đ 12/2026
Jens Baas: âWir haben genug Geld. Wir geben es nur falsch ausâ · KI-Freundschaft kann menschliche Beziehung nicht ersetzen · Paradigmenwechsel beim LipidâManagement · Mit Ultraschall gegen Hirntumoren · Mikrobiom als SchlĂŒssel fĂŒr personalisierte Therapie
đ 5 weekly picks
1 đ Gesundheitssystem: âWir haben genug Geld. Wir geben es nur falsch ausâ đŹ đž
âMehr Geld ist nicht die Lösungâ â fĂŒr den Chef der Techniker Krankenkasse TK Jens Baas hat Deutschlands Gesundheitssystem kein Einnahmeproblem. Im hörenswerten ARD-Interview der Woche erlĂ€utert Baas ausfĂŒhrlich seine zentrale These: "Wir haben genug Geld. Wir mĂŒssen ĂŒberlegen, wie wir die Ausgaben senken können.â Ein Beispiel: âWir machen extrem viele Eingriffe in KrankenhĂ€usern, die man nicht in KrankenhĂ€usern machen muss - oder ĂŒberhaupt nicht machen muss.â
Baas setzt deshalb auf Zweitmeinung von Spezialisten. Eine TK-Studie habe gezeigt, dass etwa bei 90 Prozent der Patienten, denen zu einer RĂŒckenoperation geraten wurde, nach Begutachtung durch einen Spezialisten von der Operation abgeraten wurde. Unnötige Operationen verursachen unnötige Kosten. âWir machen Dinge, weil sie bezahlt werden, und das ist nicht gut fĂŒr den Patienten.â Deutschland leiste sich ein teures Nebeneinander von Kliniken mit Ă€hnlichen Leistungen; viele HĂ€user seien oft nicht ausreichend spezialisiert, behandelten zu wenige FĂ€lle und könnten dadurch QualitĂ€t und Wirtschaftlichkeit nicht optimal vereinen. Die geplante Krankenhausreform der Bundesregierung bewertet er daher grundsĂ€tzlich positiv: Weniger Doppelstrukturen, mehr Spezialisierung â das sei der richtige Weg.
Krankenkassenchef Baas: âWir haben genug Geld im Systemâ
2 đ Kann KI-Freundschaft die eigene Einsamkeit wirklich reduzieren? đ§ââïžâĄïžđ€
Chatbots werden zunehmend Teil unseres sozialen Alltags â als jederzeit verfĂŒgbare, niedrigschwellige Form von âBegleitungâ. Einige Studien zeigen, dass GesprĂ€che mit KI die Stimmung und subjektives VerbundenheitsgefĂŒhl verbessern. Doch bleibt dieser Effekt auch ĂŒber die Zeit bestehen? Eine nun erschienene Studie im Journal of Experimental Social Psychologie lĂ€sst dies bezweifeln.
Ăber zwei Wochen hinweg interagierten 296 Erstsemester-Studierende tĂ€glich entweder mit einem Chatbot (âSamâ), mit einer zufĂ€llig zugewiesenen realen Person oder sie hielten ihre Gedanken in kurzen TagebucheintrĂ€gen fest. Der Chatbot wurde gezielt auf Basis beziehungswissenschaftlicher Erkenntnisse entwickelt, um besonders unterstĂŒtzend und empathisch zu reagieren. Obwohl die Interaktion mit dem Chatbot kurzfristig positive Effekte zeigte, konnte sie langfristig nicht mit menschlichem Austausch mithalten. Teilnehmende, die regelmĂ€Ăig mit einer anderen Person schrieben, berichteten von deutlich stĂ€rkeren RĂŒckgĂ€ngen in ihrem Einsamkeitsempfinden. GegenĂŒber dem Tagebuchschreiben zeigte der Chatbot ebenfalls keinen klaren Vorteil.
KI kann Empathie kurzfristig ĂŒberzeugend simulieren â jedoch (noch) keine echten Erfahrungen teilen oder wechselseitige Verletzlichkeit ermöglichen. Genau diese Gegenseitigkeit scheint fĂŒr den Aufbau nachhaltiger sozialer Bindung entscheidend.
