Academy und forscht auch am Population Studies Center der University of Pennsylvania.
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1️⃣ Erster Bericht der FinanzKommission Gesundheit zum Nachlesen 🏛️💰🩺
Am 30. März stellte Gesundheitsministerin Nina Warken den Bericht der FinanzKommission Gesundheit vor. 66 Empfehlungen liegen auf dem Tisch, mit der eine Stabilisierung der Beitragssätze ab dem Jahr 2027 erreicht werden soll. Damit soll ein prognostiziertes Finanzdefizit der Krankenkassen von über 40 Milliarden Euro im Jahr 2030 verhindert werden: die Ausgabenentwicklung soll wieder stärker an die Einnahmerealität gekoppelt werden, Leistungen ohne nachgewiesenen Nutzen sollen künftig nicht mehr finanziert werden, Prävention und Steuern werden großgeschrieben: Zum Beispiel könnte eine Erhöhung der Steuern auf risikobehaftete Güter wie Tabak, Alkohol und zuckerhaltige Getränke Anreize für gesünderes Verhalten schaffen.
🔗 Anbei der Downloadlink zu dem 483-Seiten umfassenden Bericht als PDF
2️⃣ 🧠👧🧒 Neue S3‑Leitlinie: Bessere Behandlung von Depressionen bei Kindern und Jugendlichen 📘✨
Depressionen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im Kindes‑ und Jugendalter – verstärkt seit der Pandemie. Eine umfassend überarbeitete S3‑Leitlinie soll nun die Versorgung deutlich verbessern. Federführend aktualisiert wurde sie vom Team der Kinder‑ und Jugendpsychiatrie am LMU Klinikum München.
Die Leitlinie setzt auf altersgerechte Therapien, eine frühe Beteiligung von Kindern und Eltern und weiterhin auf Psychotherapie vor Medikamenten. Neu ist die klare Differenzierung in drei Altersgruppen, damit Behandlungen passgenauer ausgewählt werden können: „Es war beeindruckend, wie viele neue Studien in die Empfehlungen eingeflossen sind“, sagt MINQ-Spezialist Professor Gerd Schulte‑Körne, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am LMU Klinikum. „Kinder und Jugendliche sollen künftig viel früher in Therapieentscheidungen einbezogen werden – altersgerecht aufgeklärt und aktiv beteiligt.“
Erstmals betont die Leitlinie auch Sport, Bewegung, kreative Therapien und eine engere Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen.
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📘 Zur neuen S3-Leitlinie
📣 Ankündigungen
1️⃣ 🔪🏥 143. Deutscher Chirurgie Kongress: Passion, Präzision, Personalisierung 🏛️ 🤝
Motto des DCK2026 ist laut MINQ-Spezialist Professor Roland Goldbrunner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH): „Passion, Präzision und Personalisierung“. Denn die Themenschwerpunkte seien in diesem Jahr Robotik, KI, Neue Technologien, Zukunft der Chirurgie und Interdisziplinarität. Mit dem Vereinigten Königreich als Gastnation, starken Fachgesellschaften und neuen Diskussionsformaten soll der Kongress die Zukunft der Chirurgie aktiv gestalten. Zudem wird es einen Science Slam geben, bei dem wissenschaftliche Ideen unterhaltsam präsentiert werden.
👉 Zu Kongress-Homepage und Wissenschaftlichem Programm
📅 Wann: 22. bis 24. April 2026
📍 Wo: Congress Center Leipzig (CCL), Seehausener Allee 1, 04356 Leipzig
2️⃣ 🚀 DGIM 2026: Paradigmenwechsel in der Inneren Medizin – die Zukunft gestalten 🌐🧬
Die Innere Medizin steht vor einem tiefgreifenden Wandel: neue Technologien, personalisierte Therapien und interdisziplinäre Konzepte verändern Diagnostik und Behandlung grundlegend. Der Internistenkongress 2026, veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) zeigt, warum die Innere Medizin zum Zukunftsmotor wird – von KI und OMICS bis zu Gentherapie, CART‑Zellen und innovativen Präventionsstrategien. Im Fokus stehen zudem moderne Versorgungskonzepte, digitale Transformation, geschlechterspezifische Medizin und die Frage, wie Menschlichkeit und Hightech zusammenfinden.
👉 Zu Kongress-Homepage und Wissenschaftlichem Programm
📅 Wann: 18. bis 21. April 2026
📍 Wo: RheinMain CongressCenter Wiesbaden, Friedrich-Ebert-Allee 1, 65185 Wiesbaden
🤕 IchalsPatient:in
1️⃣ 📱💆 Migräne: App‑gestütztes Muskeltraining verbessert den Alltag – aber nicht die Schmerztage 🧠📉
Eine neue randomisierte Studie in JAMA Network Open zeigt: Eine App, die täglich zu progressiver Muskelrelaxation anleitet, kann Menschen mit schwerer Migräne helfen, ihre Alltagsbeeinträchtigungen zu reduzieren. Leider wurde jedoch ein Rückgang der Kopfschmerztage nicht erreicht.
Die App RELAXaHEAD, entwickelt am NYU Langone Health, kombiniert Atemübungen, progressive Muskelentspannung und Body‑Scan‑Meditation – insgesamt weniger als 30 Minuten täglich. Ergänzend enthält sie ein digitales Kopfschmerztagebuch. Frühere Pilotdaten hatten bereits Verbesserungen im MIDAS‑Score gezeigt, der die Einschränkungen im Alltag misst. Doch mangels Kontrollgruppe blieb der Nutzen unklar.
In der neuen Studie wurden 94 Patient:innen randomisiert – entweder zur App oder zu einer Tagebuch‑Kontrollgruppe. Das Ergebnis: Alltagsbelastungen nahmen ab, aber die Zahl der Migränetage blieb unverändert. Ein zentrales Problem war die sinkende Nutzung: Während in Woche 1 alle Teilnehmenden aktiv waren, nutzte in Woche 12 nur noch jede fünfte Person die App – viele davon nur einmal pro Woche. Die Forschenden folgern daraus: Digitale Therapien können wirken – hängen aber stark von der Compliance des Patienten ab.
🔗 Weiterlesen auf den Seiten des Ärzteblatts
👉 Weitere Infos zur RELAXaHEAD-App
2️⃣ ⚠️📱🔥 US‑Urteil zur Social‑Media‑Sucht: “Plattformen machen abhängig wie Zigaretten”
Ein Gericht in Los Angeles hat Meta und Google wegen des Suchtpotenzials ihrer Plattformen zu insgesamt 6 Millionen Dollar Schadensersatz verurteilt. Die 20‑jährige Klägerin schilderte, seit Kindheitstagen durch Instagram und YouTube in eine extreme Nutzung gedrängt worden zu sein – mit Folgen wie Depressionen und Angstzuständen. Die Jury sah die Konzerne in der Verantwortung: Funktionen wie infinite scrolling und algorithmisch getrimmte Feeds seien bewusst suchtfördernd gestaltet.
Expert:innen sprechen von einem Signalurteil, das weitere Klagen gegen Social‑Media‑Plattformen nach sich ziehen könnte. Meta und Google weisen die Vorwürfe zurück und wollen in Berufung gehen. Für Meta ist es bereits die zweite juristische Niederlage in einer Woche – in New Mexico wurde der Konzern zusätzlich zu 375 Millionen Dollar verurteilt.
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🔗 spannend dazu auch der Handelsblatt-Artikel: Wie Tech-Konzerne Sucht als Geschäftsmodell etablieren
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