đ 14/2025
Warum wir viel mehr PrĂ€vention brauchen · Fast Magie: Echtzeit-Sprachsynthese aus Hirnsignalen fĂŒr GelĂ€hmte · Gen Z Ărzte bevorzugen Ă€sthetische Chirurgie · DarmentzĂŒndungen schĂ€digen Nervenzellen · MINQ auf dem Frauengesundheitsgipfel in Essen · Recherchestart Menopause
đ 5 weekly picks
1 đ Warum wir viel mehr PrĂ€vention brauchen
Bluthochdruck · Fettstoffwechselstörung · Unter- und Ăbergewicht · Diabetes · Rauchen: Das sind die fĂŒnf groĂen Risikofaktoren fĂŒr etwa 50% der weltweiten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das haben Wissenschaftler:innen des UniversitĂ€tsklinikums Hamburg-Eppendorf gemeinsam mit 120 Forschenden weltweit herausgefunden. Die Ergebnisse der groĂ angelegten Studie wurden jetzt auf dem Hauptkongress des American College of Cardiology vorgestellt und gleichzeitig im Fachmagazin New England Journal of Medicine veröffentlicht. Ausgewertet wurden dafĂŒr die individuellen Daten von ĂŒber zwei Millionen Teilnehmern aus 133 Kohorten, 39 LĂ€ndern und 6 Kontinenten. Das Fehlen dieser fĂŒnf klassischen Risikofaktoren im Alter von 50 Jahren war bei beiden Geschlechtern mit einer um mehr als ein Jahrzehnt höheren Lebenserwartung verbunden gegenĂŒber dem Vorhandensein aller fĂŒnf Risikofaktoren. Personen, die in der Lebensmitte ihren Bluthochdruck und ihr Rauchverhalten modifizierten, hatten die meisten zusĂ€tzlichen Lebensjahre ohne Herz-Kreislauf-Erkrankungen bzw. ohne jegliche Todesursache.
Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Studie: Auch im spĂ€teren Leben lohnt sich eine VerhaltensĂ€nderung. âVon allen fĂŒnf Risikofaktoren ist die Kontrolle des Blutdrucks mit den meisten zusĂ€tzlichen gesunden Lebensjahren verknĂŒpftâ, sagt Prof. Dr. Stefan Blankenberg, Letztautor der Studie und Ărztlicher Direktor des UniversitĂ€ren Herz- und GefĂ€Ăzentrums des UKE. Menschen, die zwischen 55 und 60 Jahren ihren Bluthochdruck in den Griff bekommen oder mit dem Rauchen aufhören, leben lĂ€nger und ohne eine Herz-Kreislauf-Erkrankung als Menschen, die ihre Lebensweise nicht Ă€ndern.
Das erstaunliche ist, dass die Studie eigentlich nur bestĂ€tigt, was seit langem bekannt ist. Ăberraschender ist deshalb, dass so wenig an vorbeugenden MaĂnahmen passiert. "Leider wird derzeit der PrĂ€vention kardiovaskulĂ€rer Erkrankungen nur eine untergeordnete Bedeutung beigemessen, indem nur circa ein Prozent des Budgets fĂŒr kardiovaskulĂ€re Medizin auf das Konto der PrĂ€vention einzahltâ, wird Prof. Dr. Oliver WeingĂ€rtner, UniversitĂ€tsklinikum Jena, vom Nachrichtenmagazin mdr-Wissen zitiert, die dem Thema einen lesenwerten Ăberblicksartikel widmen. Dort fasst die Wissenschaftsjournalistin Kristin Kielon die Ergebnisse der Studie zusammen und lĂ€Ăt deutsche Mediziner zu Wort kommen. Ihr Fazit: "Medizinerinnen und Mediziner sagen, all das ist behandelbar und vor allem vermeidbar â und fordern von der Politik eine bessere PrĂ€vention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen".