3 đ đ„ Paradigmenwechsel: Neue USâLeitlinie stellt das LipidâManagement auf den Kopf đ đ
Die ACC/AHAâLeitlinien sind offizielle Empfehlungen der beiden fĂŒhrenden USâFachgesellschaften fĂŒr HerzâKreislaufâMedizin. Sie definieren, wie Risiken eingeschĂ€tzt und HerzâKreislaufâErkrankungen behandelt oder verhindert werden. Die Leitlinien basieren auf aktueller wissenschaftlicher Evidenz und werden regelmĂ€Ăig aktualisiert. Weltweit dienen sie Ărztinnen und Ărzten als Orientierung fĂŒr Diagnostik und Therapie.
Die aktualisierte ACC/AHAâLeitlinie zu Fettstoffwechselstörungen setzt nun neue Akzente: frĂŒher behandeln, prĂ€ziser stratifizieren, konsequenter senken. Der Fokus verschiebt sich weg vom reinen LDLâWert â hin zu einem breiteren VerstĂ€ndnis atherogener Lipoproteine. Triglyzeride, RemnantâPartikel und Lp(a) rĂŒcken als eigenstĂ€ndige Risikofaktoren ins Zentrum. Die Kernidee: Die kumulative "Lifetime Exposure" entscheidet stĂ€rker ĂŒber das Risiko als einzelne Messwerte.
Daher empfiehlt die neue Leitlinie eine frĂŒhere Diagnostik und Intervention, insbesondere bei jungen Erwachsenen mit LDLâC â„ 160 mg/dL oder familiĂ€rer HypercholesterinĂ€mie. Neu ist auch das PREVENTâASCVDâModell, das 10â und 30âJahresâRisiken feiner differenziert und Therapieentscheidungen individueller macht. Das CPRâModell â Calculate, Personalize, Reclassify â strukturiert den gesamten Entscheidungsweg.
Besonders praxisrelevant: Lp(a) soll einmalig bei allen Erwachsenen gemessen werden, ApoB dient zur Identifikation von Residualrisiken. Therapeutisch kehrt die Leitlinie zu klaren Zielwerten zurĂŒck und integriert moderne Wirkstoffe wie PCSK9âInhibitoren, Inclisiran und BempedoinsĂ€ure. Bildgebung wie der CACâScore gewinnt an Bedeutung, um Ăberâ und Untertherapie zu vermeiden. Trotz neuer Optionen bleibt der Lebensstil das Fundament â und NahrungsergĂ€nzungsmittel werden klar ausgebremst.
Damit markiert die Leitlinie einen Schritt hin zu echter PrÀzisionsprÀvention und einer differenzierten, risikoorientierten Lipidtherapie.
đ Weiterlesen auf den Seiten der Pharmazeutischen Zeitung
Blumenthal, R, Morris, P, Gaudino, M. et al. 2026 ACC/AHA/AACVPR/ABC/ACPM/ADA/AGS/APhA/ASPC/NLA/PCNA Guideline on the Management of Dyslipidemia: A Report of the American College of Cardiology/American Heart Association Joint Committee on Clinical Practice Guidelines. JACC. null2026, 0 (0)
https://doi.org/10.1016/j.jacc.2025.11.016
4 đ đŻ Neue, minimalinvasive Therapieoption: Wenn Schall zur Waffe gegen Hirntumoren wird đ§ đ
Fokussierter Ultraschall gilt als eine der spannendsten Zukunftstechnologien in der Neuroonkologie. Ein neues Forschungsprojekt am UKSH Kiel untersucht nun, wie sich diese Schallenergie gezielt gegen aggressive Hirntumoren einsetzen lĂ€sst. Die Deutsche Krebshilfe unterstĂŒtzt das Vorhaben von Professorin Janka HeldâFeindt,Forschungsgruppenleiterin an der Klinik fĂŒr Neurochirurgie am UniversitĂ€tsklinikum SchleswigâHolstein, ĂŒber drei Jahre.