Magnussen, Christina et al.: Global effect of cardiovascular risk factors on lifetime estimates. In: New England Journal of Medicine. 2025. DOI: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2415879.
2 đ Fast Magie: In Echtzeit Sprachsynthese aus Hirnsignalen fĂŒr GelĂ€hmte
Forschende der University of California Berkeley und University of Califormia San Francisco haben eine Methode entwickelt, um fast verzögerungsfrei verstĂ€ndliche Sprache aus Hirnsignalen von Menschen mit schwerer LĂ€hmung zu erzeugen. Diese bahnbrechende Technologie nutzt KI-basierte Modelle, um neuronale Daten, die im motorischen Kortex beim versuchten Sprechen entstehen, in hörbare Sprache zu ĂŒbersetzen. Anders als frĂŒhere AnsĂ€tze, die eine erhebliche Zeitverzögerung aufwiesen, ermöglicht diese Streaming-Methode eine nahezu synchrone Sprachausgabe, was zu einem natĂŒrlicheren und flĂŒssigeren Sprecherlebnis fĂŒhrt. Die Technologie wurde erfolgreich mit einer Probandin namens Ann getestet und zeigte auch die FĂ€higkeit, unbekannte Wörter zu synthetisieren. Dabei gelang es zudem, die Stimme von Ann zu simulieren.
âWe used a pretrained text-to-speech model to generate audio and simulate a target, And we also used Annâs pre-injury voice, so when we decode the output, it sounds more like herâ
erlÀutert Mitautor Cheol Jun Cho in der Pressemitteilung der UCB.
Pressemitteilung der UC Berkeley
Littlejohn, K.T., Cho, C.J., Liu, J.R. et al. A streaming brain-to-voice neuroprosthesis to restore naturalistic communication. Nat Neurosci (2025). https://doi.org/10.1038/s41593-025-01905-6
đ§ Weiterhören in MINQâs Weekly Deep Dive Talk with AI
3 đ Gen Z Ărzte bevorzugen Ă€sthetische Chirurgie
Eine neue Studie der EuropĂ€ischen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ăsthetischen Chirurgen (ESPRAS) zeigt, dass sich immer mehr junge FachĂ€rzt:innen fĂŒr die Ă€sthetische Chirurgie in Privatpraxen entscheiden, anstatt in KrankenhĂ€usern als rekonstruktive Chirurg:innen zu arbeiten. Diese Generation lege groĂen Wert auf ihre Work-Life Balance, also das Gleichgewicht zwischen Arbeits- und Privatleben. WĂ€hrend Ă€ltere Generationen die Work-Life Balance oft kritisch sehen, sei allen bewusst, dass ein erfĂŒlltes Privatleben die berufliche LeistungsfĂ€higkeit steigere.
Laut der Studie sind es vor allem lange Arbeitszeiten, starre hierarchische Strukturen und eben die unzureichende Work-Life-Balance, die junge FachkrÀfte davon abhalten, langfristig in Kliniken zu bleiben. Besonders die dort bestehenden Dienstmodelle stehen in der Kritik, da sie mit den verÀnderten Erwartungen der neuen Generation kollidieren. Mark Henley, PrÀsident der ESPRAS, sieht in der Entwicklung sogar ein deutliches Warnsignal:
âDie Abwanderung der jungen FachĂ€rzt:innen ist ein Weckruf. Wir mĂŒssen unsere Organisationsstrukturen ĂŒberdenken, um die Ă€rztliche TĂ€tigkeit an Kliniken attraktiver zu machen. Sonst drohen langfristig schwerwiegende Folgen fĂŒr die Patientenversorgung.â
Weitere Gedanken hierzu von MINQ-Spezialist Prof. Dr. Riccardo Giunta auf den Seiten von Thieme
Generation Z in Plastic Surgery: Challenges, Solutions and New Horizons â A European and transatlantic overview
Authors: Riccardo E. Giunta, Franco Bassetto, Cenk Demirdöver, Gregory R.D. Evans, Mark Henley, Ilkka Kaartinen, Marcus Lehnhardt, Jaume Masia, Paul McArthur, Jacques Saboye, Yonca Steubing, Irene Mesas Aranda
4 đ Bayerisches PARKLINK-Netzwerk fĂŒr Parkinson-Patient:innen am Start
In Bayern vereint das neue "PARK-LINK"-Netzwerk Spezialisten, um eine bestmögliche Versorgung von Parkinson-Patient:innen auch in lĂ€ndlichen Regionen in Bayern zu gewĂ€hrleisten. PARKLINK unterstĂŒtzt die Parkinson-Versorgung in Bayern durch die Etablierung eines Kooperationsnetzwerks, das bislang 11 Kliniken aus Ober- und Niederbayern, der Oberpfalz und Oberschwaben umfasst und von der Neurologischen Klinik des LMU Klinikums initiiert wurde. Ziel des Netzwerks ist es, Parkinson-Patient:innen eine optimale und möglichst heimatnahe Versorgung zu bieten und gleichzeitig an die Expertise eines UniversitĂ€tsklinikums angebunden zu sein. Mit dem Projekt soll die VersorgungslĂŒcke in Regionen geschlossen werden, die bisher keine eigene spezialisierte Fachabteilung oder Klinik fĂŒr Parkinson-Patient:innen vorhalten können. Ein wichtiger Aspekt ist der Einsatz von digitaler Medizin, insbesondere der Telemedizin, beispielsweise fĂŒr interdisziplinĂ€re Fallkonferenzen. Zudem ermöglicht die Videoverbindung die ferngesteuerte, prĂ€zise Einstellung von implantierten Hirnstimulatoren. DarĂŒber hinaus bietet PARKLINK den betreuten Parkinson-Erkrankten die Möglichkeit zur Teilnahme an Studien des LMU Klinikums. Da die Erkrankung auch die Angehörigen stark beeinflusst, werden diese durch Schulungen aktiv eingebunden. ErgĂ€nzt wird das Konzept durch Weiterbildungen fĂŒr FachkrĂ€fte sowie regelmĂ€Ăige Patienteninformationstage. Das Koordinationszentrum von PARKLINK befindet sich am LMU Klinikum GroĂhadern
Zur Originalmeldung der LMU und den Infoseiten von ParkLINK
5 đ DarmentzĂŒndungen schĂ€digen Nervenzellen und bringen sie zum Absterben
Eine neue Studie der beiden Erstautor:innen Dr. Patrycja Forster und Dr. Manuel Jakob vom Institut fĂŒr Mikrobiologie und Infektionsimmunologie der CharitĂ© und dem Inselspital der UniversitĂ€tsmedizin Bern hat erstmals nachgewiesen, dass EntzĂŒndungen im Darm Nervenzellen schĂ€digen und zum Absterben bringen. Diese SchĂ€digung und der Verlust von Nervenzellen beeintrĂ€chtigen die normale Darmfunktion. Die verschlechterte Darmfunktion trĂ€gt wiederum zur VerstĂ€rkung der Magen-Darm-Beschwerden bei.
Die Wissenschaftler:innen identifizierten, dass wĂ€hrend einer EntzĂŒndung zwei SchlĂŒsselprozesse in den Nervenzellen aktiviert werden: die Interferon-Signalkaskade und die Ferroptose, eine Form des Zelltods. Die Interferon-Signalkaskade spielt eine Rolle in der Immunabwehr, kann aber auch Nervenzellen schĂ€digen, wĂ€hrend Ferroptose eine Form des Zelltods durch Eisenionen ist. In weiteren Versuchen schalteten die Forschenden gezielt die Interferon-Andockstellen der Nervenzellen aus und konnten so zeigen, dass sich die EntzĂŒndung und der Zelltod verringert, was die Beweglichkeit des Darms deutlich verĂ€nderte. In weiteren Tests soll nun versucht werden, durch die Hemmung der Interferon-Andockstellen den Verlauf von chronischen Magen-Darm-Beschwerden zu beeinflussen. Sollte dies der Fall sein, könnte die gezielte Hemmung von Interferon-Signalen oder Ferroptose-Signalwegen neue therapeutische Möglichkeiten zur Behandlung chronischer Magen-Darm-Beschwerden eröffnen.