Beim mechanisch fokussierten Ultraschall (mFUS) wird Energie punktgenau gebĂŒndelt, sodass MikroblĂ€schen wachsen, schwingen und schlieĂlich zerplatzen â ein Prozess, der Tumorgewebe zerstören kann, ohne den SchĂ€del zu öffnen. Doch wie Tumorzellen am Rand des behandelten Areals reagieren, ist bislang kaum verstanden. Gerade beim Glioblastom, einem der aggressivsten Hirntumoren, könnten ĂŒberlebende Zellen im âSchlafmodusâ fĂŒr RĂŒckfĂ€lle verantwortlich sein.
Das Team um HeldâFeindt untersucht daher mithilfe eines eigens entwickelten mFUSâSystems, wie Tumorzellen auf mechanische Schallenergie reagieren â zellbiologisch, molekular und proteinbiochemisch.
âWir haben ein ausgeklĂŒgeltes mFUS-System entwickelt, das es uns ermöglicht, an Glioblastom-Materialien die Auswirkungen von mFUS auf Tumorzellen mithilfe zell- und molekularbiologischer sowie proteinbiochemischer Methoden zu untersuchenâ, so Held-Feindt in einer Mittteilung des UKSH.
UnterstĂŒtzt wird das Projekt von der Klinik fĂŒr Neurochirurgie und dem UniversitĂ€ren Cancer Center SchleswigâHolstein (UCCSH), das die onkologischen Expertisen aus Kiel und LĂŒbeck bĂŒndelt.
đ Weiterlesen auf den Seiten des UKSH
5 đđ§« đ Das Mikrobiom als SchlĂŒssel fĂŒr personalisierte Therapie đ đŠ
Das Darmmikrobiom ist so individuell wie ein Fingerabdruck â und bei chronischâentzĂŒndlichen Darmerkrankungen oft der entscheidende Faktor. Doch sein Potenzial fĂŒr Diagnostik und personalisierte Therapie bleibt bislang ungenutzt. Genau hier setzt MikrobiomProCheck an: ein neues NRWâForschungsprojekt, das das Mikrobiom klinisch nutzbar machen will.
Rund 3,4 Millionen Euro von der NRWâLandesregierung und der EU flieĂen in das interdisziplinĂ€re Konsortium aus ISAS, den UniversitĂ€ten Bielefeld, Bonn und DuisburgâEssen, der Biofidus AG und der Lead Discovery Center GmbH. Klinisch begleitet wird das Projekt vom UniversitĂ€tsklinikum Essen und dem Evangelischen Klinikum Bethel â UniversitĂ€tsklinikum OWL, die eine Studie mit 110 CEDâPatient:innen und ebenso vielen gesunden Kontrollen durchfĂŒhren.
Parallel arbeiten Teams aus Bielefeld und Bonn unter der Leitung von Professor Alexander Sczyrba, Dr. Tobias Busche und Professor Robert Heyer an KIâbasierten MikrobiomâAnalysen und dem Aufbau einer digitalen Infrastruktur, die kĂŒnftig personalisierte Diagnostik ermöglichen soll. Damit könnte MikrobiomProCheck einen entscheidenden Schritt markieren: weg von pauschalen Therapien â hin zu prĂ€zisen, datengetriebenen Entscheidungen fĂŒr Menschen mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.
đ Weiterlesen auf den Seiten der UniversitĂ€t Bielefeld sowie auf den Seiten des Leibniz-Institut fĂŒr Analytische Wissenschaften â ISAS â e. V.
PLUS âŠ
đ Buchtipp: âHier stimmt was nicht.."
Mit einer Gesundheitsabgabe auf Zinseinnahmen, Dividenden und Mieteinnahmen sollen die Beitragseinnahmen der Krankenversicherung weiter erhöht werden. Das hat der SPD- Parteivorstand fĂŒr das aktuelle Grundsatzprogramm beschlossen.
Fakt ist jedoch: WĂ€hrend die Deutschen bei der Lebenserwartung im EU-Vergleich nur MittelmaĂ sind, zahlen sie â gemessen am Prozentsatz des Bruttoinlandsprodukts â die höchsten Gesundheitsausgaben aller EU-Staaten.