Zu den Originalmeldungen der Charité und der Unimedizin Bern
Forster PM, Jakob MO et al. A transcriptional atlas of gut-innervating neurons reveals activation of interferon signaling and ferroptosis during intestinal inflammation. Neuron (2025). Online ahead of print. Doi: https://doi.org/10.1016/j.neuron.2025.02.018
đ MINQ - in eigener Sache : Mithelfen, den Gender-Health-Gap zu schlieĂen
Geschlechtersensible Medizin rettet Leben: Beim dritten Frauengesundheitsgipfel von BILD der FRAU und der FUNKE Mediengruppe erlĂ€utert MINQ die erste Ărzteliste fĂŒr Frauen (gendersensible Behandlung).

Deutschlands gröĂte Frauenmedienmarke BILD der FRAU setzt sich weiter fĂŒr geschlechtergerechte Medizin ein. Beim dritten Live-Event der âBILD der FRAU Aktion Gesundheitâ im FUNKE Medienhaus in Essen betonte Julia Becker, Verlegerin der FUNKE Mediengruppe, die Wichtigkeit der Aktion. Noch immer werden Frauen oft nur dann adĂ€quat behandelt, wenn ihre Krankheitsbilder dem mĂ€nnlichen Standard entsprechen. Ziel sei es, Ungleichbehandlung und Fehldiagnosen zu ĂŒberwinden.
âBILD der FRAU wird weiter dafĂŒr kĂ€mpfen, dass eine gendergerechte Medizin in Deutschland Alltag und fĂŒr jede Frau zugĂ€nglich wirdâ, sagt BILD der FRAU-Chefredakteurin Sandra Immoor. âBis es so weit ist, hilft unsere bundesweite Ărzteliste Frauen schon heute die bestmögliche Behandlung zu finden.â
Hendrik WĂŒst, MinisterprĂ€sident von Nordrhein-Westfalen, hob hervor, dass geschlechtersensible Medizin stĂ€rker in Praxis und Ausbildung integriert werden mĂŒsse. Der Frauengesundheitsgipfel sei ein wichtiger Schritt, um Frauengesundheit in den Fokus zu rĂŒcken. MINQ-Spezialistin Prof. Ute Seeland Leiterin der ersten Ambulanz fĂŒr Gender-Medizin in Magdeburg, erlĂ€uterte in einem Fachvortrag die Bedeutung geschlechtsspezifischer Forschung. Ihre Kollegin Prof. Sylvia Thun von der CharitĂ© betonte, dass die KI-Medizin der Zukunft Geschlechterunterschiede berĂŒcksichtigen mĂŒsse.
Weitere Infos zum Event und den Speaker:innen auf den Seiten von Bild der Frau, WAZ, gofeminin, myself sowie in der Pressemeldung der Funke-Mediengruppe.
Kickoff: Start unserer bundesweiten Recherche Spezialist:innen fĂŒr Menopause
Wie auf dem Gesundheitsgipfel in Essen angekĂŒndigt, startete diesen Donnerstag unsere bundesweite Umfrage zu Menopause/ Wechseljahresbeschwerden.
Ziel ist es, geeignete Expert:innen fĂŒr die Behandlung von Menopausenbeschwerden zu evaluieren. Hierzu schreibt MINQ wieder einen groĂ angelegten Pool von Ărztinnen und Ărzten an. Wir freuen uns ĂŒber eine rege Teilnahme und Ihre EinschĂ€tzung zum Thema.
Sollten Sie sich als Ărztin oder Arzt angesprochen fĂŒhlen, registrieren Sie sich gerne hier
đŹ Ăber unseren Tellerrand
1ïžâŁ Deutsche horten 195 Mio. Alt-Handys
In deutschen Haushalten lagern aktuell rund 195 Millionen ausrangierte Handys und Smartphones, wie der Digitalverband Bitkom mitteilt. Die Zahl ungenutzter GerĂ€te ist zwar noch hoch, ging jedoch erstmals leicht zurĂŒck â von 210 Millionen Ende 2022 auf die aktuelle Menge. Diese AltgerĂ€te enthalten wertvolle Rohstoffe wie Gold und Silber, die recycelt werden könnten, so Bitkom-Chef Dr. Bernhard Rohleder.
89 % der Deutschen ab 16 Jahren besitzen mindestens ein altes Handy, 54 % sogar drei oder mehr. Aber: Die Bereitschaft zur Trennung steigt, denn jeder FĂŒnfte hat im letzten Jahr ein GerĂ€t verkauft, verschenkt oder entsorgt â ein Plus von vier Prozentpunkten. Der technologische Fortschritt und VertragsverlĂ€ngerungen der Nutzer:innen treiben die Zahl der Smartphones weltweit voran, mit 1,5 Mrd. neuen GerĂ€ten in fĂŒnf Jahren.
Weitere Infos sowie Tipps zur Entsorgung von Alt-GerÀten hier entlang
đ» Hörtipp
Wo Drohnen in Deutschland erstmals fĂŒr Laborproben zum Einsatz kommen

đŁ AnkĂŒndigungen
1ïžâŁ 24. EuropĂ€ischer Kongress fĂŒr Trauma- und Notfallchirurgie (ECTES) der European Society for Trauma and Emergency Surgery (ESTES)
Vom 13. bis zum 15. April erwartet die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Unfallchirurgie (DGU) internationale MilitĂ€rchirurgen und eine ukrainische Delegation von Medizinern anlĂ€Ălich des 24. ECTES der European Society for Trauma and Emergency Surgery (ESTES). âAktuelle Themen wie die verĂ€nderte Sicherheitslage in Europa und ihre Auswirkungen auf die medizinische Versorgung werden in Sitzungen mit der Bundeswehr, europĂ€ischen MilitĂ€rpartnern und den BG Kliniken unter Einbeziehung des deutschenTraumanetzwerks DGU besprochenâ, sagt ECTES-PrĂ€sident Professor Dr. Frank Hildebrand und in Personalunion 2. VizeprĂ€sident der DGU.
Weitere Informationen auf den Seiten der DGU sowie zum Kongress bei ESTES
đ Wann: 13. - 15. April 2025
đ Wo: Eurogress Aachen, Monheimsallee 48, 52062 Aachen
2ïžâŁ Spurensuche im Museum: Wissenschaft deckt Verbrechen auf
Die Vortragsreihe âForensikâ im Berliner Medizinhistorischen Museum (BMM) der CharitĂ© beleuchtet spannende Einblicke in die Ermittlungsarbeit. Wie Blutspritzer Tatorte verraten, wie Puzzleteile zusammengesetzt werden und wie DNA-Analytik TĂ€ter:innen identifiziert â all das steht im Fokus. Der erste Vortrag thematisiert die Entwicklung der DNA-Analytik, etwa ihre Rolle beim AufspĂŒren des Golden State Killers.
Die Veranstaltungen finden mittwochs um 19:00 Uhr in der Hörsaalruine des BMM statt. Der Eintritt (10 Euro, ermĂ€Ăigt 8 Euro) umfasst auch den Museumsbesuch ab 18:00 Uhr. Die Teilnahme erfordert eine verbindliche Anmeldung ĂŒber den Ticketshop, da die PlĂ€tze begrenzt sind.