Zu diesem Ergebnis kommt der BKK Dachverband in einer Analyse aus dem Jahr 2024. WĂ€hrend in Deutschland die Gesundheitsausgaben bei mehr als 12 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen, gibt Schweden weniger als 12 Prozent und Italien sogar deutlich weniger als 10 Prozent aus. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt in diesen LĂ€ndern dennoch höher â bei rund 83 Jahren im Vergleich zu weniger als 81 Jahren in Deutschland.
Diese und weitere Statistiken finden Sie im neuen Buch unseres langjĂ€hrigen FOCUS-Kollegen Frank Pöpsel: âHier stimmt was nicht! 60 Fakten mit denen Sie sich keine Freunde machen, aber recht behalten.â Pöpsel war langjĂ€hriger Chefredakteur von FOCUS MONEY, Börse Online, EURO und EURO am Sonntag. In seinem neuen Buch blickt Pöpsel auf Basis wissenschaftlicher Studien hinter die Kulissen einiger gĂ€ngiger Narrative.
đ Hier gehtâs zur Buchbestellung
đŹ Ăber unseren Tellerrand
1ïžâŁ đ§Ź Ein Klick â und der menschliche Körper öffnet sich đ đ
Ein internationales Forschungsteam hat ein 3DâPortal vorgestellt, das Organe in einer Detailtiefe zeigt, die bisher nur in der Theorie denkbar war. Der neue Human Organ Atlas (HOA), der im Journal Science Advances vorgestellt wird, macht sichtbar, was bislang verborgen blieb: intakte Organe in nahezu zellulĂ€rer Auflösung. Der Atlas ermöglicht es, intakte menschliche Organe vom GesamtĂŒberblick bis zur einzelnen Zelle zu erkunden â frei zugĂ€nglich und direkt im Browser.
Entstanden ist der Atlas unter Beteiligung zahlreicher Partner, darunter Professor Danny Jonigk und Professor Maximilian Ackermann vom Institut fĂŒr Pathologie der Uniklinik RWTH Aachen, die gemeinsam mit internationalen Forschenden an der Entwicklung mitwirkten. Technische Basis ist die HiPâCTâBildgebung, die dank der extrem hellen Synchrotronquelle des ESRF eine bis zu 100 Milliarden Mal höhere Brillanz als KlinikâCTs erreicht. So entsteht der derzeit hochauflösendste frei verfĂŒgbare 3DâDatensatz intakter menschlicher Organe.
Der HOA bietet enormes Potenzial fĂŒr die medizinische Forschung, KIâEntwicklung und Lehre â von MachineâLearningâModellen bis hin zu immersiven AnatomieâErlebnissen fĂŒr Studierende. Das Team plant bereits Erweiterungen und neue Tools.

đ Zur PM auf den Seiten der UK Aachen
đ Zum frei verfĂŒgbaren 3D-Portal
Human Organ Atlas Collaboration, T., Sharma, A., Mirone, A., Bellier, A., Cook, A., Bay, B., Berruyer, C., Walsh, C., Jonigk, D., Stansby, D., Boller, E., Gaisne, G., Dejea I Velardo, H., Purzycka, J., Brunet, J., Ackermann, M., Palombi, O., Tafforeau, P., Lee, P., ⊠Wagner, W. (2026). Overview at 8.01um of the heart of donor LADAF-2021-17, scanned at ESRF on beamline BM18. (Version 1) [Dataset]. European Synchrotron Radiation Facility. https://doi.org/10.15151/ESRF-DC-2375249432
đŹ In unserer Mailbox
1ïžâŁ đŒ Wenn Spitzenmedizin auf Spitzenklang trifft đ¶ đ€đŹ
Die Charité und die Berliner Philharmoniker starten eine ungewöhnlich spannende Allianz. Ziel: Forschung an der Schnittstelle von Musik, Medizin und mentaler Gesundheit. Beide Institutionen haben eine langfristige Kooperation besiegelt.
CharitĂ©-Chef Heyo K. Kroemer sieht darin neue Horizonte fĂŒr PrĂ€vention und Heilung. Musik als Motor fĂŒr Resilienz, LeistungsfĂ€higkeit und LebensqualitĂ€t â das soll wissenschaftlich greifbar werden. Auch Philharmoniker-Intendantin Andrea Zietzschmann betont die nachweisliche Kraft musikalischer Impulse.
Geplant sind Projekte zu Musikphysiologie, neurobiologischen Wirkmechanismen und digitalen Anwendungen. Die Philharmoniker dienen dabei nicht nur als Partner, sondern auch als Forschungsfeld. Besonders spannend: Formate fĂŒr die Ăffentlichkeit sollen das Wissen direkt erlebbar machen. Von Dialogkonzerten bis zu musikbasierten Gesundheitsinitiativen â die Kooperation will Klang und Wissenschaft enger verweben.
đ Weiterlesen auf den Seiten der CharitĂ©
2ïžâŁ đŠ·đ Fluorid im Kreuzfeuer â Wenn PrĂ€vention zur Streitfrage wird đŁ
Fluorid in Zahnpasten steht seit Jahren im Zentrum öffentlicher Diskussionen. Mit der Initiative Beyond Fluoride, die fluoridfreie Alternativen bewirbt und sich besonders an Eltern richtet, hat die Debatte seit 2025 neuen Auftrieb erhalten. Nachdem die Stiftung Warentest kĂŒrzlich Kinderzahnpasten untersucht hatte, reagierte die Initiative mit einem offenen Brief. Auch der Kölner Zahnmediziner Professor Michael J. Noack meldete sich öffentlich zu Wort und plĂ€dierte fĂŒr eine sachliche Einordnung der wissenschaftlichen Evidenz.
Er betont die Bedeutung unabhĂ€ngiger AufklĂ€rung und warnt vor einer Vermischung von Gesundheitskommunikation mit wirtschaftlichen Interessen. Laut einem Bericht des SPIEGEL könnten hinter Teilen der Kampagne kommerzielle Motive stehen, die ĂŒber soziale Medien verstĂ€rkt werden.
Noack verweist darauf, dass Fluorid gut untersucht ist, wÀhrend alternative Wirkstoffe bislang nur begrenzt wissenschaftlich evaluiert wurden. Gerade deshalb seien transparente Informationen und klare Stellungnahmen von Fachgesellschaften wichtig, um Orientierung in einer zunehmend komplexen Kommunikationslandschaft zu bieten.
đ Weiterlesen auf den Seiten von ZWP online
đŁ AnkĂŒndigungen
1ïžâŁ đ§đŹ Pediatric Research Symposium 2026 â Forschung fĂŒr die Gesundheit unserer Kinder đ§đŹ
Kinder brauchen starke Forschung. Als Doppelstandort Leipzig/Dresden gestaltet das neue Deutsche Zentrum fĂŒr Kinderâ und Jugendgesundheitsforschung die pĂ€diatrische Wissenschaft aktiv mit. Beim Pediatric Research Symposium 2026 stehen aktuelle Erkenntnisse zu Gesundheit und Gesundheitsrisiken von Kindern im Mittelpunkt.
Eine Special Lecture zum Dashboard Kindergesundheit eröffnet das Programm und zeigt, wie datenbasierte AnsĂ€tze die Versorgung kĂŒnftig unterstĂŒtzen können. Im Forschungsfeld Immunsystem, EntzĂŒndung & Infektionen werden neue Erkenntnisse zu Fehlregulationen des Immunsystems sowie zu den Auswirkungen von COVID und LongâCOVID vorgestellt. Der Bereich Adipositas & Metabolismus beleuchtet neue TherapieansĂ€tze, ĂbergĂ€nge zwischen seltenen und hĂ€ufigen Adipositasformen und innovative Versorgungskonzepte â mit Expertise aus Berlin, Ulm und dem RobertâKochâInstitut. Im Forschungsfeld FrĂŒhe Determinanten der kindlichen Entwicklung stehen Umweltfaktoren wie Schadstoffe, Klimawandel und Urbanisierung im Fokus. Eine internationale Special Lecture von Professor Alemayehu Amberbir aus Ruanda erweitert die Perspektive. Das Forschungsfeld Psychische Gesundheit widmet sich schlieĂlich aktuellen Erkenntnissen zu Bewegungskontrolle, ADHS, Anorexie und Autismusspektrumsstörungen.