Die Termine im Ăberblick:
Mittwoch, den 16. April 2025 um 19 Uhr
Von Sir Alec bis zum Golden State Killer â eine kurze Geschichte der forensischen DNA-Analytik
Dr. Marc Trimborn, Fachbereichsleiter DNA-Analytik und Textilkunde, Landeskriminalamt Berlin
Mittwoch, 11. Juni 2025 um 19 Uhr
Profiling... oder doch besser Fallanalyse?!
Christian Schulz, Erster Kriminalhauptkommissar, Leiter der OFA-Einheit, Landeskriminalamt Berlin
Mittwoch, 2. Juli 2025 um 19 Uhr
Von Leichen, Gift und Spurensuche
Dr. Lars Oesterhelweg, Kommissarischer Direktor des Instituts fĂŒr Rechtsmedizin der CharitĂ© â UniversitĂ€tsmedizin Berlin
Mittwoch, 16. Juli 2025 um 19 Uhr
Alte Skelette, neue Technik. Wie aus dem Hölzerlips der Schinderhannes wurde.
Dr. Sara Doll, Kuratorin am Institut fĂŒr Anatomie und Zellbiologie, Heidelberg
Mittwoch, 17. Sept. 2025 um 19 Uhr
Rechtsmedizin jenseits des Obduktionstisches
Philipp Möller, Facharzt fĂŒr Rechtsmedizin am Landesinstitut fĂŒr gerichtliche und soziale Medizin Berlin
Mittwoch, 5. Nov. 2025 um 19 Uhr
Blutspurenmusteranalyse, wie sie von einem Experiment aus dem 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Bestandteil der heutigen Tatrekonstruktion wurde
Nina Hagner, Spurensicherin bei der Tatortgruppe des Kriminaltechnischen Instituts Berlin
đ Wann: ab 16. April 2025 um 19 Uhr
đ Wo: Museum: Virchowweg 17/ Hörsaalruine: Virchowweg 16, 10117 Berlin
đ€ IchalsPatient
1ïžâŁ Ăberleben mit dem kleinsten Nervenschrittmacher der Welt
Luca Sprauer leidet seit seiner PubertĂ€t unter starkem Zittern der Arme, einem sogenannten Tremor. Nach zahlreichen Untersuchungen im Ulmer Raum, darunter Tests auf NĂ€hrstoffmangel und NervenleitfĂ€higkeit, sowie Behandlungen mit Betablockern und Parkinson-Medikamenten, ĂŒberwiesen ihn seine Ărzte an die Uniklinik Augsburg.
Dr. Rahel MĂŒller, Neurologin und Spezialistin fĂŒr Tiefe Hirn-Stimulation (THS), sah den starken Tremor, der Lucas Alltag und soziale Kontakte massiv beeintrĂ€chtigte. Die Implantation eines Neurostimulators gab ihm eine Perspektive zurĂŒck. Dieser Eingriff wurde von Neurochirurg Dr. Philipp Emanuel Krauss durchgefĂŒhrt, der das kleinste und langlebigste Implantat des Herstellers Abbott Medical einsetzte. Die Elektroden des Neurostimulators werden ins Gehirn eingefĂŒhrt und mit einem Implantat in der Brust verbunden. Mithilfe einer I-Pad-Verbindung können Stromimpulse angepasst werden, sodass der Tremor verschwindet. Eine Besonderheit: Luca wurde im Wachzustand operiert, um die Wirkung direkt zu testen.
Nach der erfolgreichen OP ist Luca glĂŒcklich: âIch kann wieder schreiben, ich kann wieder trinken, ohne die HĂ€lfte zu verschĂŒtten, und vor allem, ich werde nicht mehr angestarrt.â Der 20-JĂ€hrige ist momentan dabei, seine Ausbildung zum MTLA zu beenden. Wenn er alle PrĂŒfungen besteht, und es sieht ganz danach aus, kann er in ein selbstbestimmtes, glĂŒckliches Leben starten. Ohne Zittern.

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