đ Zu Kongress-Homepage und Wissenschaftlichem Programm
đ Wann: 28. MĂ€rz 2026
đ Wo: Salles de Pologne â Tagungszentrum, HainstraĂe 16, 04109 Leipzig
2ïžâŁ đ„â€ïž Herzmedizin 2026: Grenzen ĂŒberwinden, Standards setzen â€ïžâđ„
In diesem Jahr kehrt die 92. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Kardiologie â Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK) erneut in das Congress Center Rosengarten in Mannheim zurĂŒck. Unter dem Kongressmotto âHerzmedizin 2026 â Gemeinsam Grenzen ĂŒberwinden, Standards setzenâ prĂ€sentiert der Kongress wieder ein vielseitiges, interdisziplinĂ€res Programm:
Dazu gehören wissenschaftliche Sitzungen, ein umfangreiches Nachwuchsförderangebot von DGK und dem Deutschen Zentrum fĂŒr Herz-Kreislauf-Forschung e. V. (DZHK) sowie die zentralen Highlights aus den Bereichen Herzinsuffizienz, Rhythmusstörungen sowie interventioneller und experimenteller Kardiologie. ErgĂ€nzt wird das Programm durch zahlreiche weitere Formate, die aktuelle Entwicklungen der Herzmedizin aufgreifen und den fachlichen Austausch stĂ€rken.
đ Zu Kongress-Homepage und Wissenschaftlichem Programm
đ Wann: 8. bis 11. April 2026
đ Wo: Congress Center Rosengarten Mannheim, Rosengartenplatz 2, 68161 Mannheim
đ€ IchalsPatient:in
1ïžâŁ đ„đ Marthaâs Rule: Ăber 10.000 Notrufe in 16 Monaten â und hunderte lebensrettende Eingriffe
Eine PatientensicherheitsâInitiative aus England zeigt Wirkung: Seit EinfĂŒhrung von Marthaâs Rule (wir berichteten darĂŒber in weekly đ 29/2025) haben Patienten, Angehörige und Mitarbeitende ĂŒber 10.000âmal eine ĂberprĂŒfung der Behandlung ausgelöst. Eine Auswertung von NHS England zeigt: In einem Drittel der FĂ€lle lag tatsĂ€chlich eine akute Verschlechterung vor.
Insgesamt wurden 1885 Behandlungen angepasst, darunter 446 potenziell lebensrettende Interventionen wie Verlegungen auf Intensivstationen. Rund 6000 Meldungen fĂŒhrten zu Verbesserungen in Kommunikation, Koordination oder Organisation.
Benannt ist das System nach der 13âjĂ€hrigen Martha Mills, die 2021 an einer ĂŒbersehenen Sepsis starb â trotz wiederholter Warnungen ihrer Familie. Die Lehre daraus: Bedenken von Angehörigen mĂŒssen systematisch erfasst und ernst genommen werden. Alle AkutspitĂ€ler in England arbeiten inzwischen an der vollstĂ€ndigen Umsetzung. Auch in der Schweiz lĂ€uft ein Pilotprojekt: Das Luzerner Kinderspital Zentralschweiz ermöglicht seit 2025 eine zusĂ€tzliche klinische EinschĂ€tzung, wenn Eltern eine Verschlechterung wahrnehmen.
In Deutschland gibt es bislang keine flĂ€chendeckende EinfĂŒhrung von âMarthaâs Ruleâ. Aber es gibt bereits erste Pilotprojekte und Diskussionen, die sich an dem britischen Modell orientieren. Ziel bleibt, die Patientensicherheit zu stĂ€rken und die Kommunikation zwischen Teams und Familien nachhaltig zu verbessern.
MINQ's weekly picks Newsletter
Melden Sie sich kostenlos an, um die neuesten Updates in Ihrem Posteingang zu erhalten